233
unſer ſind, wenigſtens glaub' ich es, aber dennoch fürcht' ich ein Unglück.“
„Du biſt närriſch!“ ſchalt er und ging zur Thür hinaus, in das Wirthshaus, wo bald nach ihm auch Butter erſchien.„Jetzt ſteht nur feſt!“ ſprach ihm dieſer zu—„ich werde Euch einen Rechtsbeiſtand beſorgen, der Euch vor Amt dienen ſoll, als wär' ich's ſelbſt. Schade, daß ich nicht öffentlich practiciren darf, ſonſt wollt' ich Euch ſchon vertreten. Geht nur getroſt in's Amtz ſie werden grimmige Geſichter machen und Euch barſch an⸗ laſſen, wie es ſo die Art der Amtsherren iſtz aber ſteift Euch nur auf Euer Recht!“ Dieſen und noch manchen guten Einſchlag wußte der kluge Mann zu geben.
Sendig war ohne Furcht und ging am andern Mor⸗
gen wohlgemuth in's Amt. Allein wie niedergeſchlagen
kehrte er heim! Das Forſtamt hatte ſich natürlich nicht, wie der falſche Advorat gemeint, auf eine Eivilklage ein⸗ gelaſſen; ſondern auf Eriminalunterſuchung angetragen. Der verhörende Richter hatte keine glimpfliche Sprache mit dem Angeklagten geredet und ihn ſogar zur Haft bringen wollen. Nur ſeinem Beſitzſtande hatte er es zu danken, daß er mit dieſem Schickſale noch verſchont ge⸗ blieben. Zwar glaubte er nicht einen Augenblick an die
Möglichkeit, daß die eingeleitete Criminalunterſuchung
irgend einen Erfolg haben könnez aber daß er ſich ſo unerwartet in eine ſolche verflochten, ſich als Holzdieb be⸗ ſchuldigt fand, war ihm entſetzlich. Sein Weib, das in Angſt um ihn faſt vergangen war, empfing ihn mit herz⸗ licher Freude, daß ſie ihn nur wohlbehalten wiederſah. Aber als er mit ihr allein war, fiel er ihr ſchluchzend „ryden Hals.„Was iſt, was haſt, Herzenshold?“—


