Jahrgang 
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blaſen. Kobold! was haben Dir die argloſen Menſchen gethan, daß Du die Funken aufwühleſt und ſie durch die Küche jagſt. Allerlei tückiſche Streiche führt der Böſe⸗ wicht aus. An dem Teiche unter dem Berge ſteht eine Pappel, die ſich den ganzen Sommer lang vom Morgen bis zum Abend im Waſſer beſah; auch geſtern noch ſah ſie hinein, blätterleer und dürr, und zählte die Furchen, die wie trocknes Aſtwerk ihr langes Geſicht durchziehen — da kommt der Unhold, bläst ihr in dieſer Nacht ihre einzige Freude, den Spiegel blind und ehe ſie ſich's ver⸗ ſieht, iſt morgen eine dicke Eisrinde auf dem Teiche. Es kam ſo ſchnell, daß man meinen ſollte, ihr Spiegelbild müßte mit eingefroren ſein: und warum denn nicht? träumte doch einſt ein Kind von lange entbehrten Blu⸗ men und fand am andern Morgen die ausgehauchten Wünſche in Bildern ſeiner Sehnſucht an den gefrorenen Fenſterſcheiben, wo ſie der Nachtwind erſtarren machte. Doch ſo etwas thut er erſt gegen Morgen, gewiſſermaßen als Erholung von dem Lärm, den er jetzt macht in der Finſterniß. Er raſſelt an den Bodenklappen und pfeift ein gräßliches Lied auf einem zerbrochenen Dachfenſter mit demſelben Eifer, wie er den Wetterhahn auf dem Wirthshausgiebel gefaßt hat und hin und her hetzt, daß die Krähen auf dem Dachfirſte unruhig werden und dicht⸗ ter an den Schornſtein rücken. Im Wirthshauſe ſelbſt ſchläft Alles ſteif und feſt, die kennen den lärmenden, pol⸗ ternden Geſellen da draußen ſchon, der immer mit beſon⸗ derer Vorliebe an dem Dache der Rathskellerwirthſchaft gehaust hatz auch die Fremden ſind in die Federn ge⸗ krochen und hören nichts; nur einer, dem ſein unbeque⸗ mes Lager nicht behagen will, ächzt zwiſchen Wachen und