Periodikum 
Penelope : Taschenbuch der Häuslichkeit und Eintracht gewidmet auf das Jahr ... / hrsg. von Theodor Hell
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Contarini,aber dieſer Krieg iſt ungerecht be⸗ gonnen von Frankreichs Seite.Mag es doch ſeyn! unterbrach lebraft Agnes,ſind doch die Franzoſen außer Schuld! Sollen ſie bluten, untergehn, weil ihr Koͤnig ſie in einer ungerechten Fehde ausſendet? O, nein! Moͤge ihr Heldenmuth, ihre Ausdauer, ihr Sieg die Flecken des Unter⸗ nehmens austilgen, denn zuletzt hat doch der das Recht, wer das Gluͤck hat!

Hoch gluͤhte Agnes bei dieſen Worten.Sel⸗ tenes Maͤdchen, rief Contarini.Doch, Ihr ſelbſt ſcheint mir heut' nicht froh, ſiel Agnes ein. ch bin ſeltſam verſtimmt, ſagte der Juͤngling, weil unſer neuer Commandant mit ſeiner ern⸗ ſten Feierlichkeit heut' wie ein Geſpenſt in meine freudege Erwartung hineingeblickt hat. So gluͤcklich, wie wir, konnt' er heut ſeyn, und er hat es aus⸗ geſchlagen! Indem wir dem Lebensbecher den ſuͤße⸗ ſten Tropfen Luſt aus allen Hefen des Kriegslebens abgewinnen, und hier vergeſſen, was uns quaͤlt, windet er ſich mit Fackeln durch die Schluchten unſrer ſumpfigten Dachsgrube, und macht Berech⸗ nungen und Anſchlaͤge, die alle ſo gut wie nichts ſind, denn alles Gruͤbeln in menſchlichen Angelegen⸗ heiten iſt vergebene Muͤhe, jedes Ereigniß, das da kommen ſoll, tritt in uͤberraſchender Geſtaltung in unſre Naͤhe, wie wir es uns nicht gedacht, und der Augenblick iſt die beſte Eingebung.

Das iſt ja recht franzoͤſiſch, Graf! laͤchelte Agnes. Sie bot ihm nun anmuthvoll die Hand, und ſchwebte mit ihm durch die glaͤnzenden Reihen. Con⸗ karini blieb ernſt und bewegt, denn tief hatten