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lich der Mauſefalle entronnen ſind, haben ſie mindeſtens die Haut in derſelben zurückgelaſſen. Zuweilen auch, wenn ſie viel Glück gehabt, gehen ſie der Bank mit dem ganzen Speck davon; aber es iſt Tauſend gegen Eins zu wetten, daß ſie damit in die Hom⸗ burger, Nauheimer oder Badener Falle laufen.
SEs iſt ja nichts galanter, nichts liebenswürdiger, als die geräuſchloſe Weiſe, mit der die Spielbank ihren Gäſten das Geld aus der Taſche lockt. Spieler, die ſchon das Fahrwaſſer kennen, ſuchen nur das trente et quarante, das die meiſten Chancen bietet; die„Grünen“, die Dilletanten, haben mehr Vertrauen zur Roulette, jener berüchtigten Kaffeemühle, von der ich dem Leſer hier eine kleine Abbildung gebe.
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In der Mitte, auf beiden Seiten ſitzen die Croupiers; vor ihnen liegen die Gold⸗ und Silberrollen, rechts und links ſind die Glücksfelder. Die Croupiers ſind artige, verbindliche Leute; ſie ſitzen da mit dem Ernſt der Geſchworenen in einer Aſſiſen⸗ Verhandlung.„Faites votre jeu!“ ruft der Eine von ihnen mit nervöſer Stimme ohne Anſtrengung, ohne jeden Affect und wirft einen ebenſo nervöſen Blick auf die Haſt, mit welcher die Spieler die Felder beſetzen.
Mit vollendeter Grazie wirft er die Kugel in die Kaffee⸗ mühle, während die Nummern ſich rechts und links mit goldenen und ſilbernen Münzen bedecken, und dreht die Kaffemühle herum. Die Kugel läuft: immer größer wird die Haſt der Spieler.„Rien ne va plus!“ flötet dieſelbe nervöſe Stimme. Die Kugel ſchlägt ein, und die Croupiers ſtrecken ihre Harken aus, um rechts und links das Feld zu reinigen, das heißt, den Gewinn der Bank ein⸗ zuſtreichen, während zwei Andere um des Anſtandes willen mit ebenſo großer Grazie einzelnen Glücklichen ein paar Münzen hin⸗ werfen, von denen ſie überzeugt ſind, daß ſie heute oder morgen in die Kaſſe der Bank zurückkehren.
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Da ſitzen ſie, dieſe ſtillen, ernſten Herren, überwacht von dem Oberrabiner des Wiesbadener„Thugs“, die Inſignien ihrer Würde, das Scepter des Königs Hazard, in den Händen. Keine Miene deutet irgend welche Regung an, und nur wenn das Un⸗ glück ihnen einmal einen Adler zuführt, der ihnen die Beute ſtreitig macht und ihnen mit dem Maximum den Schweiß auf die Stirn treibt, ſieht man ſie kaum merkbare Blicke wechſeln, die aber dem Laien unverſtändlich.
Schon in den früheren Jahrgängen des„Hausfreund“ habe ich wiederholt über das Spiel und ſeine Chancen geſchrieben. Ich wage es nicht, mich zu wiederholen, und meine Mittheilungen gelten diesmal mehr der Geſellſchaft als dem Mechanismus der
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Hölle. Ich füge nur einen Moment noch hinzu, der ſeine cha⸗ rakteriſtiſche Seite hat, den Augenblick, in welchem die Bank morgens geöffnet wird und die Beamten feierlichſt mit der Kaſſe erſcheinen.
Mit mehr Würde kann das höchſte Richtercollegium ſich nicht gruppiren, um einen Sünder vom Leben zum Tode zu richten, als dieſe Beamten Sr. Majeſtät des Satans ſich zu placiren ge⸗ wohnt ſind. Alles geht ſtill und gemeſſen vor ſich; der Mammon wird ausgebreitet, die Karten werden aufgelegt.„Faites votre jeu, messieurs!“ klingt die nervöſe Stimme. Der Speck duftet kaum durch den Saal, ſo ſind die Mäuſe auch ſchon da und— le jeu est fait. Sie laſſen Kopf und Schwanz in den Händen der Mauſefaller.
Es gehört zu den„berechtigten Eigenthümlichkeiten“ dieſes glücklichen Landes, daß man der Spielgeſellſchaft noch einſtweilen ihr Privilegium läßt, und in der That hat ihr Handwerk gegen alle verwandten Induſtriezweige, wie Poſtwagen-Ueberfall und
gewaltſamen Einbruch unſtreitig den Vorzug einer gewiſſen


