Periodikum 
Penelope : Taschenbuch der Häuslichkeit und Eintracht gewidmet auf das Jahr ... / hrsg. von Theodor Hell
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ſichert, das ſich gefunden. Himmliſcher Engel, ſey mein, und dann laß kommen, was kommen muß!

Agnes erblaſſte, ihre Augen erglaͤnzten in Thraͤ⸗ nen, ihr Herz klopfte, als wollt' es die Bruſt zer⸗ ſprengen, ſie wollte die Augen am Boden geheftet halten, aber ſie fuͤhlte das Feuer von dem Blicke, der den ihrigen ſuchte, ſie ſchlug die Augenlieder auf, und ihr ganzes Weſen ſchwamm hin im feuch⸗ ten Liebesblick.Agnes, fluͤſterte Haugwitz,ganz

nah iſt der Feind, vielleicht ſehen wir uns zum letzten Male. Morgen in der Fruͤhe bin ich noch hier, die kleine Marienkapelle am Wall, die dritte Morgenſtunde Kannſt Du das Schloß verlaſſen? Erſt vor Gott mein Weib, dann vor Menſchen! Nenne mir hier einen frommen Mann, der den Bund ſegnet, ich ſuche ihn auf, ich erringe ſeine Einwilligung. Die Minuten ſind uns zugezaͤhlt, neidiſch lauert der Fod auf unſer Gluͤck. O, wenn Du mein biſt, Agnes, dann kluͤgelſt Du nicht mehr! Dein Geſchick, ewiglich an das meine gebunden, giebſt Du dann der Liebe anheim, und in Dir wird es Frieden!

Statt aller Antwort fluͤſterte Agnes Haugwitz zu:Pater Bernhardus, der Hofkaplan und mit der gluͤhendſten Roͤthe uͤbergoſſen, wandte ſie ſich ab von dem, der zerdruͤckt von der unbewußten Laſt des Wortbruchs, deſſen er ſich nicht deutlich entſann, der aber wohl ſein Herz beſchwerte, nur von Seligkeit und Liebeswonne ſo gepreßt zu ſeyn waͤhnte Was er ſah und hoͤrte, ging wie ein ge⸗ haltloſer Traum an ihm voruͤber, er gedachte allein der dritten Morgenſtunde.