Jahrgang 
3
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Verblüfft blickte Heinrich dem Vater nach, faſt wollte es ihm bedünken, als ob ſchon jetzt der Boden unter ſeinen Füßen wanke.

Der alte Mann ging zu einem Advokaten, ihm wollte er die Ordnung dieſer Angelegenheit lieber anvertrauen, als ſeinem Sohne.

Der Mann des Geſetzes hörte ſeine Mittheilungen an, er prüfte die Schriftſtücke, fragte nach Dieſem und Jenem und dachte dann lange nach.

Hätten wir die gefälſchte Vollmacht und die Briefe des Betrügers an den Konſul in Händen, ſo könnten wir den Mann ſofort verhaften laſſen, ſagte er endlich.Auf dieſe beiden Schriftſtücke hin können wir höchſtens den Prozeß gegen ihn einleiten, er wird leugnen, vielleicht ſeinem Schreiber den Betrug in die Schuhe ſchieben, möglicherweiſe ſich durch einen falſchen Eid reinigen, dann ſind wir mit unſerer Klage abgewieſen, und Jakob Herz kann inzwiſchen mit Sack und Pack die Stadt verlaſſen haben.

Wenn die Sachen ſo ſtehen

Geduld, verloren iſt noch nichts, ſo lange wir nicht ſelbſt uns die Suppe verſalzen. Schreiben Sie ſofort an den Konſul und bitten Sie ihn, die betreffenden Papiere einzuſenden. Inzwiſchen halten wir den Wucherer im Auge.

Weiter können wir nichts thun? fragte der Schenkwirth enttäuſcht.

Nein.

Das würde abermals ein halbes Jahr dauern.

Und wenn's ein ganzes Jahr währt, wir müſſen warten, ſagte der Advokat in kühlem Geſchäftstone.

Bertram Schenk ging hinaus.

Ihm gefiel dieſer Rath nicht, er konnte auch nicht einſehen, daß derſelbe maßgebend ſein ſollte.

Nach ſeiner Anſicht reichten die beiden Schriftſtücke hin, den Wucherer zu überführen, der Konſul ſchrieb ja ſelbſt, Jakob Herz habe das Geld empfangen.

Wenn er verſuchte, den Schreiber auszuhorchen?

Mit Verſprechungen und Drohungen konnte er dieſen Mann vielleicht einſchüchtern, der Schreiber des Wucherers mußte ja mit ſeiner Stellung, die ihm vorausſichtlich nur das trockene Brod ein⸗ brachte, ſehr unzufrieden ſein.

Aber wo fand er ihn?

In der Nachrarſchaft des Wucherers wohnte ein Küpermeiſter, der dem Schenkwirth ſchon manches Faß geliefert hatte, der wußte vielleicht, wo der Schreiber Bernhard Schenk wohnte und wo man ihn antreffen konnte.

Ohne Verzug ging der alte Mann hin.

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