nzen nen ten
lähe eiſe den; und aus
der
—
——
—— —
—
dieſem Eiland⸗
warum verkommt die ganze Generation, warum muß das Militär⸗ maß ſtets zurückgeſtellt werden?— Wir müſſen uns mit Leibesübungen beſchäftigen, das Cancan⸗Tanzen macht nicht glücklich; wir müſſen turnen, turnen, turnen!
So kam es denn ſchon im vorigen Jahre, daß die Schützengilde der Vogeſen im deutſchen Turner⸗Coſtüm, als ſie in Paris einzog, um die Expoſition zu beſuchen und dem Kaiſer zu zeigen, was ſie für ein famoſes Corps ſei, die größte Senſation machte; daß ſich überall Stimmen erhoben: wir müſſen auch Freiſchützen⸗Corps bilden, und uns in Führung der Waffen üben.
Aber der Franzoſe hat keinen Sinn für dergleichen. Die Stimmen verhallten, die Aufforderungen zur Bildung von Schützen⸗Corps fan⸗ den keinen Anklang, bis ſich jetzt wiederholt dieſe Stimmen erhében und ſelbſt die Aerzte öffentlich die Nothwendigkeit der Gymnaſtik predigen.
Frankreich wird ſich jetzt auf dem Trapez üben, es wird Schützen⸗ gilden organiſiren, die bei uns ein längſt überwundener Zopf ſind, und dann wehe Deutſchland!
Eine recht amuſante Geſchichte, die da ſoeben in London paſſirt iſt. Der Leſer erinnert ſich, daß ich im vorigen Jahr von Mademoiſelle Rachel, der„Emailleuſe“, jener Dame ſprach, die ſich vermaß, allen Frauen die verlorene Schönheit und Jugend wieder zu geben dadurch, daß ſie das Geſicht mit einer Emaille überzog, welche jedem Sturm, jeder Vergänglichkeit ſpottete.
Die Sache hat ihrerzeit viel Aufſehen gemacht. Alles ließ ſich emailliren, und Fräulein Rachel, die von London kam, hielt ſogar Vorträge über die„Jugend und Schönheit“, die kein Männerohr hören durfte.
So weit war das Alles gut, und Fräulein Rachel machte die vortrefflichſten Geſchäfte; denn es verſteht ſich von ſelbſt, daß es ein Stück Geld werth iſt, eine verlorene Schönheit wieder zu erhalten. Fräulein Rachel iſt inzwiſchen nach London zurück gekehrt, und dort geſchah es vor ganz Kurzem, daß ſich auch die Dame Gerechtigkeit bei ihr einfand, nicht um emcillirt zu werden, ſondern um in Privat⸗ Angelegenheiten ein ſehr ernſtes Wort mit ihr zu ſprechen.
Fräulein Rachel ſcheint nämlich auch das Nebengeſchäft der Heirathsſtifterei getrieben zu haben; ſie machte die Damen erſt ſchön und brachte ſie dann unter die Haube. So harmlos dies an ſich ſein mag, muß ſie doch in ihren Mitteln nicht ſehr wähleriſch und in ihrer Rechtſchaffenheit nicht allzu ſerupulös geweſen ſein; denn eine Miſtreß Borradaile verklagte ſie ſoeben wegen Schwindelei und Betrug.
Dabei kommt denn folgende Geſchichte zum Vorſchein. Fräu⸗ lein Rachel ließ ſich von Miſtreß Borradaile für die ewige Schön⸗ heit, die ſie ihr verlieh, eine Summe von 6— 7000 Thalern zahlen. Viel Geld, aber es kommt darauf an, wie viel der Dame die Schön⸗ heit werth geweſen; denn Manche gäbe dafür eine Million. Miſtreß Borradaile behauptet aber, ſie habe für dieſes ſchwere Geld nur eine Büchſe mit cosmetiſchen Mitteln und einen Pinſel erhalten.
Miſtreß Borradaile ſcheint indeß lange ein großes Vertrauen in dieſe Büchſe und namentlich in Frl. Rachel geſetzt zu haben, die ein Jahr hindurch die größte Gewalt über ihre Clientin übte, ihr ein⸗ redete, die Büchſe thue Wunder, und zum Beweiſe deſſen ihr ver⸗ ſicherte, Lord Ranelagh habe ſie geſehen, ſei von ihrer Schönheit hinge⸗ riſſen und wünſche ihr vorgeſtellt zu ſein, um ſie ſpäter zu heirathen.
