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Sein früherer Schreiber und deſſen Genoſſe, der ehemalige Schloſſermeiſter, waren oft in der Nähe ſeiner Wohnung geweſen, er hatte ſie von Zeit zu Zeit geſehen und in ihren Blicken gele⸗ ſen, daß ihr Haß gegen ihn eher gewachſen als getilgt war.
Indeß, auch das beunruhigte ihn ſo ſehr nicht, er hielt ſein Haus verſchloſſen und ging nur am Tage aus, ſie konnten ihm alſo nichts anhaben.
So wiegte der Wucherer ſich noch immer in Sicherheit, die plötzlich durch den Beſuch des Schenkwirths den erſten Stoß erhielt.
Als Jakob Herz die Hausthüre öffnete und ſich nun dem Schenkwirth gegenüber ſah, bereute er ſofort, nicht ſchon längſt ſeinen Vorſatz ausgeführt zu haben.
Die Reue kam nun zu ſpät, der Wucherer begriff, daß er jetzt der Gefahr eine kühne, freche Stirne bieten mußte, um wenigſtens Zeit zu gewinnen.
Bertram Schenk und der Barbier traten in die Schreibſtube des Wucherers, und der Schenkwirth kam ohne Umſchweife zur Sache.
„Ich habe heute Morgen einen Brief aus Rio de Janniro er⸗ halten,“ ſagte er, und ſeinem forſchenden Blick entging es nicht, daß Jakob Herz ſich zwang, äußerlich ruhig zu ſcheinen.„In dieſem Briefe ſchreibt mir der Konſul, daß er die Hinterlaſſen⸗ ſchaft meines in Braſilien verſtorbenen Bruders Ihnen zuge⸗ ſchickt habe.“
„Davon iſt mir nichts bekannt,“ entgegnete der Wucherer gleichgültig.„Wie ſollte der Konſul dazu kommen, mir etwas zu ſchicken, worauf ich keinen Anſpruch habe?“
„Ah— Sie glauben mich täuſchen zu können?“ ſuhr Bertram Schenk fort.„Geben ſie ſich keine Mühe, es wird Ihnen nicht gelingen. Sie werden ſich erinnern, daß Sie im vergangenen Jahre mir einen Brief aus Braſilien brachten, mit dem Bemer⸗ ken, der Poſtbote habe denſelben irrthümlich Ihrem Schreiber übergeben—“
„Da werden Sie meinen früheren Schreiber fragen müſſen,“ warf Herz gelaſſen ein.
„Ohol“ rief der Barbier.„Ich kann bezeugen, daß Sie damals den Brief gebracht haben.“
„Wenn Sie das ſo genau wiſſen—“
„Sie wollen es beſtreiten?“ fuhr Schenk entrüſtet auf.
„Durchaus nicht, aber ich entſinne mich deſſen nicht mehr. Wenn ich derartige Kleinigkeiten im Gedächtniß behalten wollte, müßte ich ein Rieſengedächtniß beſitzen.“
„Sie haben natürlich Ihre Gründe, ſich deſſen nicht mehr
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