Jahrgang 
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Namen, und es war ſein ernſtes Streben, dieſes Namens und ſeiner langen Reihe von Ahnen, ſo viel in ſeinen Kräften ſtand, ſich würdig zu erweiſen und ſeinen Unter⸗ gebenen nicht allein Rath und Hülfe, ſondern auch als Menſch und Familienvater ein gutes Vorbild zu ſein. In dieſen Grundſätzen erzog er auch Paula, ſein einziges Kind aus einer früheren Ehe, während ihm ſeine jetzige Gattin keine Kinder geſchenkt hatte.

Der andere Herr, der im Wagen ſaß, war ein Pole, ein Graf Kielskh, und ſeine Augen weilten mit beſonderem Intereſſe auf dem ſchönen Mädchen, das ihm gegenüber ſaß. Sein Alter anzugeben, wäre ſelbſt einem erfahrenen Beobachter ſchwer geworden, denn er hatte jene raſche

Lebendigkeit der Rede, jene Elaſticität der Bewegung, die uns ſehr häufig über die Jugendlichkeit einer Perſon täuſcht. Er war ſchlank und zierlich, eher klein, als groß, und hatte die Geſchmeidigkeit und Beweglichkeit, die den Polen eigen iſt. Eine ungemeine Gewandtheit zeichnete ihn aus, man erkannte ſofort den Weltmann, der an das glatte Parquet und die noch glättere Sprache des Salons gewöhnt iſt. Die Geſellſchaft kehrte bon Baden⸗Baden zurück, wo der Graf die Cur gebraucht und Paula ihm Geſellſchaft ge⸗ leiſtet hatte, indeß ſeine Gattin, die dem geräuſchvollen Leben, das ſich während einer glänzenden Saiſon dort zu entfalten pflegt, abhold war, zu Hauſe blieb. Der Graf hatte durch einen ſeiner Freunde aus Berlin, der ſich eben⸗ falls zur Cur dort befand, die Bekanntſchaft des Polen

gemacht, und ſie hatten gemeinſchaftlich Ausflüge und

Partien unternommen. Kielsky hatte von Anfang an der ſchönen Tochter des Grafen ſeine beſondere Aufmerkſamkeit zugewandt, der ſie ſich auch nicht entzog. Es that ihr ſo