Jahrgang 
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Geſichter, wenn er ſich beobachtet wußte, und gab ſich Mühe, die Leute im Profil zu ſehen, wenn er mit ihnen ſprach. Der Andere, ſchlank und groß, band ſich ſtets mit vieler Sorgfalt ſein Halstuch, trug eine dicke Buſennadel und hatte die liebenswürdige Angewohnheit, Jedem beim Sprechen ſo nahe zu rücken, daß man nothgedrungen die Luft einathmen mußte, welche ſchon einmal ſeine Lungen erfriſcht hatte, und es möchte wohl ſchwer zu entſcheiden ſein, ob dieſer Umſtand mehr dazu beitrug, daß man in ſeiner Nähe eine Anwandlung von Ohnmacht bekam, oder ob man es dem Geruche von wer weiß welcher ſtarkriechen⸗ den Tinctur zu danken hatte, die er beſtändig in der Taſche mit ſich führte.

Dies iſt ein ſchlechtes Neſt hier für die Kunſt, meine Herren, weit und breit nicht ſo ſchlecht, berſicherte der Tanzmeiſter;wenn ich nicht gerade auf der Durchreiſe von Berlin nach Köln begriffen wäre, ſo würde es mir nicht einfallen, hier einen Curſus zu eröffnen. Denken Sie auch hier zu bleiben?

Weiß noch nicht, denke, vielleicht, hoffe, ſagte der Dicke.

Sind Sie auch Künſtler? drängte Jener weiter.

Ich, ja wohl, ich bin der Maler Polinskh.

Ah, Sie ſind mir bekanntz aber, o wie können Sie

einen Augenblick hier bleiben! Wenn ich Maler wäre, ich ginge ſofort nach Uslar, da iſt was zu machenz ſeit

fünfzehn Jahren kein Maler dort geweſen, eine herrliche Gegend und viel Geld zu verdienen! Ich habe da an die hundert Schüler gehabt, und immer ſagten alle; ach, wenn Sie doch auch Maler wären! Denken Sie ſich! Ja, mein berehrter Herr Polinsky, ich würde