Periodikum 
Penelope : Taschenbuch der Häuslichkeit und Eintracht gewidmet auf das Jahr ... / hrsg. von Theodor Hell
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Die Stunde ſeines Gluͤckes ſchlug, mit klopfendem Herzen, feſt in ſeinen Mantel gehuͤllt, nahm er den Weg nach der Marien⸗Kapelle. Eine Ampel erhellte ſanft den einſamen Ort, und, ein Bild des Friedens und der Liebe, ſtand die Gnadenmutter am Altare. Hier zum erſten Male ſeit der wunderſamen Stunde, wo er, wie von unbekannter Macht hingeriſſen, Ag⸗ nes im Sturm gewonnen, zuckte der Gedanke an Contarini, an ſein Verſprechen, durch ſeine Bruſt,

ſtrafend und vernichtend; es war ihm, als muͤßt' er

aus der Kapelle ſtuͤrzen, und im Rheinſtrome das Ge⸗ daͤchtniß ſeines Wortbruchs ausloͤſchen durch ſeinen Tod. Da ſchlug die dritte Stunde. An Bernhardus Hand trat verſchleiert die Hohe, Suͤße, unendlich Geliebte herein, deren unverholene, unwiderſtehliche Liebe ihn in dies Labyrinth hinabgeriſſen. Er ſtuͤrzte zu ihren Fuͤßen nieder, und bedeckte mit Thraͤnen und Kuͤſſen ihre bebenden Haͤnde, er hoͤrte ſie durch den Schleier leiſe ſchluchzen.Was kannſt Du noch trauern und zagen, rief er ihr zu,da nichts gehin⸗ dert hat, daß wir unſern Bund fuͤr die Ewigkeit feiern?Mein Freund, mein wunderbar mir geſchenkter Verlobter, ſprach Agnes,vergebt, ich bin nicht allein hergekommen, meine zweite Mut⸗ ter hat mich ſelbſt an den Altar geleiten wollen, ſie wird ſogleich eintreten, unſres Bundes Zeugin zu ſeyn.Die Herzogin? unterbrach Haugwit ſtuͤr⸗ miſch.Ja, ſie ſelbſt, fluͤſterte Agnes,ſeht, da iſt ſie ſchon! 4

Hoch und milde, wie ein uͤberirrdiſches Weſen, von innerer Wehmuth die Blicke leuchtend, trat die Herzogin in die Kapelle. Sie wendete ſich raſch zu