Jahrgang 
1
Einzelbild herunterladen

8

Feldweg ein, und man mußte dem Ziele nahe ſein, oder die Schönheit und Lieblichkeit der jungen Dame mochte die fleißigen Landbewohner, die hier emſig auf den Feldern

arbeiteten, zu einem Gruße auffordern; denn ſie zogen

ehrerbietig die Mützen vor der Herrſchaft und blickten dem Wagen wohl ein Weilchen nach, ehe ſie auf's Neue die Sichel ergriffen.Da ſind wir zu Haus, rief Paula und deutete mit der Hand auf das bei einer plötzlichen Biegung ſichtbar werdende Schloß,wir und auch Sie ſind zu Haus, fügte ſie herzlich hinzu und reichte dem Freunde die Hand. Der drückte ſie zärtlich, faſt mit Leiden⸗ ſchaft, und erhob ſich dann, um rückwärts zu ſchauen und den Wohnſitz des Grafen Schlettendorf in Augenſchein zu nehmen. Es war ein alterthümliches Gebäude mit Thür⸗ men und vorſpringenden Ecken, hart hingebaut an die hier ſchroff niederfallende Bergwand, daß es anzuſchauen war, wie ein Schwalbenneſt, ſo keck und frei hing es in die Luft hinaus.. Und doch hatte es ſchon Jahrhunderten getrotzt, das bewies die Bauart und der Epheu, der die alten zerbröckelnden Umfaſſungsmauern üppig überwucherte und der auch an einzelnen Thürmchen ſich mühte, die Spuren der Zeit mit ſeinem jungen Grün zu bedecken. Der Wagen fuhr langſam den gewundenen Weg hinaufz man ließ es ſacht angehen, die Pferde durften ſich nicht übernehmen, denn der Graf hatte eine beſondere Vorliebe dafür, und der Kutſcher bezeigte ihnen weit größere Rück⸗ ſichten als dem Stallbuben, den er drei, vier Mal des Tages oft hinabſchickte und dem er jedesmal die Weiſung mit auf den Weg gab:aher brauch deine Beine, du Schlingel, und lauf ein biſſel zu. Man fuhr an den

Wirthſchaftsgebäuden vorüber, und der Wagen rraſſelte