Jahrgang 
2
Seite
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oder ein Tempel geweſen ſeyn⸗ woruͤber indeßen ge⸗ ſtritten wird. Vortrefflich erhalten ſind die beiden hohen Obelisken von Granit, die vor dem Haupt⸗ portale ſtehn. Die heiligen Figuren, und die Hie⸗ roglyphen, die darauf eingegraben ſind, haben noch die ganze Schaͤrfe der erſten Vollendung; ſelbſt die Farbe des Steines iſt noch nicht verbleicht.

Wir traten in das Innere des Gebäudes, und gingen durch mehrere Hoͤfe, mit Säulengängen um⸗ ringt. Dieſe liegen indeßen alle in Ruinen, einen einzigen ausgenommen, der ſich in der Mitte befin⸗ det, und ziemlich gut erhalten iſt. In dem einen Hofe ſahen wir eine kleine Moſchee, in dem ande⸗ ren eine Menge armſeliger Lehmhuͤtten, von Fel⸗ lahs bewohnt. In einem dritten endlich weideten Eſel und Ziegen, in dem uͤppigen, hochaufgeſchoße⸗ nen Graſe, womit der Boden bedeckt iſt. Hoch auf den erhaltenen Kapitälern niſteten eine Menge Stör⸗ che, und zwiſchen den Ruinen, ſchluͤpften tauſende von Eidechſen hin und her.

Fetzt ſchlugen wir den Weg nach Karnac ein. Hier und da einzelne Dattelpalmen, aber ſonſt nichts als Flugſand. So kamen wir zu der bekannten Allee der Sphinxe, an deren Ende ſich ein hohes, herrliches, wahrhaft majeſtatiſches Portal erhebt.