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zureden, da wird ſie bös, ſchilt mich herzlos und ſo weiter. Was iſt nun zu thun?*
„Gutes Kind! dacht ich, und mein Auge hing mit Rührung an dem bleichen kranken Engel, der mir von ſeinem Bett aus, als ich ging, lächelnd die Hand reichte.
„Unſere Tage ikk L... waren gezählt. Mit Emma beſ⸗
ſerte ſich's gottlob! wieder; ihre Munterkeit kehrte zurück; ſie
entzückte das Publikum noch ein paar Mal durch ihr Spiel; dann nahmen wir Abſchied.— Es war ein heller, friſcher Decembermorgen, als wir unſere Fahrt nach N., das etwa 7 Meilen weit unſer nächſtes Ziel war, antraten. An eine Eiſenbahnverbindung zwiſchen den beiden Städten, an eine directe wenigſtens, iſt wol noch heute nicht zu denken. Un⸗
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ſere Effecten waren daher ſammt einer Anzahl Directions⸗ Kiſten und Käſten, Decorationen u. ſ. w. Tages vorher auf zwei gewaltig breiten und hohen Laſtwagen in dem bekannten langſamen Fuhrmannstrott abgegangen. Wir ſelbſt fanden uns heut Morgens in aller Frühe vor dem(Schwarzen Bärenv ein, auf deſſen geräumigem Hofe ſchon ein paar langer, ſchwerfälliger, vielſitziger Planwagen bereit ſtanden, unſere an die zwanzig Köpfe ſtarke Geſellſchaft in ſich aufzunehmen. Solche Reiſen haben, ſolange man jung iſt, immer etwas Anziehendes. Welch ein lärmendes, buntes, luſtiges Durch⸗ einander, welch ein Chaos der Leiber, und welche Harmonie der Seelen tritt da gleichzeitig zu Tage! (Schluß folgt.)
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Eine Skizze aus dem Leben in Weſtindien.
An einem ſchönen Auguſtmorgen ſtand ich bei Tages⸗ anbruch auf und hatte eben meine Toilette beendet, als eine alte Negerin den Kopf zur Thür hereinſteckte.
„Maſſa ſeien ankleidet? Ich bringen der Kaffee.— Wie Maſſa ſich befinden?“
„Komm nur herein, Judith!“ rief ich ihr zu.„Ich bin vollkommen wohl. Aber was geht mit dir vor? Du ſiehſt unpäßlich aus.“
„Ja, ich unwohl ſein, Gott ſei's gedankt“, war die ſelt⸗ ſame Antwort.
Nachdem ſie den Kaffee auf einen Tiſch geſetzt, verließ Judith nicht das Zimmer, wie es ſonſt ihre Gewohnheit war, und da ich hieraus folgerte, daß ſie etwas auf dem Herzen habe, ſo fragte ich ohne Umſchweife:
„Nun, Judith, was haſt du mir zu ſagen?“
„Will Maſſa mal anſehen der Barometer?“
„Das Barometer anſehen?— Weshalb?“
„Ich denk', wir werden haben heut einer Orkan.“
„Einen Orkan!“ rief ich überraſcht.„Wie, ich habe noch nie einen herrlichern Morgen geſehen!“
„Das ſein wahr, Maſſa; aber wir doch werden haben einer Orkan. Maſſa nicht muß gehen heut nach Paradies.“
„Nicht nach der Paradies⸗Villa gehen? Warum nicht, Judith?“
„Paradies ſein hübſcher Ort bei ſchöner Wetter, aber er ſein der Gebirge viel zu nah, zu ſein ſicher bei einer Orkan.“
Mit dieſen Worten, die eine wohlgemeinte Warnung ausdrückten, ging die Alte hinaus, und nachdem ich meinen Kaffee getrunken, trat ich auf den Balkon, um den Stand des Barometers zu prüfen. Es wies auf 30 Grad und, wie ich bereits erwähnt, war der Morgen außerordentlich ſchön; da ich nun überdies wußte, daß eine junge Dame in der Paradies Villa meinen Beſuch erwartete, ſo lachte ich über die Befürchtungen der alten Judith und beſchloß, mich durch ihre Prophezeiungen meinem einmal gefaßten Vorhaben nicht abbringen zu laſſen.
In dieſem Augenblicke trat mein Freund und Wirth aus ſeinem Zimmer auf den Balkon heraus.
