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der vermuthlich auch ein Nigger iſt, tritt mit dieſer Behauptung vor die Welt, und ihm erzähle ich es nach.
Erſt als das Menſchengeſchlecht immer mehr entartete, ſagt er, ward ein Theil deſſelben allmählich weiß. Adam und Eva waren von dem Herrn als Neger geſchaffen; nachdem ſie aber von dem Apfel gegeſſen, erſchraken ſie, erbleichten ſie aus Furcht und wurden weiß.
Es iſt dieſer authentiſchen Nachricht hinzuzufügen, daß ihre Haare ſich zu Berge ſträubten, ausfielen und daher die vielen Kahlköpfe kommen.
Von allen Enden Europas hören wir von Unglücksfällen, welche die letzten Gewitter herbei geführt. Die Blitze haben überall doppelt und dreifach eingeſchlagen; eins der intereſſan⸗ teſten Opfer haben ſie ſich aber in Paris geſucht.
Auch im„Hausfreund“ iſt ſchon mehrmals von der ſchwarz⸗ äugigen Iſabella, der Blumenhändlerin des Jockey⸗Clubs, die Rede geweſen. Selbſt der Kaiſer von Oeſterreich ſandte ihr ein Geſchenk, da es nicht wohl anging, ihr den Franz⸗Joſeph⸗Orden zu ſchicken.
Iſabella alſo ſteht während des Gewitters am Fenſter und blickt mit ihrem braunen Geſicht in die ſchwarzen Wolken und freut ſich über die Blitze, wie es die Strauße zu thun pflegen, die bei einem Gewitter außer ſich vor Vergnügen ſind.
Unſer Landsmann Schickler wollte am nächſten Tag beim Wettrennen die neuen Farben ſeiner Jockeys einweihen, und Iſa⸗ bella hatte alſo einen Feſttag vor ſich, an welchem ſie nicht fehlen durfte.
Das Schickſal wollte es anders. Während Iſabella am Fenſter ſteht und, wie geſagt, ſich über die Blitze freut, ſchlägt einer derſelben vor ihr nieder. Iſabella wird ins Zimmer ge⸗ ſchleudert und liegt trotz aller angewandten Mittel und trotz ihrer kräftigen Conſtitution ſtundenlang ohne Bewußtſein.
Iſabella mußte lange das Bett hüten. Das Wettrennen fand ohne ſie ſtatt und während ſie auf eine wunderbare Weiſe mit dem Leben davon kam, trug man auf der Rennbahn einen der beſten Jockeys mit zerbrochenen Rippen davon.
Hans Wachenhuſen. ————
Plaudertaſche.
Die Wiſſenſchaften machen unglaubliche Fortſchritte. In Frankreich iſt eine neue Krankheit erfunden worden, die den Namen„Calenture“ erhalten hat. Man höre:
In Lyon ſtürzte ſich neulich eine junge Frau zum Fenſter der zweiten Etage hinaus. Ein Wortwechſel, den ſie aus Eiferſucht ſo⸗ eben mit ihrem Gatten gehabt, trieb ſie zu dieſem verzweifelten Entſchluß.
Indeß das Schickſal warf ſich ſelbſt in dieſem äußerſten Moment ins Mittel; ihre Kleider blieben an einem Haken des Fenſters hängen, der ihr nacheilende Gatte hatte noch Zeit, ſie zu erfaſſen, und ſchrie um Hülfe.
Von der Straße aus ſah man dieſe entſetzliche Scene; man flog die Treppen hinauf, fand aber die Thür des betreffenden Zimmers verſchloſſen. Immer entſetzlicher ward die Lage; der Gatte war kaum noch im Stande, die Unglückliche zu halten, denn durch die Schwere des Körpers zerriſſen allmählich die leichten Gewebe, an denen er ſie feſthielt.
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Endlich gab die Thür den Schlägen der zu Hülfe Eilenden nach; man drang ins Zimmer und zog die junge, bewußtloſe Frau ins Zimmer herein.
Es ſtellte ſich jetzt Folgendes heraus: Die beiden jungen Gatten, erſt ſeit drei Tagen vermählt, waren eben ganz heiter von einer Landpartie zurück gekehrt. Sie hatten unterwegs eine kleine Eifer⸗ ſuchts⸗Scene gehabt, indeß war dieſe vergeſſen, und ermüdet hatte ſich die junge Frau auf das Bett geworfen, um auszuruhen.
Ihr Gatte glaubte ſie eingeſchlummert. Da plötzlich ward ſie von einer Art Delirium ergriffen, ſie ſprang auf und ſtürzte zum Fenſter. Den Reſt haben wir oben gehört.
Ein medieiniſches Journal knüpft nun an dieſen Vorfall die Bemerkung: es ſei ein charakteriſtiſches Unglücks⸗Symptom bei vielen Leuten, daß ſie ſich mit unwiderſtehlicher Gewalt getrieben fühlen, ſich zum Fenſter hinaus zu ſtürzen. Dieſe Fieber⸗Aeußerung zeige ſich namentlich oft bei Seeleuten, welche die Tropen⸗Meere befahren, es gebe viele Matroſen, die in gewiſſen Intervallen von der Wuth er⸗ griffen würden, ſich zum Fenſter hinaus zu ſtürzen, wenn ſie auf dem Lande ſeien, und nur allzu häufig komme es vor, daß ſie ſich auf dem Schiſſe über Bord ſtürzten. Man nenne dieſe Krankheit wie oben angeführt.
