Kranken vermittelſt Bambusbahren, ſelbſt auf den Schultern herbei. Alle dieſe Leidenden werden dann ſo gelegt, daß ihnen das Waſſer bis an die Lippen reicht. Die Verwandten ſitzen dann im Halbkreiſe um ſie herum, und beobachten die Anzeichen der Beſſerung oder des Todes, mit ängſtlicher Auf⸗ merkſamkeit.
Weiterhin bemerkten wir auch eine Menge Scheiterhaufen, theils hart am Strome, theils in einiger Entfernung davon. Es wurden vornehme Todte darauf verbrannt; in dichten Wirbeln ſtieg der Rauch in den blauen Himmel empor. Dazu tönten die Nagaries(große Trommeln), und Tute⸗ ries(Poſaunen), mit den Geſängen der weißgeklei⸗ deten und Blumenbekränzten Braminen vermiſcht.— Die ärmeren Hindus finden ihr Grab in dem Gan⸗ ges ſelbſt. Da aber der Strom die Leichname am funften bis ſiebenten Tage, wieder auswirft, ſahen wir beide Ufer mit langen, halbvermoderten Reihen derſelben bedeckt.
Calcutta iſt, von der Muͤndung des Ganges hundert engliſche Meilen oder vierzig Stunden ent⸗ fernt. Um dieſelbe zu erreichen, werden gewöhnlich zwei Tage gebraucht. Die Schiffahrt auf dem Hugly iſt indeſſen, wegen der vielen Triebſandbänke,


