Jahrgang 
1868
Einzelbild herunterladen

Lorbem Stander igs an zugleich Kräften Nuine Freiden icelung Zundes⸗ eiſchen Kräften die Er⸗ ud. 12

ſe Weiſe lichen

re ganze en. Piel et Hhpo⸗

bei Eins Geogra⸗ ngliſchen ind laut Feſtlich⸗ e Wälche nkönnte; ſein; es n, indeß das zum nch zu

auch auf

gewähr⸗ Die Velt n Drittel Farantie rm ver⸗ erſunken⸗ men und te, Berg⸗ en Auft⸗

nken um, boche zur meinen ekannten ſem Mo⸗ ſche bon ich noch bindlich⸗ lm wird, ider un

1e Sachen

en werde,

der ruſ⸗ allehran t uben nbiſth⸗ vorzl uetſchln⸗ al ein iungen n Grund um Lode iechnunz⸗ Geliebt et Liebe unſi und n

doß int

die Wirkungen der Leydner Flaſche.

175

Theuren verhaftet werden kann, denn wenn man Thränen weint, über ſein Schickſal klagt, ſo liegt die offizielle Vermuthung nahe, daß man mit ſeiner Regierung nicht zufrieden ſei, und nicht zufrieden ſein heißt unzufrieden ſein. Es gibt deshalb in Paris ſchon Leute, die keine Einladung zu Begräbniſſen mehr annehmen, weil man nicht wiſſen kann, ob nicht eine Falle dahinter verborgen iſt.

Viel ſchlimmer noch machen es die Behörden in Brüſſel. Dort wurde neulich von Amts wegen atteſtirt, daß ein gewiſſer A. Y. Z in Amerika geſtorben ſei. Der Todtenſchein koſtete 1 Franes 75 Cen⸗ times.

. Y. Z. iſt nun zufällig in ſeiner Vaterſtadt Brüſſel und lieſt, daß er verſtorben ſei. Sofort eilt er zu der Behörde und gibt hier perſön⸗ lich die Erklärung ab, daß er nicht geſtorben, auch nicht einmal krank ſei und keinerlei Gründe habe, ſich mit heiler Haut begraben zu laſſen..

Die Behörde ſchaut ſich den Mann groß an und ſagt:Das müſſen wir beſſer wiſſen! Gehen Sie, Sie ſind ein Betrüger, denn K. Y. Z. iſt todt; wir haben es beſcheinigt.

. Y. Z. indeß hängt mit Zähigkeit an ſeinem Leben, er legt die Beweiſe auf den Tiſch, daß er nicht todt ſei, er wird ſogar grob, was immer ein Beweis von Lebensfähigkeit iſt. Endlich gelingt es ihm wirklich, die Behörde zu ſeinen Gunſten zu ſtimmen. Sie erklärt ihm, wenn er zwanzig Zeugen bringe, die eidlich zu beſtätigen geneigt, daß er nicht geſtorben, ſondern am Leben ſei, ſo wolle man die Sache wieder zurücknehmen.

Mir iſt keine weitere Nachricht zngekommen, ob es K. Y. Z. wirklich gelungen iſt, zwanzig Zeugen aufzubringen, die ſchon immer eine große Bekanntſchaft vorausſetzen; kann er das nicht, ſo iſt er aus den Lebendigen geſtrichen.

Ich erzählte oben meinen Leſern von verſunkenen Inſeln und anderen ungewöhnlichen Dingen. Es ſei mir geſtattet, heute von einem theatraliſchen Wunder zu erzählen, das demnächſt in Paris erſcheinen und ohne allen Zweifel ſeinen Weg durch Europa machen wird.

Jeder kenntGulliver's Reiſen zu den Rieſen, zu den Lili⸗ putern ꝛc. Unſere Theater ſind jetzt bekanntlich den Kinderſchriften nur um das Lampenlicht und um die Tricots voraus, denn die Feen ſollen einmal ſolche Coſtüme getragen haben, und die Directionen der Theater behaupten, es gehe ihnen kein Menſch ins Theater, wenn ſie die Feen nicht ſo ankleiden, wie es im Buche ſteht.

In allen unſern neuen Theaterſtücken, die auf das Auge und die Sinne überhaupt berechnet ſind, ſpielt eine gute und eine böſe Fee. Die Eine beſchützt Dieſen, die Andere Jenen: ſie beſchenken ihre beiden Schützlinge mit Talismanen, denen ſogar ein Chaſſepot⸗ gewehr nichts anhaben kann, bengaliſches und elektriſches Licht ver⸗ klären die ganze Athmosphäre, ſodaß die Liebenden ſtets in einem Meer von Licht umherwandeln, während ſie mit Drachen und anderen Scheuſalen kämpfen. Endlich ſiegt die Unſchuld doch(ob⸗ gleich es mir nie ſo ganz unſchuldig vorkommen will, wenn man auf der Bühne in ſo kurzen Röcken umhergeht), die Drachen ver⸗ kriechen ſich in die Unterwelt, der Prinz oder die Prinzeſſin wird entzaubert und der Vorhang kann fallen, nachdem vorher noch ein großes Ballet getanzt worden iſt.

