Jahrgang 
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Um nicht genöthigt zu ſein, mit der Thüre in's Haus zu fallen, beſtellte er dem Meiſter einige neue Fäſſer, dann bot er ihm eine Prieſe an, die dankend angenommen wurde.

Ihr habt eine dunkle Werkſtätte, ſagte er,müßtet Euch beſſeres Licht und mehr Raum anſchaffen.

Der Meiſter nickte gedankenvoll und nieſte kräftig.

Alles leicht geſagt, erwiderte er,aber woher ſoll das Licht kommen in dieſer engen Gaſſe?

Na, es liegt weniger an der Gaſſe, als an Eurem Hauſe ſelbſt, erwiderte Schenk.Kauſt den alten Kaſten nebenan, er kann doch nicht viel koſten.

Glaubt Ihr? So lange Jakob Herz den Kaſten ſein Eigen⸗ thum nennt, wird kein Anderer ihn erhalten. Wißt Ihr, der Wucherer kann ja auch nicht in jedem Hauſe wohnen, er muß feuerfeſte Gewölbe und geheime Verſtecke für ſeine Schätze haben.

Ach geht, ſo reich iſt der Mann nicht!

Wenn wir beide ſein Vermögen hätten, könnten wir von unſern Renten leben.

Bah Alles wird vergrößert!

Na, ich ſage Euch, Jakob Herz iſt reicher wie man glaubt, aber dieſer geizige Filz führt ein Leben, als ob er jeden Pfennig im Schweiße ſeines Angeſichts ſauer verdienen müſſe.

Und er wohnt ganz allein in dem Hauſe?

Ganz allein!

Aber er muß doch Jemanden haben, der für ihn kocht?

Das Eſſen wird ihm aus einer Garküche geſchickt, täglich für zwei Silbergroſchen Gemüſe und Fleiſch.

Wer reinigt denn die Stuben?

Er ſelbſt.

So hat er Niemanden zur Bedienung?

Nein. Vor einigen Monaten lag er an der Cholera krank, eine Frau aus der Nachbarſchaft, eine arme Wittwe, übernahm die Pflege, ſie hoffte, dabei einige Thaler zu verdienen. Na ja, wenn die ganze Nachbarſchaft nicht für ſie eingetreten wäre, hätte ſie gar nichts erhalten, denn kaum war der alte Schuft wieder geſund, als er ihr die Thüre zeigte und ſie beſchuldigte, ihn beſtohlen zu haben. Da ſind wir ihm denn in die Bude hineingerückt und er mußte mit dem Gelde herausrücken.

Hat er keinen Schreiber?

Gehabt. Den armen Teufel hatte er eines ſchönen Morgens vor die Thüre geſetzt, an dem Tage vorher war ein Heidenlärm in dem Hauſe, die Beiden müſſen einander herrliche Grobheiten in's Geſicht geworfen haben.