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wach, welchem denn auch der klingende Nachhall nicht fehlte.
Patriotiſche Männer fügten ihr Schärflein hinzu, und bald
waren die Gelder zur Deckung der erſten Koſten aufgebracht.
Ein kleines, aber für den beabſichtigten Zweck ausreichendes
Fahrzeug von 80 Tons wurde erworben, daſſelbé für die
FrRlär unß Expedition ausgerüſtet und ihm der Name„Germania“ bei⸗
g Mn den beiden umeraniselen gelegt. Mit demſelben haben zu Anfang dieſes Sommers editionen unter Kanen. Huyen dreizehn kühne Männer die Entdeckungsreiſe von Bergen in 6eviele Norwegen aus unter der norddeutſchen Bundesflagge ange⸗
Uerforsclues Gebit der treten. Der Führer der Erpedition iſt der Steuermann Karl
arktischen Contrel Region. Koldeweh aus Bencken im Hannöverſchen, ihm zur Seite ſteht der Steuermann Hildebrand aus Magdeburg, beides intelli⸗ gente, noch junge, aber thatendurſtige Seeleute, deren Wiſſens⸗ drang und Erfahrung zu den beſten Erwartungen berechtigt. Die Mannſchaft beſteht außer dem auf Wallfiſchfahrern groß gezogenen und daher in Eisregionen bekannten Schiffszim⸗ mermann Wendel aus Neufähr bei Vegeſack, aus ſieben beſon⸗ ders ausgeſuchten Bremern und zwei norwegiſchen Seeleuten.
Der Zweck der Expedition iſt den darauf verwendeten Mitteln in durchaus entſprechender Weiſe angepaßt. Ihre Aufgabe beſchränkt ſich auf die Erforſchung und Entdeckung der arktiſchen Central⸗Region im Oſten der grönländi⸗ ſchen Küſte über 75“ nördlicher Breite hinaus. Die der „Germania“ ertheilte Inſtruction weiſt die Führer an, die Oſtküſte Grönlands in 74 ½* nördlicher Breite auf dem directen und ſchnellſten Wege zu erreichen, dabei die bereits im Jahre 1823 durch den General Sabine entdeckte und feſtgelegte Inſel, welche nach ihm ihren Namen erhalten, anzuſegeln, das von dem Entdecker damals errichtete Ob⸗ ſervatorium aufzuſuchen und die Lage deſſelben genauer zu beſtimmen. Sabine als Operationsbaſis benützend, ſoll von hier aus die Erreichung einer möglichſt hohen Breite angeſtrebt werden.
Obwol die Dauer der Expedition nur für die Sommer⸗ zeit berechnet worden, iſt doch Sorge getragen, daß ſelbſt eine unvorhergeſehene Verlängerung derſelben die Beſatzung nicht in Noth bringt. Am Bord der„Germania“ befindet ſich ausreichend Proviant für zwölf Monate, auch hat das Intereſſe des Kriegs⸗ und Marine⸗Miniſters, Herrn von Roon, derſelben 12 Zündnadelgewehre und eine große An⸗ zahl Patronen bewilligt, ſo daß die Mannſchaft in der Lage iſt, durch Erlegung von Wildpret die vorhandenen Vorräthe zu ſchonen, reſp. zu ergänzen. Die innere Ein⸗ richtung des Fahrzeugs bietet den beſtmöglichſten Schutz ge⸗ gen hohe Temparatur und eiſige Winde, und durch die Be⸗ ſchaffung zweckentſprechender Kleidungsſtücke iſt für das Wohlbefinden der einzelnen Leute in ausreichender Weiſe geſorgt. Da die bisherigen Beobachtungen und Erfahrungen es in hohem Grade wahrſcheinlich erſcheinen laſſen, daß ein Theil des die Küſten Englands und Norwegens beſpü⸗ lenden Golfſtromes ſich nach der von der Expedition ein⸗ geſchlagenen Richtung abzweigt, ſo ſteht zu vermuthen, daß gerade im Herbſt, nachdem die Sommerwärme und die Polarſtrömungen die Gewäſſer jener Regionen von großen Eismaſſen befreit haben, dort die verhältnißmäßig am mei⸗ ſten eisfreie Zeit eintritt. Es iſt alſo für den Fall, daß die Expedition in nördlichen Breiten eine Verzögerung er⸗ leiden ſollte, die Gefahr des Einfrierens nach menſchlicher Berechnung kaum zu befürchten.
