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Jugendmuth, die den Sieg nicht ſchauten und nicht die Thränen der Ihren. Aber das Rauſchen und Donnern des Jubels, das ſtille Weinen der Geliebten drang wohl in das ferne Grab, zog durch ihren tiefen Traum wie eine Vorahnung des kommenden ewigen Glückes. Der Dank des Volkes gehörte auch den Todten, gehörte ihnen Allen, die mitzogen in den heiligen Kampf.
Nicht Allen, nein, nicht Allen—— es war Einer, dem keine Thränen der Sehnſucht floſſen, den kein lieben⸗ des Weib, keine glückliche Braut an das freudetrunkene Herz drückte, als er wiederkehrte; es war Einer, dem das Läuten der Glocken, das Jauchzen des Volkes wie Hohngeſchrei, wie Todesgeſang an das Ohr ſchlug, den die Menſchen flohen wie einen Geächteten, den Jeder kannte und Niemand fragte, der todt war, ob er gleich lebte.
Das Kriegsgericht, vor das Graf Bühl nach ſeiner feigen Flucht geſtellt wurde, verdammte ihn zum Tode, aber des Fürſten Gnade verwandelte dieſe Strafe in ein elendes Leben der Schande und Gefangenſchaft auf ſeinem Gute, das er eine halbe Meile im Unkreiſe nie berlaſſen durfte. Infam raſſirt, wurde er aus der Armee und der Menſchheit geſtoßen, und kein Ehrenmann begegnete ihm auf dem öden Pfade, auf dem er ſein Leben dahin⸗ ſchleppte. Grabesſtille wohnte in dem prächtigen Hauſe, tiefes Schweigen in den ſchattigen Gängen des Parkes; Tage lang kam kein Wort über ſeine Lippen. Die Be⸗ dienten hatten bald den Gang dieſes einförmigen Lebens auswendig gelernt, es gab kein Fragen und Antworten in dieſem Hauſe. Allein nahm er ſein Mahl in dem großen Speiſeſaale, allein ſaß er an dem Kaminfeuer ſeines düſtern Salons, allein ging er zur Ruhe. Wie ſehnte er ſich nach dem Klange einer befreundeten Stimme, wie nach dem Anblick eines bekannten Geſichts, nach dem Händedruck eines geachteten Menſchen. Und doch ftoh er vor den ſchlichten Dorfbewohnern ſelbſt, die ein Ungefähr durch ſeinen Park führte, doch vermied ſein Auge ſelbſt den Blick der Dienerſchaft, die ſeine Schande kannte.


