Jahrgang 
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ja nicht beim Pflanzen der Bäume geweſen ſei. Einen * Augenblick regte ſich ſein eigenes Gewiſſen und ſtellte ihm das Gewagte ſeines Eides vor, aber der Gedanke, dann

für einen Dieb zu gelten, überwand dieſe Regung, und

er ging am feſtgeſetzten Tage in das Amt, den Schwur

zu thun.

Schon war er mit ſeinem Sachwalter in den Amts⸗ hof eingetreten, als ihm plötzlich der Pfarrer ſeines Kirch⸗ ſpiels, ein Greis im Silberhaar entgegentrat, ihm mit

mildem, aber wehmüthigen Geſichtsausdrucke die Hand

reichte und ihn bat, mit ihm auf die Seite zu kommen.

Ich hörte geſtern Abend ſpät, was Ihr heute hier vor⸗

hättet, lieber Sohn, ſagte der Greisund da

fiel es mir auf's Herz, daß Ihr vielleicht aus Irrthum ſchwer ſündigen könntet. Mit Kummer hat mich ſchon

Euer eigenmächtiges Beginnen mit den Tannen erfüllt,

unendlichen Jammer aber würde es mir bereiten, wenn Ihr

dazu noch die Sünde des Meineids auf Euch laden könntet! Herr Paſtor! was glauben Sie von mir! Ich weiß, Ihr ſeid ein grundehrlicher Mann, aber der Verſucher hat Euch im Garne. Ihr glaubt feſt,

Euer Großvater habe die Tannen gepflanzt, aber Ihr

wißt nicht, Ihr waret nicht dabei. Nehmt Euer ewiges

Heil in Acht, Gotthold! ich fürchte dieſer Eid bringt Euch

darum. Ich habe mir die Formel zeigen laſſen, Ihr ſollt

beſchwören, daß Ihr mit aller Beſtimmtheit wiſſet, daß

Euer Großvater die Tannen gepflanzt hat, und das könnt

5 hr nicht. Ich mein' es gut mit Euch die Sorge um

Euch hat mich dieſe Nacht nicht ſchlafen laſſen, ſie führte

mich hierher, Euch zu warnen als Euer Beichtbater und

beſter Freund.