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einige Uebungen im Fechten oder in der Gymnaſtik und trank, während er ſeine Briefe las, eine Taſſe Thee. Dann empfing er ſeine Lieferanten und machte den Speiſezettel für das Frühſtück und das Mittagsmahl.
Uum 11 Uhn ſetzte er ſich, vollſtändig in Toilette, doch im Hausrock, mit ſeiner Geliebten Nr. 1(er hatte deren nämlich zwei) zum Frühſtück, das ſehr einfach, aber auch ſehr delicat war. Auch der Wein war nur gewöhnlich, aber gut, denn Seymour war ein Ken er.
Nach dem Frühſtück ging er in die Bibliothek, in der er am liebſten ſaß, durchſtöberte einige ſathriſche Blätter, blickte in einige Bücher und dictirte dem Secretär ſeine Briefe.
Hiernach empfing er ſeine Freunde, wenn nicht gerade der Tag für die Akademie war.
Um 3 Uhr erwartete ihn ſein Wagen im Hofe des Hotels. Er ließ ſich ins Bois de Boulogne fahren, machte dort eine Promenade zu Fuß und kehrte erſt zur Mahlzeit nachdem er ſeiner Geliebten Nr. 2 einen Beſuch ge⸗ macht.
Faſt ohne Ausnahme ſpeiſte er bei ſeiner Mutter, die in dem Hotel eine Etage bewohnte und ebenſo wie er ihre Sonderbarkeiten hatte. Dieſe Dame nämlich lebte mit einer unglaublichen Oekonomie, obgleich ihre Vermögensverhältniſſe ihr doch geſtatteten, einmal vierzehn Millionen an der Börſe zu verlieren, ohne den Verluſt zu ſpüren. Man behauptete, ſie trage ſtets eine Million auf ihrer Bruſt, für den Fall eines Malheurs. Sie ſah Niemand bei ſich und ſaß den ganzen Tag hindurch am Fenſter, um die Vorübergehenden zu beobachten. Ihr einziger Geſellſchafter war der junge Richard Wallace, ihr Neffe, für den ſie eine zärtliche Anhäng⸗ lichkeit zeigte und dem ſie doch nur eine Rente von 12000 Franes vermachte.
Um 9 Uhr kehrte Seymour in feine Wohnung zurück und verließ dieſelbe nur in ſeltenen Fällen wieder. Faſt täglich war er hier von einem kleinen Hofe umgeben, in deſſen Mitte ihm die Zeit verfloß.
Sein Serail beſtand, wie wir wiſſen, aus zwei Favoritinnen, ſeine Bedienung aus einem Kammerdiener, der ihn zu pflegen hatte, zwei Lakaien, welche die Gäſte anmeldeten, zwei andern Dienern, einer Kammerfrau, einem Maitre d'hötel, einem Piqueur, drei Kutſchern und zehn Stallknechten, im Ganzen mit der Küchenbedienung aus dreißig Perſonen.
Der Maitre d'hötel hatte natürlich die Aufſicht über das Silbergeſchirr, unter welchem ſich einige Service von großem Werth befinden. Eines Tages rief er dieſen und bezeichnete ihm eins der Service, welches bei einem glänzen⸗ den Diner figuriren ſollte. Meiſter Calvo, ein Italiener, ver⸗ beugte ſich, ging und— kam nicht wieder.
Lord Seymour ward endlich ungeduldig; er ließ den Calvo ſuchen, Niemand jaber fand ihn. Der Portier ſagte aus, Calvo habe das Haus eiligſt verlaſſen und ſei nicht zurückgekehrt. Die Erklärung ließ nicht auf ſich warten: das koſtbarſte Service fehlte unter dem Silbergeſchirr.
Die Polizei nahm ſich der Sache an und fand das Service im— Leihhauſe. Lord Seymour mußte hundert⸗ tauſend Franes zahlen, um ſein Eigenthum wieder auszulöſen. Auch den Dieb erwiſchte man, indeß zeigte ſich Seymour ſehr nachſichtig in ſeiner Ausſage gegen den ungetreuen Diener.
Lord Seymour hatte drei Leidenſchaften: ſeine Körper⸗ übungen, ſeine Pferde und ſeine Cigarren. Sein Marſtall zählte bis ſechzig Pferde und war ein Wunder der Eleganz. Er ſelbſt war einer der feinſten Kenner. Ebenſo glänzend waren ſeine Geſchirre und oft trieb er ſeine Leidenſchaft für die Pferde bis zur Tollheit.
So gerieth er einmal außer ſich, als er eins ſeiner ſchnellſten Pferde vor ſeinem Cabriolet führend, von einem Herrn eingeholt wurde, der ihm gleichgültig vorüber fuhr. Sehmour ſetzte Alles daran, ihn einzuholen, es gelang nicht. Seitdem erſchien er täglich wieder im Bois und ſuchte ſeinen Gegner auf. Pünktlich erſchien auch dieſer, nahm den Kampf mit ihm auf und blieb ſtets der Sieger. Seymour wurde krank vor Aerger über dieſe Niederlage und gab endlich be⸗
ſchämt den Wettkampf auf. Es war dies eine ſeiner bitterſten Lebenserfahrungen; er hatte einige hunderttauſend Franes ausgegeben, um immer noch einen ſchnellern Traber zu finden und ſeinen Gegner zu ſchlagen, aber er mußte einſehen, daß ſelbſt Millionen umſonſt geopfert wären.
