Periodikum 
Penelope : Taschenbuch der Häuslichkeit und Eintracht gewidmet auf das Jahr ... / hrsg. von Theodor Hell
Einzelbild herunterladen

27

aͤber ein eingefrornes Gewaͤſſer retten, doch das Eis brach unter ihren Fuͤßen, und nur wenige ent⸗ rannen dem Verderben, das Gluth und Fluth, wie zum Heil der Deutſchen verbuͤndet, ihnen be⸗ reitet hatten..

Troſtlos und ſchaͤumend vor Wuth, ſah Conta⸗ rini die Folgen ſeines Anſchlags; denn der Name d' Alméry erſchallte unter den Wehklagen, mit welchen die Franzoſen ihren Verluſt betrauerten⸗ Er war der eigentliche Moͤrder von Agneſens Bru⸗ der, haͤtte er die Vorſehung walten laſſen, nicht Verrath geſponnen, ſeine Pflicht gethan, ſo war doch wenigſtens er nicht der Urheber des entſetz⸗ lichen Wehs!.

Vaubrun war muthlos fuͤr den Augenblick mit dem Reſt ſeiner Truppen nach Molsheim gegangen; ſchon glaubten die Dachſteiner ſeiner entledigt zu ſeyn, und ſie ſchoͤpften Muth und Hoffnung. Unbegreiflich zoͤgerte das kaiſerliche Heer, das ihnen zu Huͤlfe kommen ſollte, doch nach ziemlich ſichern Nachrich⸗ ten ruͤckte es gleichwohl vor, es mußte baldigſt ein⸗ treffen.Moͤgen ſie kommen, oder nicht rief der gluͤhende Haugwit,moͤge der Feind fern blei⸗ ben, oder uns von Neuem uͤberziehn, uns beſiegen, ich halte es mit dem Widerſtande, und will auch im graͤßlichſten Mißgeſchick mit Franz des Erſten ſchoͤnem Ausruf mich troͤſten: Tout est perdu, hormis l' honneur!.

Das Heldenfeuer des edlen Haugwitz entflammte alle Gemuͤther, ſelbſt Contarini in ſeiner dumpfen Verzweiflung nahm ſich vor, den Tod: ſuchen, da ihm das Leben nichts mehr zu bieten hatte.