Periodikum 
Penelope : Taschenbuch der Häuslichkeit und Eintracht gewidmet auf das Jahr ... / hrsg. von Theodor Hell
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Sobald Haugwitz mit Anſtand ſich vom Schloß entfernen konnte, eilte er in das abgelegene Gemach des Pater Bernhardus, den er, friedlich und hei⸗ ter, als einen ſchoͤnen Juͤngling noch, unter den Blumen fand, die er ſelbſt zog. Seine beſonnten Fenſter waren gruͤn und bluͤhend umrankt, und frei und froͤhlich huͤpften Voͤglein in den Zweigen der bluͤhenden Stauden, aus deren Schimmer das ſchwarze Kreuz mit dem weißen Marmorbilde des Erloͤſers ſo bedentſam als mild hervorſchaute.

Wohl mahnend und warnend umfing Haugwitz, der eben dem Taumel des Feſtes entwichen, der Frieden dieſer Zelle, doch nicht lange dauerte der heilſame Eindruck. Er eroͤffnete dem Geiſtlichen ſeine

Wuͤnſche, ſein Herz, er bot ihm uͤberſchwenglich reiche Gaben. Bernhardus verſchmaͤhte dieſe, und ſprach:So Ihr keine Pflicht verletzt, kein an⸗ deres Buͤndniß zerreißt, ſo Ihr frei und rein dem herrlichen Maͤdchen angehoͤren koͤnnt, und ſie ſelbſt Euch zu mir hergewieſen, ſo kann ich nur thun, wie ſie es wuͤnſcht, und Gaben wuͤrden mich kraͤnken!

Dieſe Bereitwilligkeit des milden Geiſtlichen uͤber⸗ raſchte Haugwitz. Die Naͤhe ſeines Gluͤckes berauſchte ihn mit neuer Hoffnungen Luſt. Er ließ ſich nun die zu dem Vorhaben gehoͤrige Weiſung geben, und beſchloß, ſeinen Diener zur Herzogin zu ſchicken, und ſich fuͤr den Tag mit dem Vorwand einer ſchnellen Ruͤckkehr nach Dachſtein entſchuldigen zu laſſen, um je⸗ den Verdacht zu entfernen, dann zog er ſich, heiß und bang die Nacht erſehnend, in ein Zimmer zuruͤck, das Bernhardus ihm anwies.