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gezwungen, funfzigmal mit ſeiner Tänzerin im Galop durch den Saal, ſinkt dann endlich um 11 Uhr mit einem Uff! im Reſtau⸗ rant nebenan zuſammen und überzeugt ſich nach dem Souper, daß ſelbſt die Cigarren in ſeinem ledernen Etui aufgeweicht ſind. Was ich da erzählt habe, lieber Leſer, füllt einen Tag des
Curlebens in Wiesbaden aus, wo ſich Jedermann mit geringem
Talent aufs erfolgreichſte zu langweilen im Stande. Iſt ihm
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Martin's Gaul.
Eine Skizze aus dem Gebirge von M. Ant. Niendorf.
„Er geht drauf los“— nicht wie Blücher, wie man bei uns in der Ebene ſagt, ſondern:„wie Martin's Gaul, der durch Nacht und Graus und Schneeſturm doch ſeinen Weg fand“, heißt es ſprichwörtlich in den Volkskreiſen des Rieſenge⸗ birgs, und wenn ſich auch an dieſe Redensart nicht die beſungene That eines Schlachtenhelden knüpft, ſondern nur diejenige eines Pferdes, ſo halten wir ſie doch für wichtig genug, ſie hier zu er⸗ zählen. Wir thun's ſo ſchlicht und einfach, wie wir ſie aus dem Munde des Volks hörten.
Es war an einem Freitag, wo der alte Martin Steinhauer ſeinen Ackergaul an den Karren ſpannte, um vom Gebirgsdorf droben hinab in die Stadt H. zu fahren. Er hatte im Dorf ſeine kleine Wirthſchaft mit einigen Morgen ſteinigen Feldes, das er im Sommer vom Montag bis Donnerstag bearbeitete, während er die beiden letzten Wochentage zu einem Botenfuhrwerk nach der Stadt verwerthete. Dabei fuhr er rechts und links vom Weg nach den Orten, wohin ihm Beſtellungen aufgegeben, beſorgte am
dies vollſtändig gelungen, ſo geht er nach Hauſe und iſt curirt;
denn das Waſſer thut's nicht, ſondern die Faullenzerei unter lauter Faullenzern, von denen ſich Jeder ſagt: Du darfſt nichts thun, du mußt auf der faulen Haut liegen; denn du biſt krank und kannſt erſt um vier Wochen geheilt nach Hauſe gehen.
Hans Wachenhuſen.
Sonnabend ſeine Einkäufe auf dem Markt und kam gewöhnlich ſpät in der Nacht zum Sonntag nach Haus, da der Weg ziem⸗ lich weit und die Heimfahrt bergauf beſchwerlich genug war. Während er ſein Abſchiedsmahl, die braune Hafermehlſuppe, aß und ſein Stück trockenen Schwarzbrotes dazu kaute, kam ſeine geſchäftige Frau Margarethe aus der Küche daher und ſagte: „Vergiß nur ja nicht, heute endlich einmal einen Abſtecher nach unſeren Kindern zu machen. Du haſt's ſeit fünf Wochen verſäumt—“ „Frau, die Tage ſind kurz, der Geſchäfte ſind immer viel und der Weg iſt weit“, entſchuldigte Martin. „Aber diesmal zau' dich, ſchwatz nicht mit Jedermann und ſich zu, daß du zwei Stunden früher aus der Stadt kommſt.“ „Zwei Stunden brauch' ich nicht“, entgegnete Martin,„es. macht nur eine gute Stunde Umweg aus zu unſeren Kindern,
und der Hans“— er meinte ſein Pferd—„hat Winterruh' auf den Knochen.“
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