n Be: mehr auf f der was Wrr e paar denn l ein alben Luſt, ungen nicht hinn⸗
tlichen f der toriſch auf
will, en, be⸗ adurch auf in
nlih
da ſi ſehen! wurde, öber⸗ Rhein
ihren nbaren ährung rücken, braucht
uf don Und uf der die Be⸗ Stlle imne i Die hie in rlegen, sbares if den müther
ſtit
imeril rAlem n darf. ſagen⸗ einen
e ie znahns⸗ 3we
15
———
hinn ſi her
—
Expedition, knüpfte aber die Bedingung daran) daß die Boten, welche das Blatt öffentlich verkaufen würden, die Firma deſſelben an ihren Mützen tragen ſollten, und daß dieſe Boten zuverläſſige, unbeſcholtene Leute ſeien.
Auch dagegen ließ ſich nichts ſagen. Die Expedition er⸗ wählte dieſe Unbeſcholtenen. Nun aber galt es, erſt die Namen derſelben der oberſten Behörde einzureichen; es war ferner nothwendig, von den untern Behörden aus den ver⸗ ſchiedenen Revieren, in welchen die Boten wohnten, deren Zuverläſſigkeit beſtätigen zu laſſen, und ehe das Alles ge⸗ ſchehen— war der Krieg zu Ende! Wir waren natürlich der Behörde ſehr dankbar für die uns bewieſene Freundlich⸗ keit, aber dieſelbe hatte leider keinen weiteren Erfolg, um den es ſich ja gerade gehandelt.*
Werfen wir jetzt alſo einen Blick auf die franzöſiſche, unſere Nachbarpreſſe, die ohne allen Zweifel hinſichts der Politik durch die Geſetze ſehr ſtark geknebelt, aber als in⸗ duſtrielles Inſtitut ein überaus wichtiges Moment im Leben der ganzen Bevölkerung iſt. Paris hat allein über acht⸗ hundert nichtpolitiſche Journale, ſprechen wir indeß nur von den politiſchen.
Es gab eine Zeit in Frankreich, in welcher ebenfalls die Zeitung eine Macht über die Regierung übte; jetzt, ein Gegen⸗ ſtand der Speculation, übt ſie nur noch ihre Gewalt über das Volk, und Gott weiß, wie ſehr ſie dieſelbe ſogar misbraucht. Aber(ich komme immer wieder auf meinen eigentlichen Geſichts⸗ punkt zurück) eben als Speculation iſt ſie einer der be⸗ deutendſten Induſtrie⸗Zweige.
Girardin war es zuerſt, der die große Preſſe auf das Feld der Speculation führte, und er hat das nicht zu bereuen, denn er iſt dadurch Millionär geworden, und ein ſo großer Faiſeur wie er iſt, man muß ihm nachſagen, er verſtand ſein Geſchäft und verſteht es noch heute, die Welt durch die ge⸗ ſchickteſten literariſchen und politiſchen Karten⸗Kunſtſtücke zu täuſchen. Er ſagt heute genau das Gegentheil von dem, was er geſtern geſagt, und beweiſt uns morgen, daß es noch immer genau daſſelbe ſei, oder auch daß er nicht mehr daſſelbe ſagen onne, weil die Verhältniſſe ſich ſeit geſtern durchaus geändert und man alſo toll ſein müſſe, wenn man noch daſſelbe ſagen wolle.
Ich finde da ein kleines Buch von E. Texier, Le journal et le journaliste“, das ſveben erſchienen. Der Verfaſſer gibt uns darin ein treffendes Bild von dem inneren Organismus einer Zeitung. Folgen wir ſeinen Schilderungen: ſpäter werde ich auch von dem äußeren Weſen ſprechen.
Nach ihm war es derſelbe Girardin, der die merkantile Preſſe gründete. Er hatte berechnet, wie viel eine Zeitung aus den Annoncen jährlich einnehmen müſſe, wenn dieſelbe eine gewiſſe Anzahl von Abonnenten erreicht habe. Das Actien⸗Journal ward alſo gegründet, anſtatt der politiſchen Fahne ward alſo der Annoncen-Galgen errichtet und die Kaſſe war die Seele des Blattes, d. h. die Dividende der Actionäre.
Heute theilen ſich die Zeitungen in ſolche, welche einen Contract mit den Geſellſchaften haben, welche die Annoncen aller größern Blätter pachten, und in die, welche keinen Contract haben. Eine ſolche Pacht beläuft ſich für ein großes Journal auf— man ſtaune!— jährlich 3— 500,000 Francs! Eine enorme, ſichere Einnahme!
Man denke ſich ferner, was die Regierung von einem einzigen Blatt an Stempelſteuern erhebt. Das Blatt wird von der Expedition für jährlich 18 bis 20 Francs verkauft, durch den täglichen Stempel von ſechs Centimes auf jede
Nummer koſtet das Blatt aber 60 Franes, alſo noch zwei⸗
mal ſo viel mehr! Ich kenne eine Zeitung in Paris, die der Regierung jährlich 1 ½ Millionen Franes an Steuern bezahlt.
