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„Salon pour la coupe des cheveux. Kaspar Melchior Gabel, Barbier und Friſeur für Damen und Herren,“ las er auf der Glasthüre. Und hinter dieſer Thüre ſtand der Beſitzer dieſes Salons mit ſeiner purpurrothen Naſe. Der Schenkwirth trat ein.
Mit einem Selbſtbewußtſein und einem Stolze, den die Um⸗ ſtände rechtfertigten, zeigte Gabel dem Freunde ſein Lokal, während er ihm gleichzeitig Vorwürfe machte, daß er nicht früher ſchon einmal gekommen ſei.
„Du lieber Gott, ſo ſeht doch meinen Schädel an, ob an ihm Eure Kunſt noch etwas vermag,“ entſchuldigte Schenk ſich.„Ich komme nicht mehr in Verlegenheit, wann und wo ich mir das Haar ſchneiden laſſen ſoll—“
„Aber eine Perrücke—“
„Nimmermehr!“
„Nichts für ungut, alter Freund. Deshalb braucht Ihr ja auch nicht zu kommen, Ihr müßt doch wiſſen, daß es mich freut, wenn Ihr Antheil an mir nehmt.“
„Gewiß, gewiß,“ ſagte der Schenkwirth,„wie läßt es ſich denn an?“
„Danke, ich bin zufrieden. Auffallend, daß ſo viele Gym⸗ naſiaſten mich beſuchen! Sie kommen in der Regel zu dreien oder vieren, möglicherweiſe meiner Naſe wegen, an der ſie viel⸗ leicht Anatomie oder was weiß ich ſtudiren wollen. Mir iſt das gleichgültig, ich laſſe ſie kichern und kaſſire nachher die Groſchen ein, das Vergnügen gönne ich ihnen.“
„Alſo, es geht gut?“
„O ja, es könnte natürlich beſſer gehen.“
„Ihr ſeid allein? Habt Ihr denn keinen Gehülfen?“
„Ich hatte ihn, er iſt auf und davon gegangen, weil ihm das Eſſen nicht ſchmeckte. Ich kann meinen Gehülfen nicht mit Faſanen und Schildkrötenſuppe füttern, das Eſſen aus der Gar⸗ küche behagte ihm nicht und dann—“
„Und dann?“
„Na, ich kann nicht dafür, wenn meine Naſe ſich bei jedem Löffel Suppe badet, er meinte, das ſei unanſtändig, ich ſolle die Naſe über den Löffel halten. Da habe ich ihm denn eines Mittags mit dem Suppenlöffel Eins auf den Schädel gegeben und ihn zum Teufel gejagt. Ich kann mir doch von ſolchem miſerablen Geſellen keine Vorſchriften machen laſſen!“
Der Barbier ſagte das ſo ſchmerzlich wehmüthig, daß Bertram Schenk auf die Lippen beißen mußte, um nicht dem bekümmerten Freunde in's Geſicht zu lachen, was dieſer als eine Beleidigung hätte deuten können.
Um ctun dem Geſpräche eine andere Wendung zu geben, theilte


