Jahrgang 
1868
Einzelbild herunterladen

inem hat äume Nn

h ein. mag ffliche

eder

nder⸗ erauf⸗

ch der

ichter, ne in Froge:

reiten, 1 der

tung,

m ich Rwuch, vetenz, widert rte:

en, da

r e⸗ che ich tgleich⸗

te uf habe Frau Herr! ühren. iſt Der t dem Mein niethet. unſere onderet

5

F

179

Ohne den Sprecher anzuſehen, erklärte die Dame:Die Schatten treten namentlich im Herbſt und Winter hervor.

Der Regierungsrath, wohl merkend, worauf es hinaus wollte, erwiderte raſch mit Laune:Ja, Madame, es iſt eine weſentliche Schwäche der beiden Jahreszeiten viel Schatten zu werfen.

Sie verſtehen mich falſch! ſagte die Hausbeſitzerin.

Sollte ich wohl? klang es aufgeräumt von Arnold's Lippen.

Ich muß Ihnen ſagen: ſämmtliche Oefen rauchen ent ſetzlich!

Verehrte Frau, ich bin Feldſoldat geweſen, habe neben dieſem treuen Kameraden Arnold zeigte auf Fritzim ſchwärzeſten Pulverdampf geſtanden, und ein wenig Ofenqualm ſollte mich incommodiren?

Frau Kühl zupfte ungeduldig an ihrer Haube und nahm einen ſtärkeren Anlauf:Sie werden aber noch andere be⸗ trächtliche Schäden entdecken. Iſt Ihnen nicht ſchon heut Nacht etwas aufgefallen?

Nachts pflege ich conſequent zu ſchlafen, Madame!

Hat Sie nicht ein eigenthümliches Raſcheln und Piepen geſtört?

Es hat weder geraſchelt noch gepiept. Spielen Sie etwa auf Mäuſe an, ſo iſt nichts einfacher, als ich lege mir ein Kätzlein zu.

Katzen kann ich nimmermehr im Hauſe dulden; ich habe eine Indioſynkraſie gegen dieſe Thiere! ſtieß die Dame in gereiztem Tone heraus.

Es ſind auch heimtückiſche Charaktere! pflichtete Arnold gutmüthig bei.Doch, theuerſte Frau, fügte er ſchnell hinzu,ich vermiſſe plötzlich die vorhin ſo wohlthuende Auf⸗ richtigkeit Ihres Weſens. Warum, ſtatt mich mit rauchenden Oefen und raſchelnden Mäuſen zu beſchießen, ſagen Sie mir nicht rund heraus:Deine Verpflanzung auf mein Terri⸗ torium iſt mir ein Dorn im Auge, Beſter; löſe deinen Miethscontract und zieh ſchleunigſt aus? Ihre Gründe, Madame, kann ich mir ja leicht erklären, und ich bin nie ungalant gegen Ihr Geſchlecht.

Sie ſah ihn ungewiß und etwas verlegen an:Mein

Er lächelte:Ah, Madame, Sie wollen mich doch nicht aben maau, ich ſei auf falſcher Fährte? Das würde die ortheilhafte Meinu die ich von Ihnen gefaßt, ſtark beein⸗ rächtigen. Eine Viſite in Shrem engeren Domicil darf ich nun freilich nicht mehr unternehle Sie würden mich daher verbinden, wenn Sie Ihren Herrn Geauhl veranlaßten, ſich zu mir herauf zu bemühen. Da Sie ausſchließliche Eigen⸗ thümerin des Hauſes ſind, iſt mein Vertrag mit ihm null! Gott bewahre! fiel Rauch ein, der nicht länger an ſich halten konnte.Leben Sie in Gütergemeinſchaft mit Ihrem Gatten? fuhr er erhitzt die Dame an. Allerdings, junger Mann! erwiderte ſie, entrüſtet über ſolche Frage. So iſt der Vertrag rechtsgültig! rief der Secretär. Arnold legte ihm ſanft die Hand auf die Schulter:Aber Fritz, wenn ich nun der Dame gefällig ſein will? SDer beſcheidene, zurückhaltende Fritz war nicht wiederzu⸗ erkennen. Das Blut ſtieg ihm bis in die Haarſpitzen.Nein, Arnold, brauſte er,deine Gutmüthigkeit wird unerträglich! Madame, ich bin ein Lamm, aber wenn man mich reizt, bin ich ein Tiger! Es iſt eine Ehre für Sie, wenn ein Mann von den Civil⸗ und Militärverdienſten des Regierungsraths Römer ſich herabläßt, bei Ihnen zu wohnen! Ich kenne ihn, ich habe unter ihm gefochten, er war Offizier, ich Unter⸗ offizier den Unteroffizier verleugnen Sie auch im Frieden nicht! erklärte die Angegriffene mit ſelbſtbewußter Hoheit. Da haſt du deinen Theil, Bramarbas! trat Arnold begütigend zwiſchen Beide, und raſch gegen Minona gekehrt,

6

fuhr er mit Nobleſſe fort:Doch Vergebung, Madame, Sie berufen ſich auf den Frieden und ſetzen trotzdem den Krieg gegen uns fort? Iſt das edel?