Von da ab war die arme Miſtreß der Spielball der Betrügerin, die unter dem Vorgeben, Lord Ranelagh brauche bald für dieſes, bald für jenes, eine Summe Geldes, der Unglücklichen nach und nach gegen 25000 Thaler ablockte, bis dieſer endlich die Schuppen von den Augen fielen.
Die Miſtreß ging alſo hin und verklagte die Betrügerin. Es fragt ſich jetzt, welche Rolle Lord Ranelagh dabei geſpielt. Einſt⸗ weilen weiſt er jeden Verdacht zurück, als habe er von dem Betruge und von den Gefühlen eine Ahnung, welche man ihm zugemuthet, und iſt empört darüber, ſeinen Namen ſo gemisbraucht zu ſehen. Trotzdem gibt er zu, mehrere Briefe von der Miſtreß Borradaile er⸗ halten und ſie einmal geſehen zu haben.
Die Gerichtsverhandlung wird die Sache wohl ins Klare bringen. Vorläufig iſt die arme Miſtreß Borradaile von oben bis unten emaillirt.
Auch die Nordamerikaner haben ihr eigenes Sibirien, wohin ſie ihre Verbrecher deportiren, und ſonderbar genug erfährt man erſt heute davon. Ein amerikaniſches Journal erzählt uns von der Inſel Dry Tortugas und entwirft von derſelben folgende verlockende Schilderung.
Drh Tortugas iſt für uns daſſelbe, was den Ruſſen Sibirien, den Franzoſen Cayenne, den Spaniern Fernando⸗Po iſt. Die Inſel liegt an der ſüdlichen Spitze von Florida und iſt ihrer Natur nach der entſetzlichſte Verbannungsort, den man ſich vorſtellen kann. Sie beſteht nämlich nur aus einem Corallen⸗Riff, nackt und verlaſſen, von keinem Baum beſchattet, von keiner Quelle gelabt. Einige Baracken dienen den Verurtheilten als Wohnung, den militäriſchen
Wächtern als Obdach und ſind die einzigen Spuren des Lebens auf
Auch dieſe Baracken gewähren einen finſteren Anblick auf dem nackten Felſen. Die Sonne brennt das ganze Jahr hindurch mit tropiſcher Gewalt auf die Unglücklichen herab; das gelbe Fieber und andere Krankheiten ſuchen die Inſel regelmäßig heim. Für Thiere iſt die Inſel gänzlich unbewohnbar, und niemals hat man hier eine Spur von ſolchen gefunden. Wer alſo die Verbannung nach Drh Tortugas überlebt und in die bürgerliche Geſellſchaft zurückkehrt, wird von derſelben als eine ganz außergewöhnliche kräftige Natur be⸗ trachtet, die tauſend Jahre zu leben im Stande iſt.
„Ein Band der Freundſchaft“, wie es in der berühmte Arie heißt, verbindet demnächſt alle Nationen, die Zahmen und die Wilden. Der„indiſche Congreß“ hat die Herſtellung des Telegraphen nach Indien beſchloſſen und die Koſten bei ſeiner neulichen Sitzung in Berlin gewährleiſtet. Der Telegraph wird alſo von England durch Deutſchland, Rußland, die Tatarei und Mongolei nach Indien gehen. Wir werden dem von Rußland bekriegten Bucharen⸗Fürſten unſer Mitleid telegraphiſch ausdrücken, ſobald er wieder eine Schlacht gegen Rußland vexloren hat, den Kaiſer von China telegraphiſch beglück⸗ wünſchen können, der eben im Begriff iſt, ſich wieder eine Frau zu nehmen und zu dieſem Zwecken alle noblen Familien des Landes aufgefordert hat, ihm ihre Töchter zur Brautſchau zu überſenden.
Die Zeitungen ſind voll von dieſem freudigen Ereigniß. Man erzählt mir, der Kaiſer von China habe einen Harem, in welchem
ſich eine angetraute Frau zur Rechten und eine zur Linken, außer⸗
dem aber acht Frauen zweiten Ranges befinden, ſo daß der unglück⸗ liche Kaiſer alſo im Ganzen zehn Frauen beſitzt, was ihm meiner Meinung nach ſchon frühzeitig graue Haare verurſachen müßte, wenn nicht in Bezug auf ſeinen Eheſtand gewiſſe Hausgeſetze exiſtirten, welche hier zu erwähnen mir das Zartgefühl verbietet.
