Periodikum 
Penelope : Taschenbuch der Häuslichkeit und Eintracht gewidmet auf das Jahr ... / hrsg. von Theodor Hell
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das Land wird an unheilbaren Wunden bluten. Wehe Frankreich, wenn Deutſchland ſiegt, denn ſein Ruhm iſt dahin! Wie ſoll ich denn diejenigen lieben, die Schmach uͤber mein Land bringen?

Eine edle Jungfrau gehoͤrt keinem irrdiſchen Lande, entgegnete Haugwitz,ſie gehoͤrt unmit⸗ telbar dem Himmel zu, der ſie der Erde nur ge⸗ liehen! Des Weibes mildere Beſtimmung iſt, ſich der Nothwendigkeit zu fuͤgen, wo der Mann waͤh⸗ len muß, und wer ſich fuͤgt, der irret nicht; uns aber iſt's nicht vergoͤnnt!

Was hilft mir jede Beſchwichtigung, ſeufzte Agnes,wenn ich fuͤhle, daß ich ſterben muß wenn nicht der Friede ohne Blut, ohne Schmach alles loͤſet und einigt.

Ernſt und faſt mißbilligend betrachtete Haug⸗ witz die immer bleicher gewordene Agnes. Er fluͤſter⸗ te kaum hoͤrbar:Und die fromme Ergebung in den Rathſchluß des Ewigen!O Gott! ent⸗ gegnete Agnes, und krampfhaft zuckten ihre Lippen, noch vor wenigen Monden konnte ich mich wohl fuͤgen, nun nicht mehr! Betroffen blickte Haugwitz in ihr Auge, es ſtrahlte einen Himmel von Liebe und Schmerzen auf ihn hin, er verſtand dieſen Blick, aber es war auch von nun an um ihn geſchehn. Eben rauſchten gewaltige Harmonieen vom Singchor her betaͤubend, hinreißend; nur des Naͤchſtſitzenden Wort blieb vernehmbar in dieſem Meer von Akkorden. Haugwitz neigte ſich naͤher zu ſeiner ſuͤßen Nachbarin, und ſprach: Agnes, laßt doch das Geſchick walten, laßt die Welt zu Truͤmmern gehn, aber Herz ſey dem Herzen ge⸗