Gulliver's Reiſen kommen nun alſo auf die Bühne, wie ſchon Aſchenbrödel ſeit einem Jahre auf derſelben Erbſen leſen muß, um ſchließlich eine ſtolze Königin zu werden. In dieſem neuen Feenſtück ſoll nun Unglaubliches an Rieſen, Zwergen ꝛc. geliefert werden. Gulliver kommt bekanntlich auch in ein Land, in welchem die Pferde die herrſchende Nation ſind und die Menſchen die Pferde bedienen müſſen. Auch dies kommt auf die Bühne. Es wird ein großes Pferdeballet von hübſchen Tänzerinnen aufgeführt werden. Die Rieſen ſind Alle ſchon engagirt, die Zwerge ſollen von Gliederpuppen dargeſtellt werden. Es gibt alſo eine Kinder⸗Komödie, wie ſie nicht ſchöner gedacht werden kann.

Indeß iſt das noch lange nicht das Tollſte, was uns auf den Theatern bevorſteht. Eine andere, noch viel unglaublichere Darſtel⸗ lung iſt in Vorbereitung, die natürlich auch alle größeren deutſchen Theater bringen werden. EineRevue des Jahres 1867 wird auf⸗ geführt, in der alle die Ereigniſſe wiederholt werden, welche das Jahr uns geboten.

Darunter iſt natürlich die Induſtrie⸗Ausſtellung eine Hauptſache. Man wird das Innere des Juduſtrie⸗Palaſtes auf das Theater bringen; namentlich die große Maſchinen⸗Galerie wird dargeſtellt und zwar der Art, daß alle Maſchinen, künſtlich nachgeahmt, in voller Thätigkeit erſcheinen.

Alle die Wunder der Induſtrie und der Wiſſenſchaft, welche die Ausſtellung aufs Tapet gebracht, werden auf dem Theater erſcheinen, natürlich mit allen den Nationalitäten, welche die Ausſtellung beſucht. Unter andern wird ein Tableau die Wunder der Elektricität darſtellen, Eine junge Dame wird den poſitiven, die andere den negativen Pol darſtellen, ſelbſtverſtändig in elektriſchem Licht. Die unglaublichſten chemiſchen Experimente in großartigem Maßſtabe werden in dieſem und andern Tableaux des Stückes ausgeführt werden; eine Ueberraſchung wird die andere ſchlagen, und geblendet von all den Lichteffecten werden wir nach der Vorſtellung nach Hauſe gehen.

Es braucht gar nicht erſt geſagt zu werden, daß auch wieder

lebendige Tiger und Löwen für dieſes Stück engagirt werden; dabei will ich aber erwähnen, daß die Batth'ſchen Löwen, welche man während des Sommers zum Schluß iu einem Tableau des Feenſtückes Biche au bois auf der Bühne vorführte, in den fünf Monaten 50,000 Francs verzehrt haben. Kommt alſo auf jeden Monat 10,000 Francs; ein Beweis, daß die Könige der Thiere ebenfalls eine nicht unbedeutende Civilliſte beanſpruchen.

Uebrigens ſehe ich's kommen, daß wir in einigen Jahren keine eigentlichen Schauſpieler mehr gebrauchen werden. Dramen will ſchon kein Menſch mehr ſchreiben, weil ſie keiner mehr ſehen will; Gazen, Tricot, bengaliſche Beleuchtung, ſchöne Arme und Beine, aus dieſen Zuthaten bereitet man heute das erfolgreichſte Theaterſtück. Der Circus geht ſchon jetzt auf die Bühne, die Seiltänzer und die übrigen Schaugaukler werden nicht lange auf ſich warten laſſen, und Offen bach wird ſehr gern dazu die Muſik ſchreiben.

Trotz all der Noth, die in der Welt herrſcht, trotz aller Brod⸗ Theuerung wiſſen wir nicht mehr, was wir vor Uebermuth treiben ſollen. Auch unſere Geſellſchaften tragen bereits den Stempel unſerer Komödien.

Da hat man jetzt wiederum eine neue Unterhaltung für die Gäſte erfunden. Ein reicher Gutsbeſitzer ladet ſich eine große Ge⸗ ſellſchaft befreundeter Familien auf acht Tage in ſein Schloß. Wo⸗ mit ſie beſchäftigen? Jagden, Ballſpiel, Tanz, Waſſerfahrt, Alles iſt ſchon dageweſen! Was thut er? Er ladet ſich einen Photographen zur Unterhaltung ſeiner Gäſte ein.

