54 * gleich abreiſen und nach Uslar gehen; da iſt was zu machen!“ Und zu dem Andern gewendet, fuhr er fort:„Sind Sie vielleicht auch Maler?“
Er hatte das Wort noch nicht aus dem Munde, ſo ſteckte ihm der Gefragte auch ſchon eine Empfehlungs⸗ karte in die Hand.„„Der Zahnarzt Plombe empfiehlt allen denen ſeine Dienſte freundlich, welche ſeiner bedür⸗ fen u. ſ. w.““ Soo etwa ſtand darauf.—„Hier iſt meine Karte. Sie ſind Tanzlehrer, wie ich gehört habe; denken 3 Sie hier zu bleiben?“
„Allerdings, ich werde hier meinen Curſus der höhe⸗ ren Tanzkunſt eröffnen, Anſtandslehre u. ſ. w. Holla, Wirthſchaft, noch einen Cognac! Aber, lieber Freund,“ und dabei klopfte er den Herrn Plombe bertraulich auf die Schulter,„drei wird zu viel an einem Ortez ich würde Ihnen rathen, auch nach Uslar zu gehen, das iſt ein bor⸗ treffliches Städtchenz oder was meinen Sie zu Göttingen und da ſo hnüberg
Der Zahnarzt merkte die Abſicht ſeines verſchmitzten Nachbars, das Feld für ſich behaupten, ſowie die etwaigen Luxusgelder der Derrheimer nicht verſplittert ſehen zu wol⸗ len, und gewann nur um ſo mehr Zutrauen zu der Aus⸗ giebigkeit der kleinen Stadt.
Herr Polinskh ſah mit Geſchäftsblicken in der Stube unter den Gäſten umher, ob nicht irgendwo ſchon heute 3 Abend ein Haken anzuſchlagen wäre. Es iſt gar zu prächtig, wenn gleich Jemand ſo halb durch Zufall in die Falle geht, und dann die vielen Umſtände umgan⸗ gen werden können, die damit berbunden ſind, die erſte Perſon zum Portraitiren heran zu kriegen. Am Ofen


