Periodikum 
Penelope : Taschenbuch der Häuslichkeit und Eintracht gewidmet auf das Jahr ... / hrsg. von Theodor Hell
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9.

bezeigte ihr dankbare Verehrung, und zarte Worte floſſen, gefaͤllig wie das Rieſeln des Waldſtroms, von dem ernſten Munde. Ugnes ſtand, mit innerm Erbeben vor ſeinem Blick, an der Herzogin Seite. Ihr ſeyd mir ein theurer Gaſt, ſprach dieſe voll Anmuth,und ich wuͤnſche, daß es Euch wohl bei mir behage, ſo wohl, daß Ihr Euren Dachſtein nicht mehr auf dem Herzen fuͤhlt!Wie waͤre das moͤglich, Euer Gnaden, entgegnete Haugwitz, da Ruhm und Ehre, Leben und Lebensheil an dieſer Stelle haften, da ich dort unvergaͤngliche Kraͤn⸗ ze erringen, oder zu Grunde gehen muß ſetzte er dumpf, mit innerm, unverkennbarem Schauder hinzu. Welche Ahnung! rief unwillkuͤhrlich die Herzogin, da ſie ploͤtzlich ihn erbleichen ſah; zugleich auch wurde Agnes todtenblaß. Haugwitz entging dieß nicht, und wie von einem Himmelsſtrahl durchzuckt, rief er plöoͤtzlich:Ja, edle Frau und Fuͤrſtin, Ihr habt Recht! Zur ſuͤßen Stunde ſoll man Alles ver⸗ geſſen, oder wuͤnſchen, es ſey die letzte des Lebens, denn, was frommt's, daß man noch lebt, wenn ſcha⸗ le hinterher kommen? Der Krieg iſt das erſte Haſard⸗ ſpiel, und noch kein Monarch hat es verboten! Und augenblicklich wandre ſich Haugwitz zu Ag⸗ nes, und bat ſie um ihre Hand zum Tanze. Erroͤ⸗ thend ſagte ſie zu. Nicht entgehn konnt' es ihr, daß ein freudigeres Gemurmel als je durch die Menge flog, da ſie an des Herrlichen Seite die Rei⸗ hen durchſchwebte. Wunderlieblicher, entzuͤckender leuchtete ſie neben ihm hervor: ſo bluͤht die Roſe an den Fels angeſchmiegt! Wie h chſchlank Agnes war, mußte ſie noch hoch zu ihm hinaufſchauen,