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Liebe! Dieſe Vorſtellung uͤberwog, und Contarint ſchrieb an d' Alméry.
„Euer Leben, Chevalier, iſt einem Engel theuer. Schonet es, denn auch mein Leben iſt nun mit dem Eurigen innig verknuͤpft. Dient Eurem Lande, in⸗ dem Ihr meine Warnung beherzigt, wiſſet, daß die Weſtſeite der Eitadelle an der aͤußern Kante nicht ſo zahlreich beſetzt, noch ſo gut befeſtigt iſt, wie die, ſchon durch die zweifache Umſtroͤmung ge⸗ ſchuͤtzte Nordſeite. Dort laßt die Karthaunen auf⸗ pflanzen, etwa einen halben Piſtolenſchuß von der Mauer, doch in tiefer Nacht, waͤhrend anderes Geſchuͤtz noͤrdlich ſpielen und die Beſatzung be⸗ ſchaͤftigen muß. Der Erfolg wird Euch beweiſen, wie treu ergeben ich derjenigen bin, die Euch der Himmel zur Schweſter und zum Schutengel gab!“
Dieſe Zeilen ſchnellte, wohl verſiegelt an d' Al⸗ méry addreſſirt, Contarini in das feindliche La⸗ ger, ſie wurden dem Chevalier getreulich uͤberbracht. Er ſtaunte unſaͤglich, denn nur eine dunkle Nach⸗ richt bekundete ihm die Verwandſchaft mit der herrlichen Agnes. Er war ihr Bruder aus einer ge⸗ heim gehaltenen Ehe ihres Vaters, der nach dem Tode ſeiner fuͤrſtlichen Gemahlin Agnes Mutter zur Frau genommen hatte; d' Alméry ſelbſt trug den Namen des Pflegevaters, dem er ſeit zartſter Kindheit uͤbergeben worden, und er hatte uͤber nichts, was ihn betraf, befriedigende Auskunft, Agnes aber durch ihres Vaters hinterlaſſene Papiere volle Gewißheit uͤber ihre Verwandſchaft erlangt.
D' Alméry gab Vaubrun die erhaltene Nach⸗ richt,— dieſer, der die Richtigkeit und Trefflichkeit


