„Hofft das Beſte, Gotthold! Geht getroſt heim und danket Gott, daß er Euch vor der ſchweren Schuld be⸗ wahrte. Grüßt mir Eure Frau!“ Dann wendete ſich der würdige Mann zu dem Advocaten und forderte ihn auf, mit ihm auf das Amt zu kommen, um die Erklärung zu Protoroll zu geben, daß ſein Client nicht ſchwöre. Der Advocat folgte mit verdrießlichem Geſichte und wandelte der Heimath zu.
Wenn ſonſt ein Menſch von ſchwerem Falle, dem er nahe geweſen, ſich gerettet ſieht, ſo iſt ſeine Stimmung wohl anfangs eine ernſte, dann aber gewiß eine freudige und muthige. So war es bei dem Waldgutbauer nicht. Als er nach Hauſe kam und ſeine Frau hörte, daß er nicht geſchworen, nicht ſchwören werde, da fiel ſie ihm um den Hals und weinte helle Freudenthränen. Das war der letzte freudige Moment ſeines Lebens. Vom darauf folgenden Morgen an wurde er in ſich gekehrt und trübſinnig, zumal ſeit er erfuhr, daß die Criminal⸗
unterſuchung wider ihn ihren Fortgang genommen hätte.
Das Forſtamt glaubte eine Niederſchlagung des Proceſſes durchaus nicht gutheißen zu können, da die Forſtbergehen in dieſer Zeit gerade überhand genommen hatten. Ver⸗ gebens bot der Angeklagte doppelten Erſatz des Schadens,
obgleich bon einem ſolchen kaum die Rede ſein konnte, da
das Holz fällbar und noch nichts davon verbraucht war. Es durfte des Beiſpieles halber keine Nachſicht geübt werden. So wenigſtens dachte das Forſtamt, und die mechaniſche Rechtstreterei nahm ihren Fortgang. Sendig berging faſt darüberz er aß und ſchlief wenigz oft er⸗ wachte ſeine Frau von einem angſtbollen Stöhnen, das er im Traume ausſtieß. Sie gab ſich alle Mühe, ihn


