Periodikum 
Penelope : Taschenbuch der Häuslichkeit und Eintracht gewidmet auf das Jahr ... / hrsg. von Theodor Hell
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Haugwitz nahm ſich vor, Agnes nicht mehr aufzu⸗ ſuchen, eh' der Feind bezwungen, und dies um ſo mehr, da das franzoͤſiſche Heer unter Turenne naͤher ruͤckte. Der Marquis von Vaubrun zog mit Macht herbei, nur ſchwach war die Gegend vertheidigt, da die Oeſtreichſchen Truppen nur langſam und gemaͤch⸗ lich vorwaͤrts marſchirten.

Am 14. Januar lud der Herzog wiederum Haug⸗

witz und deſſen Gefaͤhrten zum Feſte. Er wollte vor der voͤlligen Annaͤherung des Feindes noch einmal mit den Tapfern froͤhlich ſeyn. Nicht allein war der Einladung ſchwer auszuweichen, auch allzugern nahm Haugwitz ſie an. Schon gegen Mittag ritten die Dach⸗ ſteiner nach Strasburg. Ein koͤſtliches Banquet, wozu alles geladen worden, vas in der Umgebung als edel glaͤnzte, ſollte die truͤben Ahnungen verſcheuchen, und dem Feinde beweiſen, daß man ihn nicht fuͤrchte.

Haugwitz ward der Platz an der Tafel neben Ag⸗ nes angewieſen. Kaum wagte er zu ihr zu ſprechen; doch ſein Erroͤthen, ſeine ſichtliche innere Bewegung, und der ſanfte Ton ſeiner Stimme, der von innerer Seligkeit Kunde gab, ſagte mehr, als Liebesworte.

Agnes war ſehr ernſt. Ihr Weſen ſchien in der Tiefe des Gemuͤths erſchuͤttert zu ſeyn; ſie war bleich, ihr Blick war beraubt ſeines himmliſchen Feuers. Haugwitz konnte ſich nicht enthalten ſie zu fragen, was ihr geſchehn? Sie fluͤſterte ihm zu: Fur mich ſteht bald Alles auf dem Spiele. Frank⸗ reichs Ruhm, Deutſchlands Wohl, beides iſt feſt mit meinem Herzen verzweigt. Weh' Deutſchland, wenn Frankreich ſiegt, ſeine Vertheidiger werden den fruchtloſen Widerſtand entgelten muͤſſen, und