Wo dieſe ſtehen und gehen, der Photograph iſt bei ihnen; er photographirt ſie im Stehen, im Sitzen, im Tanzen, im Schlafen. Spielen ſie auf dem Schloßhof, der Photograph iſt dabei, gehen ſie im Park ſpazieren, der Photograph verfolgt ſie; ja findet ſich unter ihnen ein liebendes Pärchen zuſammen, das die tiefſten Schatten des Parkes ſucht, um auf einer Bank heimlich zu koſen, der Photograph lauert hinter dem Gebüſch, und eine Stunde darauf iſt in der ganzen Geſellſchaft ihr Bild vertheilt, wie ſie auf der heimlichen Raſenbank ſitzen, ihre Hände ſich verſchlungen halten, und wenn nicht gleich die öffentliche Verlobung ſtattfindet, ſind ſie vor der ganzen Welt blamirt.

Wohin ſoll das Alles noch führen!

Paris, im November.

Nachſchrift. Der Unzuverläſſigkeit unſerer Zeitungen iſt es zu danken, daß die Inſel Tortola, deren Schickſal ich oben beklagte, gar nicht untergegangen iſt. Ein Sturm hat ſie arg verwüſtet, doch wird hinzu geſetzt, daß die Behörden, Gott ſei Dank, gerettet ſind.

Es iſt das Letztere namentlich ein Gläck, denn was hätte die arme Inſel anfangen ſollen, wenn ſie keine Behörden gehabt hätte! Der Gouverneur gibt eigenhändig ein Lebenszeichen von ſich, beklagt aber zugleich, daß die ganze Gouvernementskaſſe nur 50 Pfund Ster⸗ ling enthalte, viel zu wenig, um das Elend zu lindern, das nach den Verwüſtungen des Sturmes auf der Inſel herrſche. Mit 50 Pfund Sterling alſo hat man die Kühnheit gehabt, eine ganze An⸗ tillen-Inſel regieren zu wollen! Geht das nicht über die Blamage, welche Dr. Véron, der MillionärBürger von Paris, noch im Tode erlitt, als man in dem Keller dieſes Mannes, der die glänzendſten Diners gab, nur acht Flaſchen Wein vorfand?

Hans Wachenhuſen.

Auf einem Donauſchiff. Skizze von Fr. Tietz.(Zur Illuſtration in Nr. 10.)

Rhein und Donau jener der elegante deutſche Culturſtrom, ariſtokratiſch⸗ſtolz auf ſeine Vorzeit, die lebensvolle Gegenwart wie ein lebensluſtiger Roué genießend, und chevaleresque von bedeutungs⸗ voller Zukunft träumend womöglich von einer waffenklirrenden, kriegeriſchen gefeiert durch deutſch⸗romantiſche Sagen, die von den Höhen ſeiner Rebenufer herabklingen, eine Waſſerpromenade der Touriſten, die das Auge nicht losreißen können von den ſtadt⸗ und

ſchloß⸗ und burgbeſäeten grünen Geſtaden! Papa Rhein, ein be⸗ geiſterter deutſcher Poet, bis er an der Grenze der Niederlande an⸗ kommt, wo er zum bedächtigen, practiſchen Geſchäftsmann wird, zum phlegmatiſch dahinſchleichendenMyn Herr und ſogar ſeinen deut⸗ ſchen edeln Namen ablegt, und in der ſeichten Krämer⸗Waſſerwelt ſpurlos verſchwindet.

Und die Donau? Auch ein deutſches Nixenkind, geboren im fürſtlichen Schloßgarten zu Donaueſchingen alsfürſtlich Fürſten⸗ berg'ſcher Unterthan. Wie den Bruder Rhein beſeelt auch ihn, den alten Danubius den wir, wie den Burſchen Maſter Ellus zur Miß Ella, zur Dame Donau germaniſirt der Triebin die Ferne zu ziehen. Und er wandert hinaus aus ſeinem mediatiſirtenengern Vaterland, nicht in Glacshandſchuhen und lackirten Stiefeln, ſondern wie ein ſorgloſer natürlicher Burſche, rechts und links ſchauend mit keckem Blicke. Derb und faſt bedächtig durchzieht er das behäbige Baierland, erfreut ſich im geſegneten Heſterreicherland an Fels und Berg, auf deren Höhen, in deren Schluchten die harmloſere, oft heitere Sage plaudert, und gelangt ſo unter den Glockentönen, die von ſtolzen Klöſtern und Gotteshäuſern über die Wogen klingen, nach Wien, der luſtigen Stadt der modernen Phäaken, mitten in Reben⸗ hügel gelagert. Man ſieht's dem wandernden Strom an ſeinem Zaudern an, wie gern er hier ſeine Wanderung enden möchte. Mit