Jahrgang 
1
Einzelbild herunterladen

240

geärgert habe, daß der ſchöne Proceß verhunzt war. Ich hatte Alles ſo ſchön eingefädelt hättet Ihr ge⸗ ſchworen, ſo war jetzt Alles gut und Ihr konntet das Forſtamt auslachen. Dabei nahm er eine Priſe und machte die Miene eines beleidigten Weltweiſen. Sendig

erwiederte, er habe freilich erſt geglaubt, mit gutem Ge⸗

wiſſen ſchwören zu können, aber wie ihm ſein Beichtvater die Sache recht vorgeſtellt habe, ſei ihm doch anders zu Muthe geworden, und obſchon er nicht glauben könne, daß ſein Veter gelogen, ſo getraue er ſich doch nicht zu ſchwören. Der Herr Butter ſolle ihm nur nicht böſe ſein. Was die Tannen beträfe, ſo wolle er die gern berſchmerzen, wenn er nur nicht um ſeinen ehrlichen Namen käme.

Narrenspoſſen! erwiederte der Agentwer wird an ſolch' altväter'ſchen Grillen hängen! Ein Mann wie Ihr iſt allzeit ehrlich heutzutage ehrt der Beſitz, und den raubt Euch dieſe Bagatelle nicht. Die ganzen Proreßkoſten werden ſich auf 20 Thaler belaufen.

Aber die Strafe

Je nun, die Strafe die Strafe macht Euch nicht

ärmer und nicht reicher. Ich weiß zwar nicht, wie ſie ausfallen wird, aber denkt Euch, wenn der Factor vom hammer, bei dem es ſich um ein Object von 10,000 Thalern handelt, glaubt mit 10 Jahren Zuchthaus weg⸗ zukommen, was kann Euch wegen der 15 Tannen treffen, die in Allem nicht über 40 Thaler werth ſind. Rechnet Euch aus, wie viel mal 40 in 10,000 enthalten iſt, um ſo viel mal muß auch Eure Strafe geringer ſein, zumal da Ihr Euch an den Tannen in dem guten Glauben bergriffen, daß ſie Euer wären. Das Forſtamt hat freilich

£