Jahrgang 
3
Einzelbild herunterladen

22

Was gilt's! rief Röder,der Aaron ſitzt imKamm beim Moſes und hat irgend einen Quackſalber oder Vieh⸗ doctor über den lahmgeſchoſſenen Knochen.

Sie beſchleunigten ihre Schritte, fanden aber in der Schenke nur Moſes, der ihnen jammernd berichtete, daß auch er, trotz aller Nachforſchung, eine Spur von ſeinem Herrn bisher nicht entdeckt habe. Die Blutſpuren hatte der Kammwirth ſchon früh wahrgenommen, meinte aber, daß ſie von Moſes ſelbſt herrührten, der leicht am Fuße verwundet war. Letzterer ließ ſich übrigens nicht aus⸗ reden, daß Aaron in die Hände der Grenzjäger gefallen und beklagte deshalb vornehmlich auch das viele Geld und die Pretioſen, die derſelbe mit ſich geführt habe.

Poſſen! rief Sepp.Aaron's Geld liegt beim Meiſter von Heller zu Pfennig.

Beim Meiſter? Au waih! ſagte ſchmerzlich lächelnd der Jude.Bin ich doch drüben geweſen beim Schanz. Hat nichts, als die vier und dreißig Rändler und eppes a Kleinigkeit von Silber und Münze. Und Herr Aaron hat bei ſich mehr als zweitauſend Thaler in bollwichtige Lügedors und Papieren.

Dabei brach er auf's Neue in Jammer und Weh⸗ klagen aus, daß Sepp wie Röder Bier und Schnapps gern ſtehen ließen und froh waren, als ſie das Freie er⸗ reicht hatten. Hier trennten ſich Beide.

Ich gehe heim, ſagte Sepp ärgerlich.Die Sache iſt faul. Ich mein', daß der Meiſter klüger geweſen iſt, als wir. Er hat das Schäflein im Trocknen.

Hm!'s kann auch wieder feucht werden, berſetzte Röder, drückte dem Freunde bedeutſam die Hand, ſah ihm dann lange nach, bis jener im Thalgrunde verſchwand.