Sie zuckte kurz die Achſeln:Das neue Regiment ge⸗ fällt uns nun einmal nicht!

Hoffen Sie, es abzuſchütteln, wenn Sie Ihre üble Laune an einzelnen Vertretern deſſelben auslaſſen? fragte Römer kaltblütig.

Statt der Dame that Rauch eifernd den Mund auf: An contraire, durch dieſe Impertinenz wird das Volk die Behörde zu andern Maßregeln zwingen. Man läßt ihm doch wahrlich Schonung genug widerfahren!

Indem man alle bisherigen Einrichtungen auf den Kopf ſtellt! nickte Frau Kühl ironiſch.

Ach, Madame, das verſtehen Sie nicht! machte Rauch's Aerger ſich heftig Luft.

Sie richtete ſich gravitätiſch auf:Erlauben Sie, mein Herr, ich bin

Ein Weib! ſchloß Fritz und kehrte ihr den Rücken.

Genug! gebot der Regierungsrath, nahm aber ſofort ſeine alte Gelaſſenheit wieder an:Madame, es würde zu weit führen und vorausſichtlich keine Frucht tragen, wollte ich Ihnen die Zwecke, die ein großer Staat ins Auge zu faſſen hat, auseinander ſetzen. Sie haben ſich zwar als eine kluge Frau bewährt, in der Politik jedoch bleiben Damen nur das Echo der Männer. Das wollte mein Freund mit andern Worten ſagen. Zu Ihrem Troſt kann ich hinzufügen, daß auch nicht jeder Manneskopf geſchaffen iſt, ein klares Bewußtſein von Dem zu erlangen, was man unter der Idee des Staates verſteht. Laſſen wir alſo dies Thema fallen, und bewegen Sie gütigſt Ihren Herrn Gemahl, mir ſeinen Beſuch zu ſchenken!

Sie wollen begann Madame.

Keineswegs auf meinem Contract beharren. Durch Taktloſigkeit kommt ebenſo viel Unglück in die Welt wie durch Verbrechen.

Wer iſt hier taktlos? rief Fritz dazwiſchen.

Still! befahl Arnold.Die Dame ſoll erfahren, wer es nicht iſt. Leider, ſchloß er mit Feinheit,muß eine Regierung von andern Geſichtspunkten ausgehen, als ein bloßer Regierungsrath, ſonſt, bin ich überzeugt, würde auch ſie ihren Aufenthalt nicht verlängern an Orten, wo ſie ſich ungern geſehen weiß.

Der Mann macht mich nervös! ſeufzte die Haus⸗ beſitzerin leiſe, dann lenkte ſie laut folgendermaßen ein:

Ich kann nicht leugnen, Herr Regierungsrath, es iſt mein Wunſch, Sie verlaſſen mein Haus; aber nachdem ich Sie perſönlich kennen gelernt, würd' ich ihn aufgeben, läg' es an mir allein. Dieſe Genugthuung bin ich Ihnen ſchuldig.

Sie übertrifft meine Erwartung! Römer verneigte ſich und ließ ſie enden:*

Doch ich muß Rückſichten gegen Verwandte und Freunde beobachten; Ihr dauerndes Verbleiben würde meine intimſten geſelligen Beziehungen zerſtören.

Treuherzig antwortete Arnold:Madame, dies eine Wort,

vor allen anderen geſprochen, hätte alle anderen überflüſſig

gemacht!

Zum erſten Mal glitt jetzt ein Lächeln über ihre unver⸗ änderlich ſcheinenden Züge und gab dem Geſicht einen freund⸗ lichen, wohlwollenden Ausdruck, mit dem ſie erwiderte:Ich ſagte: Ihr dauerndes Verbleiben, Herr Regierungsrath! Indeß eine Woche oder auch vierzehn Tage, bis Sie ein paſſendes Logis gefunden

Sollen mir in Gnaden bewilligt ſein? forſchte Arnold fröhlich.

Mit Vergnügen! Ein tiefer Knix begleitete das Ver⸗ gnügen.

(Fortſetzung folgt.)

5