Ihm allein iſt die Einbürgerung der Wettrennen in Frankreich, die jetzt in Paris eine ſo große Rolle ſpielen, zu danken, und wie man berechnen kann, koſten ihm dieſe Renner, obgleich er fortwährend die höchſten Preiſe gewann, einige Millionen. Endlich jedoch ſchien er dieſe Leidenſchaft aufzu⸗ geben; er glaubte ſich einmal bei der Entſcheidung im Rennen zurückgeſetzt, proteſtirte gegen das Urtheil des Preisrichter und verkaufte alle ſeine Rennpferde. Der Turf verlor an ihm eine der glänzendſten Erſcheinungen.
Einen unglaublichen Luxus trieb er mit Cigarren, in welchen er der feinſte Kenner war. Alle ſeine Cigarren, großentheils von den theuerſten Gattungen und erſt nach der ſorgfältigſten Prüfung acceptirt, befanden ſich in koſtbaren Behältern, aufs peinlichſte ſortirt, und die Lieferanten von Paris ſuchten deshalb Alle die Protection ſeiner Kammerdiener.
Das Spiel war Seymour's Leidenſchaft nicht; er riskirte höchſtens im Club einige Goldſtücke, um ſich die Zeit zu vertreiben. Eines Abends hatte er ganz beſonderes Unglück und verlor einige Tauſend Franes. Seymour vermuthete Betrug, er ließ ſich die im Spiel benutzten Karten geben und dann den damals ſehr bekannten Taſchenſpieler Philipp zu ſich rufen.
Seymour's Verdacht beſtätigte ſich, die Karten trugen in den Ecken kleine, kaum merkbare kabbaliſtiſche Zeichen, welche die Farbe und die Bedeutung der Karten andeuteten. Wenige Minuten des Unterrichts genügten, um Sehmour vollſtändig mit dieſem falſchen Spiel vertraut zu machen. Er zahlte Philipp tauſend Franes und verzichtete von da ab auf das Kartenſpiel, wie er auf die Rennpferde verzichtet hatte.
Seymour verſteckte hinter einem Vorhang in einem Winkel ſeiner Wohnung ein ſonderbares Gemälde. Wenn nun ein Bettler, ein Bittſteller oder irgend eine Perſon kam, die ſeine Kaſſe in Anſpruch nahm, ſo ließ er dieſe reden, zog ſich dann in dieſe Ecke zurück, ſchloß ſich ein, öffnete den Vorhang und betrachtete eine Zeit lang das geheimnißvolle Gemälde.
Dieſes Bild ſtellte ihn ſelbſt als heiligen Sebaſtian vor, wie er von einer Meute von Bittſtellern mit Stäben durch⸗ löchert wurde. In den ihn umringenden und durchbohrenden Perſonen erkannte man eine Menge ſeiner Jugendfreunde und faſt das ganze Perſonal ſeines Hauſes. Die Summen, welche daneben verzeichnet ſtanden, verriethen, daß Sehmour in dieſem Gemälde die Geſchichte ſeiner Enttäuſchungen hatte darſtellen laſſen. Unter dieſen Perſonen figurirte auch eine in Paris ſehr bekannte Tänzerin, die ihn mit einem diaboliſchen Lächeln durchlöcherte.
Wenn Lord Seymour dieſes Bild mit einer Miene von Melancholie und Verachtung eine Zeit lang betrachtet hatte, ſo kehrte er unverwundbar gegen alle feinere„Schindereien“ zurück. Jedenfalls beweiſt uns dies, daß Seymour's Gleich⸗ gültigkeit, die er oft gegen fremdes Unglück zeigte, ein Reſultat der Selbſterziehung und feſter Grundſätze war, die er aus zahlreichem Misbrauch ſeiner Gutmüthigkeit gewonnen. Er ſelbſt erzählte oft, er ſei im Anfang ſeiner Carrière als Millionär zu oft aufs ſchändlichſte hinters Licht geführt, ſeine Bereitwilligkeit zu helfen ſei zu oft aufs empörendſte gemis⸗ braucht; man habe ihm vielfach das Elend von Familien ge⸗ ſchildert, die am Rande des Abgrundes ſtehen ſollten und die wie ihn der Zufall hinterdrein überzeugte, inzwiſchen die ſorg⸗ loſeſte Exiſtenz geführt; man habe ihn faſt täglich mit Müßig⸗ gängern umgeben, die ſeine Harmloſigkeit ausgebeutet, habe ihm Arme zugeführt, deren Elend nur Maske geweſen und die ihn hinterher aus Dankbarkeit noch lächerlich gemacht. Deshalb, ſagte er, habe er ſeine Gutmüthigkeit in einen Panzer geſteckt.
Man behauptet ſogar, Seymour habe endlich gegen alle ſogenannte Bettelbriefe einen ſolchen Abſcheu bekommen, daß er jeden derſelben, ſobald er ihn geöffnet, ſofort verbrennen ließ.


