Jahrgang 
3
Einzelbild herunterladen

24

ſelbſt nur in indirecte Verbindung zu bringen. Dagegen zeigte ſich als zuverläſſige Veranlaſſung zu demſelben eine Erſcheinung, die um ſo räthſelhafter war, je weniger ſie in der Begebenheit der verhängnißvollen Nacht auch nur die entfernteſte Erklärung finden konnte. Der vollſtändig entkleidete Leichnam ließ nämlich am Halſe zwei dicke, rothblau unterlaufene Striemen wahrnehmen, Gaumen und Gurgel waren zuſammengedrückt, die Zunge geſtreckt kurz, die Frzte ekklärten, daß hier die vollſtändigſten und gleichzeitig untrüglichſten Shmptome einer Erwür⸗ gung vorhanden wären. Dies veranlaßte zunächſt die nachträgliche genaue Unterſuchung des Ortes, wo der Leichnam gelegen, ſo wie deſſen nächſter Umgebungen. Nirgends war jedoch etwas zu entdecken, was zur Ent⸗ hüllung dieſes Räthſels hätte führen können, vielmehr trug zur Verſchleierung deſſelben noch der eben ſo ſelt⸗ ſame und unerklärliche Umſtand bei, daß man den Kör⸗ per des Unglücklichen in weiter Ferne(beinahe eine halbe Stunde) von der rothen Schlucht gefunden hatte. Von Geld oder Geldeswerth ließ ſich übrigens weder in den Taſchen noch ſonſt an dem Körper etwas borfinden.

ſolchen Umſtänden fand der alte phlegmatiſche Gerichtsbor⸗

ſtand es denn doch einigermaßen bedenklich, die Sache, wie er anfangs beabſichtigt, über das Knie zu brechen, oder wie er ſonſt wohl gethan, den»ſchen Behörden in die Schuhe zu ſchieben. Mindeſtens ließ ſich die Ver⸗ nehmung der Perſonen, die zuletzt um Aaron geweſen, nicht gut umgehen. Deshalb wurden die vier uns bekannten Schleichhändler für den andern Morgen an Gerichtsſtelle

beſchieden und dort auch wirklich verhört. Ihre Ausſagen ſtimmten ziemlich überein. Alle gaben an, daß Aaron in

1