Jahrgang 
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„Wo ſoll denn hier eine Griechin herkommen, es wird wohl ein Judenmädchen ſein,“ unterbrach ihn Plombe. „Können Sie nicht ſehen, ob ſie gute Zähne hat?“ und dabei lehnte er ſich über Herrn Polinsky's Schulter, den Gegenſtand ihres Geſpräches genauer in's Auge faſſend, bis jene vom Fenſter verſchwand.

Plombe überzählte ſeine Empfehlungskarten; Polinskh ging in der Stube auf und ab, und brach in Exclama⸗ tionen aus über die große Schönheit, welche er überzeugt war geſehen zu habenz er hatte dieſesmal allerdings nicht 3 ganz Unrecht, aber wenn es zufällig nicht die ſchöne Louiſe geweſen wäre, ſondern das erſte beſte andere Frauenzimmer dort am Fenſter, ſo hätte es doch leicht paſſiren können, daß Herr Polinskh nicht minder in Aufruhr gekommen wäre. Er nannte dieſes ſeine feurige Natur und war überzeugt, von Jedem verſtanden zu werden, konnte aber in der Beziehung an Niemand gerathen, dem er unberſtändlicher blieb, als Herrn Plombe. Der enthu⸗ ſiaſtiſche Portraitmaler ging in der Stube umher und ſetzte ſeine breitgeſperrten Finger in die Seite auf den glänzenden Fleck am Rocke, während er mit der an⸗ 2

deren Hand Figuren in die Luft zeichnete oder, beſſer ge⸗ ſagt, hieb und dabei einzelne hohe Tenortöne ſang, die zwiſchendurch mit Huſten und Räuſpern unterbrochen wurden.

„Glauben Sie wohl, daß eigentlich der Geſang meine Hauptforce iſt?“ unterbrach er den Zahnarzt, welcher an⸗ gefangen hatte, auf ſeinen Empfehlungskarten noch ört⸗ liche Notizen hinzuzufügen, das Haus und die Stunde betreffend, wo man ihn fände und dergleichen, dabei eigentlich keine Störung bertragen konnte.

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