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Göttlichkeit ſteht in meinen Augen hoͤher als die Pflich⸗ ten, die irrdiſche Verhaͤltniſſe auflegen.“—„Ihr wuͤrdet alſo“— forſchte Haugwitz—„Ja!“ ſpru⸗ delte Contarini heraus,„ich wuͤrde, wenn Agnes ge⸗ boͤte, fuͤr ſie handeln, fuͤr ſie wagen und ſterben!“— Unwillküͤhrlich aufgeregt durch eine Anwandlung eifer⸗ ſuͤchtiger Sorge ſagte Haugwitz nicht ohne Hohn:„Die Pruͤfung wird Euch erſpart werden“— er bereute dieſe Worte, ſobald er ſie geſprochen. Contarini wollte Rechenſchaft fordern, doch ploͤtzlich rief ihn der Adjutant zum Recognosciren ab. Contarini eilte fort, er fuͤhlte wohl, daß jetzt nicht der Moment ſey, dieſe Sache auszumachen. Sinnend ſtreift er auf den Waͤl⸗ len umher, als ploͤtzlich ein Pfeil, an welchen ein verſiegeltes Billet befeſtigt war, zu ſeinen Fuͤßen niederfiel. Ohne Aufſchrift war das Billet, und ohne allen Zweifel an ihn gerichtet, mit Herzklopfen brach er es auf, und las:
„Wer ſonſt, als ich kann Euch ſchreiben? Weſſen ſonſt als Euer kann ich gedenken in mei⸗ ner hoͤchſten Noth? O, barmherziger Gott! ich habe erfahren, daß mein eigener Bruder, der Chevalier d' Alméry, in Vaubruns Regiment vor Dachſtein ſteht und noch nicht in den bisherigen Gefechten umgekommen iſt! Er weiß nicht, daß ich ſeine Schweſter bin, doch die zaͤrtlichſte Liebe verbindet uns ſeit unſrer Kindheit Tagen, und mein Leben haͤngt an dem ſeinen. Rettet ihn, wenn ich leben ſoll— Ihr ſeyd tapfer, klug, Ihr vermoͤgt alles! Was Ihr thun koͤnnt, weiß ich nicht; aber mein Herz ſagt mir, daß Ihr Alles thun werdet! Ich ſchreibe Euch mit einer Zuverſicht der Gewaͤhrung,


