Jahrgang 
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reiche Hoſen und Pantoffeln tragen, legen dieſelben ab, doch vergeſſen ſie nie den ehrbaren Huftenſchurz. Die ärmeren unter den Frauen, ziehen haͤufig ihre ganze Kleidung aus und waſchen dieſelbe, waͤhrend ſie im Bade ſind. Doch behalten ſie immer ihren baumwollenen Guͤrtel um; auch löſen ſie ihre langen Haarflechten auf. So wird von dieſen beinahe der ganze Koͤrper bedeckt.

Außer den Badenden, ſahen wir weiterhin, auch eine Menge anderer Hindus, gleichfalls beiderlei Geſchlechts. Sie lagen hart am Ufer, theils unter Zelten, die halb im Waſſer ſtanden, theils unter freiem Himmel, zu mehreren Tauſenden hingeſtreckt. Das Waſſer des Ganges wird nemlich für heilig geachtet, und fuͤr alle Kranke, als für eine Arznei ſo wie bei allen Sterbenden, als eine Art Viaticum angeſehn. Fuͤr die entfernteren Gegenden von Oſt⸗ indien wird es daher in Krugen abgeholt, wozu ein eigener Mönchsorden vorhanden iſt. Allein aus den näheren, nur zwanzig Stunden entfernten Diſtrick⸗ ten, werden die Kranken ſelbſt an den Strom gebracht.

Dies geſchieht, bei den Reichern, in Booten oder in Palankins; bei den Aermeren in bedeckten Karren oder Hackerys. Ja manche tragen ihre