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lich kehrte er ſich um, ging nach dem Ofen, hob die Boden liegende Juckermaske bangenden Mädchen:
noch am auf und ſagte ruhig zu dem
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„Komm, Marie— wir wollen einmal unſere Bienen⸗
ſtöcke im Garten betrachten!“ Schluß folgt.)
Ein Wörder im Jähzorn.
Aus den Erlebniſſen eines Offiziers. (Schluß.)
Als ich in F... s Zimmer eingelaſſen wurde, war ſein Leben in ſchnellem Abnehmen. Er lag noch dort, wohin man ihn urſprünglich gelegt hatte. Die von den Aerzten befürchtete innere Verblutung war eingetreten und führte raſch den Tod herbei. Er hatte noch ſo viel Erinnerungsvermögen, daß er mich erkannte, und Kraft genug, meine Hand zu drücken und zu ſagen:„Leben Sie wohl!“ Wenige Minuten darauf war einer der beſten Menſchen, die je lebten, eine Leiche. Es war eine traurige Nacht für dieſes Haus und Alle, die den Beſitzer und ſein Schickſal näher kannten.
F. 8 Gattin, von heftigen Krämpfen befallen, wurde auf ihr Zimmer gebracht, das ſie einige Monate hindurch nicht verlaſſen konnte, und da abgezehrt und mit zerrütteter Geſund⸗ heit, Erbarmen erregend mit ihren zwei Waiſen, denn das dritte Kind kam wenige Stunden nach dem Tode ihres Gatten todt zur Welt.
Eine einzige Nacht hatte ſo viel Unglück über die ſo glücklich ſich fühlende Familie gebracht, die dem Mörder nicht die geringſte Veranlaſſung gegeben, ſolches Unheil über ſie zu bringen. Am meiſten fühlte den Schickſalsſchlag natürlich Doctor H. die Wirkung davon zeigte ſich aber auch in der Sorgfalt, mit der er F.... 8 Witwe pflegte und hegte, für die er mehr als ein Bruder wurde.
Der Gerechtigkeit, der Freundſchaft, des Mitgefühls und des Verlangens nach Rache wegen ward von uns aus keine Mühe geſcheut, den Mörder aufzufinden. Es war nicht nöthig, Steckbriefe auszuſchreiben, da das tragiſche Ereigniß von einem Ende der Inſel zum andern in Jedermanns Mund war, nur eine Bekanntmachung, die einen großen Preis auf die Ent⸗ deckung und Gefangennahme Tucker's anbot und die vollſtändige Beſchreibung des Mörders enthielt, erſchien zur Kenntniß für jene, welche Tucker nicht perſönlich kannten, in der„Bermuda Gazette“ Allein weder dieſe Bekanntmachung noch die Streifung war von Erfolg. Durch ſechs Tage waren jeden Morgen Gerüchte von Tucker's Gefangnahme verbreitet. Die große Veranda vor der Kaſerne war der Platz ſteter Be⸗
rathungen, wo, ſobald die Gerüchte ſich als falſch erwieſen,
Anſchläge erſonnen wurden, die Ergreifung des Mörders end⸗ lich zu bewerkſtelligen. Da kam nach ſo langer Zeit eine Nachricht, die hiezu Anhaltspunkte gab.
Ein Mulatte, Namens Forbes, der in einer einſamen Hütte an jenem Theile des„Hauptlandes“ wohnte, der zum Theile„King's Harbour“, das Gewäſſer, das wir am Abend unſerer Ankunft durchfuhren, ſo reich an Naturſchönheit macht, beſtätigte, daß er, ſpät bei Nacht nach Hauſe zurückkehrend, eine Geſtalt durch das Dickicht in der Nähe der„Admiralshöhle“ ſchleichen ſah, die er feſt für Joel Tucker hielt. Er kannte ihn nur zu gut, da er auf ſeinem Schiffe gedient hatte und viel unter der Grauſamkeit litt, mit der Tucker ſeine Leute zu behandeln gewohnt war.