Die Theilnehmer an der Expedition haben ſich ohne jegliche Ausſicht auf materielle Vortheile dem Unternehmen
angeſchloſſen, und Pr. Petermann iſt nunmehr bemüht, die Summe von 5000 Thlrn. zur Prämiirung der erreichten Breiten aufzubringen. Die Vertheilung der Prämien wird in der Weiſe beabſichtigt, daß von 75— 800 nördlicher Breite und dann verhältnißmäßig von Grad zu Grad ſteigend, 500 Thlr., für die Erreichung des Nordpols aber 1000 Thlr. an die Mannſchaft ausgezahlt werden ſoll. Außerdem ſind wei⸗ tere 500 Thlr. für die Feſtlegung von Gillisland und der Oſtküſte Grönlands bis Cap Conſtitution hinauf beſtimmt worden. In Ausſicht ſteht der Expedition ferner die von dem engliſchen Parlament für die Erreichung des 89. Grades nördilcher Breite ausge⸗ ſetzte Prämie von 5000 Pfd. St.. Auch die Benennung der zu machenden neuen Entdeckungen iſt bereits vorgeſehen. Die wichtigſte derſelben ſoll den Namen„König henden Wolken am poli⸗ Wilhelm“ erhalten, das zuerſt entdeckte Object, Cap oder Inſel nach tiſchen Himmel und der dem Dr. Breuſing benannt werden, deſſen Bemühungen das Zuſtande⸗ bald darauf hereinbre⸗ kommen dieſer Expedition hauptſächlich zu danken iſt. Bei allen übrigen chende Krieg gegen De⸗ Punkten werden die Namen der hauptſächlichſten Freunde und Unter⸗ ſterreich allé ſeine Hoff⸗ ſtützer der Expedition berückſichtigt werden. nungen aufs Neue zer⸗ Indem wir dieſe Zeilen unter den beſten Segenswünſchen für trümmerte. Die Ausfüh⸗ den glücklichen Ausgang der Expedition und die braven Männer, rungerlitt hierdurch einen die das Leben für das angeſtrebte Ziel in die Schanze ſchlagen, Aufſchub, war aber keineswegs aufgegeben. Kaum begann die Neu⸗ ſchließen, können wir nicht umhin, darauf hinzuweiſen, daß jene geſtaltung Deutſchlands nach dem Kriege ſich einigermaßen zu conſo⸗ Dreizehn nur als die Pioniere anzuſehen ſind, welche den Weg für 5 lidiren, ſo begann Dr. Petermann ſein Werk rüſtig von Neuem, unter- eine demnächſt nachfolgende größere Erpedition ebnen ſollen. Letztere — ſtützt von Werner, ſoweit es bei dieſem das beſchwerliche Amt eines wird hohe wiſſenſchaftliche und handelspolitiſche Zwecke verfolgen, Ober ⸗Werftdirectors, zu dem derſelbe inzwiſchen berufen war, zuließ. dieſen angemeſſen ausgeſtattet werden, und werden wir auf letztere . Die unabläſſigen Bemühungen des Erſteren, insbeſondere ſeine vor⸗ zurückkommen, ſobald Nachrichten über glückliche Erfolge des gegen⸗ trefflichen Aufſätze, die er in dem von ihm redigirten Blatte veröffent⸗ wärtigen Unternehmens uns Gelegenheit zur weitern Beſprechung lichte, riefen das Intereſſe der wiſſenſchaftlichen Vereine Deutſchlands dieſes Gegenſtandes bieten werden.