Venn die Regierung ſoviel an dem einen einzigen Blatt ver⸗ diemt wie viel verdienen die Verkäufer, die von jeder Nummer
/ Rabatt erhalten; wie viel verdienen, ehe das Blatt aus
der Druckerei kommt, alle die Arbeiter an demſelben! Koloſſal iſt der Maßſtab der Verhältniſſe gegen unſere deutſche Zeitungskrämereil
—
— 183„—
Erwähnen wir dagegen, daß z. B. unſer Hausfreund 25000 Exemplare abſetzen muß, um nur die Koſten der Her⸗ ſtellung zu decken; daß er eine Anzahl Arbeiter ernährt, Caution an die Behörde zahlt und dafür nicht einmal das Recht hat, ſich öffentlich verkaufen zu laſſen.
Beginnen wir jetzt mit den innern Verhältniſſen einer großen franzöſiſchen Zeitung nach Texier's Aeußerung, die ich nach öfterem Verkehr mit den Redactionen unterſchreibe.
Eine Zeitung, mag ſie reich oder arm ſein, befindet ſich immer in einem unfreundlichen, ſchmuzigen Hauſe; Treppen und Hof ſind malpropres und gleichen einem Kohlenmagazin. Mag das Haus noch ſo neu und freundlich ſein, ſobald eine Zeitung hineinzieht, ſo iſt es in ſechs Monaten mit ſeinem Glanz vorbei.
Jedes Blatt hat nämlich ſeine Druckerei, die aus einem weißen Hauſe ſehr ſchnell ein ſchwarzes macht. Oft ſind ſo— gar zwei und drei Zeitungen in einem einzigen Hauſe, die eine gemeinſchaftliche Dampfmaſchine benutzen, mögen ſie in ihren politiſchen Tendenzen auch ſpinnefeind ſein.
Die Adminiſtration der größern Journale iſt ein kleines Miniſterium; ſie hat an vierzig Beamte, vom Kaſſirer bis zu den Bureau⸗Dienern, gar nicht zu reden von den Setzern, Druckern, den Falzmädchen, den Trägern u. ſ. w.
Die Redaction beſteht aus fünf oder ſechs Zimmern, nämlich dem Cabinet, in welchem die Bureau⸗Diener ſich auf⸗ halten, dem Wartezimmer, dem Cabinet des Chef⸗Redacteurs, zwei oder drei Cabinets für die übrigen Redacteure und dem eigentlichen Redactionszimmer, dem einzigen, in welchem nicht redigirt wird.
Einige Journale haben auch ein Bibliothekzimmer; ich habe aber niemals Bücher darin geſehen und bezweifle, daß irgend ein Anderer deren darin bemerkt hat. Schadet aber nicht, es iſt doch ein Bibliothekar da.
Man behauptet, es ſei ſehr ſchwer, ſogar unmöglich, bis zum Kaiſer zu gelangen, wenn man nicht mit einem Audienz⸗ Brief verſehen iſt. Ich behaupte aber, es ſei noch viel ſchwieriger, wenn man nicht das Loſungswort kennt, in das Redactions⸗Bureau einer Zeitung einzudringen.
Täglich und zu jeder Stunde tritt einer der Diener zu einem der Redacteure mit der Meldung:
„Es iſt ein Herr da, der Sie zu ſprechen wünſcht.“ Und jedes Mal antwortet ihm der Redacteur:
„Sagen Sie, ich ſei nicht hier!“
Kehrt der Diener zurück, um zu melden, die Sache ſei von der größten Eile und Wichtigkeit, ſo lautet die Antwort:
„Sagen Sie, ich ſei auf dem Lande, oder ich ſei ver⸗ reiſt und kehre erſt in ſechs Monaten zurück!“
Wäre die Thür nicht hermetiſch verſchloſſen, die Redacteure würden überlaufen. Heute kommt ein armer Schlucker, der 20 Francs braucht, um nach Amerika zu gehen. Ein Anderer hat die Quadratur des Cirkels erfunden, noch ein Anderer ein Mittel, Brot aus Gips zu backen; noch ein Anderer hat Verdruß mit ſeinen Leuten gehabt und verlangt, es müſſe das veröffentlicht werden.
Zahllos ſind alle dieſe wichtigen Angelegenheiten, um deren willen die Redacteure beſtürmt werden, und zahllos ſind die Beſuche, die täglich abgewieſen werden, gar nicht zu reden von den jungen Autoren, die einen Artikel verfaßt haben, den ſie dringendſt noch für morgen abgedruckt zu ſehen wünſchen, von den Schriftſtellerinnen, die einen Roman offeriren, von den Dichtern, die ihre Poeſien gedruckt haben wollen, von den Geſchäftsleuten, die Geld über Geld bieten für Reclamen u. ſ. w.
Wir kommen jetzt an den Redacteur en chef, die wichtigſte Perſon, die Seele der ganzen Zeitung. 8
Dieſe Redacteure en chet können in zwei Categorien ge⸗ theilt werden: in diejenigen, die viel ſchreiben, und in die⸗ jenigen, die wenig ſchreiben. Am beſten ſind die, die gar nichts ſchreiben.
Jeder Schriftſteller hat ſeine Schwächen. Wenn Einer einmal im Beſitz einer Allgewalt iſt, ſo leidet er nicht gern einen Schriftſteller neben ſich, der ihm im Talent überlegen