„Wie ſteht das Wetterglas, Thomas? Judith ſagt, daß es heute Sturm geben wird, und in ſolchen Dingen behält ſie ſtets Recht.“
„Unſinn!“ entgegnete ich,„das Barometer iſt feſt wie
ein Felſen, und was Judith's Gefühle und Vorahnungen be⸗ trifft, ſo ſollte kein verſtändiger Menſch auf derartige Dinge achten.“
„Darin kann ich dir nicht beipflichten“, antwortete mein Freund.„Ich habe, ſeitdem ich mich hier niedergelaſſen, vier furchtbare Orkane erlebt, und Judith hatte jeden einzelnen derſelben vorher angekündigt. Sie iſt darin zuverläſſiger als irgendein Wetterglas; wenn du demnach meinen Rath be⸗ folgen willſt, ſo wirſt du deinen Beſuch bei der Familie Gordon verſchieben.“ 6
„Bah!“ rief ich,„ich habe zugeſagt und werde unter allen Umſtänden Wort halten. Dich will ich nicht überreden, mich zu begleiten, wenn du dich vor einem Sturme fürchteſt; aber mache auch du keinen Verſuch mich einzuſchüchtern.“
„Ach, mein lieber Freund, wenn du erſt ein Pröbchen von einem weſtindiſchen Orkan gehabt haben wirſt, ſo wirſt du nach einem zweiten Erlebniß dieſer Art wahrlich kein Ver⸗ langen tragen. Außerdem gibt's auf der ganzen Inſel keinen ſchlimmern Punkt, als gerade die von Gordon bewohnte Paradies⸗Villa. Der Wind ſetzt ſich dort zwiſchen den beiden Bergen feſt, und wüthet mit beiſpielloſer Heftigkeit durch das Thal.“
Der tiefe Ernſt meines Freundes blieb nicht ohne Ein⸗ druck auf mich, und ſchon begann mein Entſchluß zu wanken. Doch hatte ich für die ſchöne Maria Gordon, die Tochter des Beſitzers der Paradies Villa, eine heimliche Zuneigung gefaßt, und nur der wirkliche Ausbruch des mir prophezeiten Orkans hätte mich von meinem Vorhaben abzubringen vermocht. Ueberdies befand ich mich bei kräftiger Geſundheit und in heiterer Stimmung, und da ich mich bereits in allen Welt⸗ theilen umhergeſchlagen hatte, ſo war ich außer Stande, mit den Gefühlen einer alten Negerin oder des durch das heiße Klima reizbar und empfindlich gewordenen Pflanzers, bei welchem ich mich aufhielt, zu ſympathiſiren. Ich beſtieg demnach mein Pferd, nahm einen Negerjungen als Führer mit und trat meine Reiſe an.
Ich trabte munter einher, denn die Morgenluft der tropiſchen Himmelsſtriche hat etwas eigenthümlich Erfriſchendes, das dem menſchlichen Körper eine beſondere Elaſticität verleiht. Außerdem war die Landſchaft, durch welche ich reiſte, wahr⸗ haft bezaubernd, und mit leichtem Herzen eilte ich vorwärts, in ungeduldiger Sehnſucht nach dem Augenblicke, der mir den Anblick der ſchönen Creolin verſchaffen ſollte, von welcher mein Herz umſtrickt worden war.
Ich hatte etwa den dritten Theil der Entfernung zurück⸗ gelegt, als ich einen Punkt erreichte, von welchem ſich zwei Wege nach verſchiedenen Richtungen abzweigten. Ich war ungewiß, welchen dieſer Wege ich einſchlagen ſollte, denn meinen kleinen Führer hatte ich gänzlich vergeſſen, und ich war ſo ſchnell geritten, daß er weit zurückgeblieben war. Schon war ich im Begriff, dem Weg zur Linken auf gut Glück den Vorzug zu geben, als eine hinter mir ertönende Stimme mir zurief:
„Das ſein die unrechte Weg, Maſſa, die andere ſein die rechte.“
Ueberraſcht wendete ich mich um und ſah meinen ſchwarzen Führer, der ſich an den Schweif des Pferdes klammerte. Das an derartige„blinde Paſſagiere“ wahrſcheinlich gewöhnte Thier nahm keine Notiz davon, obgleich der junge Bengel einen ſpitzen Stab in der Hand hielt, mit welchem er die Bewegungen des Pferdes von Zeit zu Zeit beſchleunigte.
Nachdem der Weg ſich auf einer weiten Strecke durch
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