tung nach den Büſchen und Hecken einſchlug, die das Dorf an der weſtlichen Rückſeite begrenzen. So gelangte er nach wenigen Minuten an ein einzeln ſtehendes kleines Haus, deſſen Thür und Läden feſt verſchloſſen waren, deſſen vernachläſſigte Kußerlichkeit überhaupt zu der Ver⸗ muthung berechtigte, daß daſſelbe, zur Zeit wenigſtens, un⸗ bewohnt ſei. Dem war indeſſen nicht alſo. Als der Wanderer mit dem Knopfe ſeines ſpaniſchen Rohres nur leiſe an den vorderen Laden geklopft hatte, da ward's im Innern gar bald lebendig; Lichtſchimmer ſtahlen ſich durch die Spalten der Thür und man bernahm einen leiſen Schritt nach der letzteren, die ſich gleich darauf in ihren roſtigen Angeln bewegte. Ein ſchmuckes, Mädchen erſchien auf der Schwelle und rief, indem ſie keck mit der Laterne in ein Angeſicht leuchtete, in dem der iſraelitiſche Thpus auf den erſten Hinblick erſichtlich war:
„Ei ſchaun's doch da, Herr Aaron von Potsdam! Grüß Gott tauſendmal! Wo kommen's denn heut Abend ſo ſpät noch her?“
„Von B., mein Kind. Hm, ne Kleinigkeit! Bin ich doch gelaufen ſechs Meilen zu Fuß durch Dick und Dünn, durch Wald und Feld, Alles auf Wegen, die ſonſt kein ehrlicher Mann betritt, damit mich Niemand ſehen, kein Menſch wiſſen ſollte, daß der Aaron von Potsdam gereist iſt zur Grenze. Warum? Soll ich's der Jungfer erſt ſagen, warum? Weiß ſie doch ſelbſt beſſer als ich, daß die Herren beim Zoll Naſen haben— Gotts Wunder! ſo fein wie mein Nimrod, der Wurſtpelle riecht zwei Stun⸗ den weit. Aber wo iſt der Vater, Nanni?“
„Wird gleich hier ſein, Herr Aaron,“ entgegnete das Mädchen, während ſie den Gaſt nach der kleinen, ſpärlich
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