Die Sache an ſich iſt originell genug; die Aerzte werden ſie am beſten zu beurtheilen wiſſen. Factiſch iſt, daß das Zum⸗Fenſter⸗Hinaus⸗ ſpringen nirgendwo ſo häufig wie in Frankreich.
Die Natur iſt unerforſchlich in ihren Reichthümern. Man hat im Staate Miſſouri eine Whisky⸗Quelle, d. h. Schnapsquelle entdeckt, die aus einem Felſen hervor ſprudelt und deren Qualität ſich dem edelſten Fuſel anreihen ſoll. Die Vorſehung geräth durch dieſes Wunder in den directeſten Zwieſpalt mit der Humanität unſeres Jahr⸗ hunderts: während unſere Mäßigkeits⸗Vereine den Schnaps abſchaffen wollen, öffnet der Himmel ihm unterirdiſche Fabriken und halb Amerika ſtrömt herbei, um ſich an den Brüſten der Natur zu berauſchen.
Nehmt Euch mit den Stecknadeln in Acht! In London ſtarb ſo⸗ eben ein Kind von zwölf Jahren, das, bisher vollſtändig geſund, plötz⸗ lich von heftigen Convulſionen befallen wurde und unter großen Schmerzen verſchied. Die Autopſie ergab, daß eine Stecknadel, welche das Kind vor zwei Jahren verſchluckt hatte, endlich in die Leber ge⸗ drungen und den Tod herbei geführt hatte.
Die Albernheiten der Mode finden keine Grenzen mehr. Die Modenberichte erzählen uns von einer Tuchnadel für Herren in der Form eines Zündhölzchens von natürlicher Größe in Gold und mit blauer Emaille. Iſt alſo jedenfalls vor Reibung zu behüten. Sie erzählen uns weiter von zwei Ohrgehängen, beſtehend aus zwei kleinen Mäuſen von mattem Silber, mit kleinen Karfunkel⸗Augen. Beide Mäuſe hangen mit den Schwänzen an den Gittern einer kleinen, mit Perlen verzierten Mauſefalle— vidividibum!
Die Vorſtudien für den Tunnel oder die Brücke, die entweder unter oder über dem Kanal zwiſchen Dover und Calais gebaut wer⸗ den ſollen, ſind noch immer zu keinem beſtimmten Reſultat gediehen. Der Ingenieur Boulet hat ſeinen Plan vorgelegt, eine Brücke zu bauen; die„Times“erklärt ſich jetzt gegen denſelben. Dagegen ſcheinen ſich die übrigen Ingenieure mit der Preſſe hinſichts des unterſeeiſchen Tunnels zu einigen, und verlangen für die Beendigung der Vor⸗ arbeiten, Modelle u. ſ. w. eine Summe von etwa 50000 Thalern. Die Sache iſt in der That alſo noch nicht ſo weit vorgeſchritten, wie man im vorigen Jahre glaubte und wie auch an dieſer Stelle mit⸗ getheilt worden.
Ein Muſiker, der einen Orden zurückweiſt! Verdi, der Componiſt des Rigoletto u. ſ. w., hat dem König Victor Emanuel den Orden der italieniſchen Krone zurückgeſchickt, weil ihm die Aeußerungen des italieniſchen Miniſters Broglio in Bezug auf die italieniſche Muſik nicht gefallen. Derſelbe behauptete nämlich in einem Briefe, die italieniſche Muſik ſei ſeit vierzig Jahren im Verfall und ſeit Roſſini's letzter Oper ſei nichts mehr geſchaffen worden, was der Rede werth. Verdi fühlte ſich tief beleidigt und blieb die Antwort nicht ſchuldig. Victor Emanuel ſoll ſich den großen Schnauzbart geſtrichen haben im Aerger über die Arroganz eines Muſikanten.— Inzwiſchen hat der Schah von Perſien einem franzöſiſchen Pianiſten den Löwenorden ver⸗ liehen, und da dieſer Lehrer am Conſervatorium iſt, wird er in Zu⸗ kunft ſeine Schüler am Piano mit einem Löwen auf der Bruſt dreſſiren, was dieſen unfehlbar Reſpect einflößen wird.
Kentucky hat wieder ein Monſtrum hervorgebracht, einen Rieſen⸗ Gentlemen von ungeheuerem Knochenbau, der ſich„der Koloß von Kentuckh“ nennen läßt und neulich folgendes Meiſterſtück lieferte: Infolge einer Wette verſpeiſte er einen ganzen Hammel im Gewicht von ſechzig Pfund, und zwar in dreierlei Weiſe zubereitet. Eine Partie verzehrte er gebraten, die andere als Ragout, die dritte als Paſtete. Die Knochen warf er majeſtätiſch den Hunden der Reſtaurants zu.


