Maſtenwalde, zeigte ſich noch einmal in ihrer ganzen Herrlichkeit. Der Morgen war entzuckend ſchön, wie es dieſe Tagszeit in ganz Oſtindien iſt. Waͤhrend wir nun ſo leicht und ſicher den Strom hinabſegelten, belebten ſich die Ufer mit tauſenden von Hindus beiderlei Geſchlechts. Sie kommen nemlich jeden Morgen zum Baden und Beten hierher. Die Reichern bringen dabei ſechs bis ſieben kleine Götterfiguren mit, die aus Cocosnußſchalen geſchnitzt ſind. Die Aermeren bilden ſich ahnliche aus dem Schlamme, den der Ganges abſetzt. Aber jene, wie dieſe, beten die ihrigen mit gleicher Ehrfurcht an.
Wohl, es iſt die Abgötterei des Heidenthums, die tief unter dem Monotheismus(Lehre voneinem Gott.) ſteht. Zählt doch die indiſche Mythologie nicht weniger als 30,000 Götter auf! Allein, wenn man alle dieſe Gebilde der Phantaſie philoſophiſch betrachtet, was findet man?— Im Grunde doch nichts Anderes, als eben ſo vielfaͤltige Verſi nnli⸗ chungen einer großen, heiligen und unſterblichen Idee. Dieſe iſt— die Gottheit in ihrer erhabenen Einheit ſelbſt.
Beide Geſchlechter gehen zuſammen in den Strom, und zwar angekleidet, wie ſie es ſind. Nur die unter den Männern, die Turbane, weite falten⸗