Wie dem ſei, der Kaiſer hat alle Familien der acht Adelsbanner der Mandſchus, der Mongolen und Chineſen aufbieten laſſen, ihm ihre liebenswürdigſten Töchter zur Auswahl zu ſenden, die jedoch nicht jünger als eif und nicht älter als vierzehn Jahre ſein dürfen, was in Erwägung der frühzeitigen Reife dort nichts Erſtaun⸗ liches hat.
Man behauptet jedoch, daß die edlen Familien des Landes großentheils wenig Eifer für dieſe große Parade zeigen, da ſie nicht Luſt haben, ihre Töchter für ewige Zeiten in den Palaſt ein⸗ ſperren zu laſſen, ein Preis, um den gewiß keine Berlinerin Kaiſerin von China werden will.
Leider iſt nirgendwo etwas Näheres zu finden, ob der Kaiſer ſich eine rechte oder eine linke Frau zu wählen in Begriff iſt. Der Telegraph nach Indien wird alſo in Zukunft für alle ſolche Fälle ein entſchiedenes Bedürfniß ſein.
*
Zum Schluß meiner heutigen Plauderei muß ich dem Leſer eine höchſt intereſſante Geſchichte erzählen, die ich dem Briefe eines Freun⸗ des aus Palermo entnehme.
Man kennt die Exceſſe, die Grauſamkeiten, deren Opfer gerade jetzt mehr als je auf der Inſel Sicilien die armen Bewohner nicht nur des flachen Landes, ſondern auch der Städte ſind. Die Berichte über dieſe Brutalitäten, welche zuweilen in den Journalen auf⸗ tauchen, ſind nicht übertrieben, ſie ſind zum Theil der Art, daß ſich die Feder ſträubt, ſie niederzuſchreiben. Schandthaten jeder Art werden an den Familien der von den Briganten überfallenen Land⸗ häuſer der Bauern verübt, Frauen und Kinder werden fortgeſchleppt, gemishandelt, langſam dem Tode überliefert oder unter entſetzlichem Hohn verſtümmelt zurück geſchickt. Und man denke ſich: an der Spitze einer dieſer Banden ſteht ſogar ein ganz junges Pfäffchen, das im Blutdurſt ſeines Gleichen ſuchen ſoll.
Es gehört nicht in dieſen Rahmen, dem Leſer eine Schilderung der auf Sicilien ſeit Monaten ſchon verübten Vandalismen zu brin⸗ gen, was aber hierher gehört, iſt folgender Vorfall, deſſen Schau⸗ platz die Umgegend von Milazzo iſt, wo Garibaldi, intereſſanten An⸗ denkens für mich, die Truppen des Königs Bombino von Neapel ſchlug.
Die Engländer ſind allezeit unter den Reiſenden im ſüdlichen Italien vertreten. Sie haben eine beſondere Vorliebe für ungewöhn⸗ liche Abenteuer; ich ſelbſt erzählte früher ſchon einmal, daß es Eng⸗ länder gibt, die im Römiſchen und Neapolitaniſchen veiſen, nur um zu Hauſe erzählen zu können, ſie ſeien unterwegs ausgeplündert worden. Ich fügte ſogar hinzu, daß ſie, wenn alle Stränge reißen, ſogar den erſten beſten Strolch beſtechen, ſie unterwegs zu überfallen und auszuplündern, natürlich unter der Bedingung, daß es nicht weh thue.
Der Banden, welche die Inſel Sicilien jetzt verwüſten, ſollen etwa acht ſein, von denen einige bis dreißig Köpfe zählen. Alle haben ſie ihre Correſpondenten und Spießgeſellen in den Städten, die mit ihnen gemeinſam handeln und für guten Raub ſorgen.
In der Bande des genannten Pfaffen, den ſie übrigens neulich gefangen und, wie ich wünſchen will, ſchon aufgehängt haben, be⸗ merkte man ein junges Weib mit blondem Haar und zwar von der Sonne ſchon ſehr ſtark gebräunten, aber doch ſehr feinen Geſichts⸗ zügen. Als man den größten Theil derſelben einfing, gerade in
—


