Periodikum 
Penelope : Taschenbuch der Häuslichkeit und Eintracht gewidmet auf das Jahr ... / hrsg. von Theodor Hell
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den Segen, die Ringe wurden gewechſelt, alles war ſtill umher, nur ein faſt unmerkliches Schluchzen ver⸗ rieth die Gegenwart der tief bewegten Herzogin. Nach der Trauung ſchloß Haugwitz ſein junges Weib an die Bruſt, und gab ihr den erſten Kuß der Liebe, es war, als koͤnnte Herz von Herzen, Lippe von Lippe nicht ſcheiden; doch ploͤtzlich entriß ſich Haugwitz ſelbſt den Lilienarmen, die ihn umſtrickten, fuͤhrte Agnes zur Herzogin, und ſprach:Hier, hohe Mutter, iſt

Ihr Pflegekind, mein ſuͤßes Weib, bewahrt ſie mir

treu, betet fuͤr mich! Und wie ein Blitz war er verſchwunden.

Er iſt mein, rief, wie betend und dankend, Agnes. Die Herzogin weinte ſtill.Wohl dem Da⸗ ſeyn, fluͤſterte ſie,dem ein Stern ſchoͤner Liebe leuchtet, wenn auch nur kurze Zeit!

Durch Nacht und Sturm war Haugwitz auf ſeinem Roß ganz allein zuruͤckgekehrt nach Dachſtein, nicht lange nach ihm trafen ſeine Kriegsgefaͤhrten ein. Con⸗ tarini's Blick vermochte Haugwitz nicht zu ertragen, zumal da er den vormals ſo lebensfrendigen und bluͤ⸗ henden Juͤngling nun bleich und duͤſter ſah. Auch konnt er deutlich bemerken, daß Contarini ihm aus⸗ wich; waͤre er ſich keiner Schuld gegen ihn bewußt ge⸗ weſen, ſo wuͤrde er ſelbſt ſich ihm genaͤhert haben; ſo aber ſtand die unſichtbare Scheidewand, die ſein Wortbruch aufgethuͤrmt, zwiſchen ihm und demjeni⸗ gen, der weit edler, als er gegen ihn verfahren. Viel⸗ leicht auch haͤtte Agnes Contarini geliebt, wenn Haug⸗ witz nicht dazwiſchentrat, er war der Zerſtoͤrer ſeines