Jahrgang 
2
Seite
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Weniger befriedigten uns die Catacomben, denn wir ließen auch dieſe natüͤrlich nicht unbeſehen. Die größte davon iſt ſtollenartig getrieben, wir begaben uns alſo mit Fackeln hinein. Der Boden war mit Granit⸗ und Lehmſchutt, mit Lappen von Leichen⸗ tüchern, und mit unzähligen Skeletttheilen, wie Arm⸗ und Beinknochen, Kinnbacken, Rippen, Hän⸗ den, u. ſ. w. bedeckt. Ein widriger Verweſungs⸗ geruch, der den Boden, wie die Wände durchdrun⸗ gen hat, trieb uns indeßen bald aus dieſer Grabes⸗ hoͤhle heraus. Dafuͤr ſtiegen wir zu dem Tempel Medinet Habu hinab, der tief im Sande vergraben liegt.

Im Innern befindet ſich ein großer Hof, mit Kreuzgängen darum her; ungeheure Pfeiler und Säulen, mit Hieroglyphen bedeckt. Auf den Mau⸗ ern, Kriegsſcenen einer beſondern Art. Verſtüm⸗ melte Gefangene, langer Zug von Prieſtern, und Kriegern, Haufen von abgehauenen Haͤnden und Füßen, ſcheußlich unter einander gemiſcht. In ei⸗ nem zweiten Hofe, die umgeſtuͤrzten Saulen, und der geborſtene Altar einer koptiſchen Kirche; der Paganismus neben dem Chriſtenthum.

Lange verweilten wir auch bei jenen, funßzig Fuß hohen Rieſenfiguren, die ſo oft beſchrieben wor⸗