Periodikum 
Penelope : Taschenbuch der Häuslichkeit und Eintracht gewidmet auf das Jahr ... / hrsg. von Theodor Hell
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ihre Aeußerungen ihn ergriffen, doch fuͤhlte er ſich gluͤcklich, da er in ihrer Naͤhe war.

Die Nacht verging wie ein Traum, der naͤchſte Sonntag war zu einem neuen Ball angeſetzt. Agnes mußte bey der Abendtafel der Herzogin von dem neuen Commandanten von Dachſtein geſagt haben, denn ſie rief beim Abſchied Contarini zu:Ihr Herrn, kommt Sonntag wieder, und bringt Haug⸗ witz unſern Gruß und Einladung zum Tanze! Wir lieben die Schleſier, ſie ſind feſt und treu, ernſt und ſittig, hochherzig wie die Felſen ihres Bodens, und kraͤftig wie ihre Quellen! Und wie ſollte ein Haug⸗ nis ſeinen Landsleuten nicht an Trefflichkeit glei⸗

en?

Woͤrtlich verhieß Contarini den ehrenvollen Gruß auszurichten, er ſchied, trunken von Hoffnungen, die Agnes Blick in ihm entzuͤndet. Die luſtberauſchten Juͤnglinge ritten ſo ſcharf zu, daß ſie die beſchnei⸗ ten Thuͤrme der Citadelle noch in roſigem Morgen⸗ ſchimmer ſahen, als ſie eintrafen; ſie eilten ſogleich zu ihrem Commandanten.

Ernſt und truͤbe kam Haugwitz der froͤhlichen Schaar entgegen.Eine ſchwere Aufgabe rief er ihnen zu,dies Neſt zu vertheidigen! Von allen Seiten iſt es zugaͤnglich; der Entſchloſſenheit und Uebermacht kann hier alles gelingen! Weh' jedem feſten Platz, der in einer Ebene liegt, und nicht von einer Seite wenigſtens durch ſeine naͤchſten Umge⸗ bungen eine maͤchtige Schutzwehr erhaͤlt! 3

Laßt doch, Commandant, jubelte Contarini, unfre Herzen ſollen die Hoͤhe ſeyn, auf deren unuͤberſteiglichen Waͤllen die Veſte throne! Ihr muͤßt