Unter den Naturwundern Bermuda's ſind die merkwür⸗ digſten die zahlreichen Höhlen, welche die Inſeln an vielen Stellen unterminiren. Viele derſelben ſind ſehr ausgedehnt, und alle von ausnehmenderm Intereſſe; die Menge, Größe und die wunderbaren Formen der Stalaktite in ihnen übertreffen Alles, was man in dieſer Art kennt. Die vorerwähnte Höhle nun iſt die ſchönſte von allen und bietet, da ſie ſich in viele noch undurchforſchte Höhlen verzweigt, den geeignetſten Ort, ſich zu verbergen. Es ſchien daher auch ſehr wahrſcheinlich, daß Tucker in der Admiralshöhle ſein Verſteck hatte, obgleich die Art, wie er ſo viele Tage ſich erhalten konnte, ſich nicht
leicht erklären ließ. Man wird wohl fragen: wie kam es, daß man an dieſen günſtigen Verſteckplatz nicht gleich dachte? Das kam daher, weil die Truppen, welche nach dem Mörder ausgeſandt waren, als ſie an der Grenze der St.⸗George⸗ inſel, die von dem„Hauptlande“ durch eine tiefe und ſtark ſtrömende Meerenge getrennt iſt, von dem Ueberfuhraufſeher die Verſicherung erhielten, daß denſelben Abend Niemand über⸗ ſchiffte, und daſelbſt ſeitdem ein Wachtpoſten aufgeſtellt wurde, Jeden, der paſſiren wollte, anzuhalten und über die Perſön⸗ lichkeit ſich Gewißheit zu verſchaffen. Trotzdem mußte es, wenn man auf Forbes Verſicherung etwas geben wollte, dem Mör⸗ der gelungen ſein, der Aufmerkſamkeit des Poſtens zu ent⸗ gehen und ſich einigermaßen in Sicherheit zu bringen.
Es wurde nun beſchloſſen, die große Höhle zu unter⸗ ſuchen. Etwa zwanzig der Entſchloſſenſten unſerer Mannſchaft wurden hierzu beſtimmt, die ſich, begleitet von einem Conſtabler, mit dem Verhaftsbefehle und unter der Führung Forbes, der das Innere der Höhle beſſer als irgend Einer kannte, da er ſich aus ihr das friſche Waſſer für ſeinen Haushalt holte, ſo⸗ gleich aufmachten. Mehrere Offiziere, ich natürlich unter ihnen, ſchloſſen ſich an. Ein Regierungsboot war uns zur Verfügung geſtellt worden, in welchem wir nach Walſingham, dem Wohn⸗ orte Forbes, fuhren. Da man nicht beſtimmt wußte, ob nur Ein Zugang zur Höhle ſei, wurde der größere Theil der Leute in einiger Entfernung in einem Kreiſe vertheilt poſtirt und ihnen aufgetragen, auf das Zeichen des Signalhorns ſich gegen das Centrum zu ſammeln. Die Uebrigen ſchritten an die Durchforſchung der Höhle.
Ein ſchmaler, gewundener, kaum merklicher Fußpfad führte durch enges Dickicht von Salbeibüſchen und niedrigen Zwerg⸗ cedern, als einzig bekannter Zugang, zur Höhle, in der wir den Mörder zu finden hofften. Die Höhle ſelbſt zu erreichen, war nicht leicht, da der Eingang faſt ganz verdeckt war von Kaffee⸗ und Granatapfelſträuchern, von Schmarotzerpflanzen verſchiedener Art, worunter die Paſſionsblume und die virgi⸗ niſche Zaunrebe am üppigſten wucherten. Orangen und Citronenbäume ſtanden mit Früchten beladen ebenfalls hie und da zerſtreut, und gaben dem Orte das Ausſehen eines reichen, doch vernachläſſigten Gartens, allein ſeine Schönheit, an der wir uns ſonſt geweidet haben würden, hatte in dieſem Augen⸗ blicke für uns keinen Reiz. Indem Forbes die hängenden Blätter einer breiten Banane zur Seite drängte, zeigte er auf den nun ſichtbaren Eingang der Höhle und begann, zwiſchen Felsſtücken ſeinen Weg ſuchend, abwärts zu ſteigen, und leiſe ermahnend, ihm knapp zu folgen. Dies war nicht ſo leicht, da der Pfad infolge des ſteten Durchſickerns von Regenwaſſer, das von den Tropfſteinen, die an der durchhöhlten Decke her⸗ abhingen, niederträufelte, ſehr ſchlüpfrig und unſicher war. Der rauhe, abſchüſſige Pfad war wol auf einige YPards vom Außenlichte etwas beleuchtet und wir erreichten ohne Unfall einen ebenen Raum. Jetzt aber mußte mit größerer Vorſicht vorwärts gegangen werden, da ein ſchwarzer Abgrund, der unermeßlich ſchien, uns entgegen gähnte. Um zur Vorſicht zu mahnen, löſte unſer Führer einen ſchweren Stein, der nach einigen Sprüngen mit einem widerhallenden Getöſe in ein nahes tiefes Waſſer fiel. Es wurden nun Fackeln angezündet, und wir ſchritten bei dem Scheine deſſelben etwas ſicherer fort. Ich wollte gern bei den unterirdiſchen Wundern ver⸗ weilen, die uns jeder Schritt erſchauen ließ, ſie waren weniger verborgen als der, um deſſen willen wir uns an dieſem Orte befanden. Faſt eine halbe Stunde waren wir ſtets abwärts gegangen, als wir an den Rand eines Waſſers gelangten,


