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ſich dieſes Genuſſes hätte berauben ſollen. Kielskh hatte für ſein Vaterland gekämpft und gelitten, und ſeine Schwärmerei für daſſelbe, frei von einer kränkelnden Sen⸗ timentalität, hatte jene tiefe, ernſte Trauer, die ſo leicht den Weg zu dem Herzen des Weibes findet und der Liebe den Weg bahnt. Bei Paula hatte ſich nur das Mitleid hineingeſchlichen für den einſamen, fremden Mann, und in den ſchwarzen Augen ſchimmerten oft Thränen, wenn er von der verlornen Heimath ſprach, von der Sehnſucht darnach und dem vergeblichen Kampfe. Dann, o dann hätte ſie ihm eine Heimath geben mögen, eine bleibende Stätte, ein liebendes Weib, obwohl ſie nie an ſich dabei dachte, und ſie bemühte ſich, ihn aufzuheitern, und ihre klare, fröhliche Stimme übte einen Zauber auf ihn, wie nichts ſonſt. Kein trotziges Wort von ihr hatte ihn je gekränkt, keine Laune ihn je beleidigt, und wenn ſein Kommen und Gehen ſie auch eben nicht in Aufregung berſetzte, ſo that ihr ſeine Nähe doch wohl. So viel der Pole hatte in Erfahrung bringen können, war Graf Schlettendorf einer der reichſten Gutsbeſitzer Badens, und dieſer Umſtand konnte ſein Intereſſe an des Grafen ſchönem, einzigen Kinde nur erhöhen. Schlettendorf hatte ihn ein⸗ geladen, nach vollendeter Cur ihn auf ſein, unweit Heidel⸗ berg gelegenes Gut zu begleiten. Für Kielskh hätte Nichts erwünſchter kommen können, und die kleine Geſellſchaft befand ſich heute auf dem Wege dahin. In Heidelberg erwartete den Grafen ſein Wagen, und von dem Lärm und Gedränge der Eiſenbahn befreit, konnte man ſich dem vollen Genuſſe der herrlichen Gegtd hingeben, der Kielskh ſeine
unverhehlte Bewunderung zollte Der Wagen bog von
der großen Landſtraßg ab und ſchlug nach rechts einen


