hatte, elchen inein⸗
h ihr te ſie, nfache ſie ſo „daß nach e zu vählt hrem ſenen heren hrerer unſere päher athen, baren den. woirie nwir tenden inne⸗ ihrten den deren Thal⸗ oten.
Voten gen,
s im inette Harfe ſelnd Auch ge⸗ umte nnen die ver⸗ raße ſten eſſor, tyrer⸗ mend Pehl tel War litzen e
hun, das uhe⸗
Nel⸗ 8 als
—
andere Leute, füllen beinahe alle Räume des königlichen Hof⸗ theaters. Es wird die Generalprobe der neuen Oper: „Eduard und Kunigunde“ abgehalten.
Auch Priepitzer weilt in den heiligen Hallen und harrt hinter einem Pfeiler der Galerie mit ungeheurer Spannung der muſikaliſchen Wunder, aus denen die neue Oper be⸗ ſtehen ſoll.
Priepitzer hat viel erlebt ſeit jener unſeligen Serenade in Leipzig. Das ſonſt ſo kunſtſinnige Sachſen that ihm die Schmach an, ihn wegen nächtlicher Ruheſtörung ſammt ſeinem Orcheſter zu drei Arreſttagen zu verurtheilen, und dann Alle mit Schub in die Heimat zu befördern. Sie weinten vor Entrüſtung über dieſe ſchmachvolle Behandlung mit Ausnahme der Harfen⸗Mariandl, welche an ſolche Abenteuer ſchon ge⸗ wöhnt war. Und als ſie an der ſächſiſchen Grenze der ſächſiſche Gensdarme dem öſterreichiſchen übergab, da that Priepitzer den feierlichen Schwur, nie und nimmermehr das Oratorium„die wal des köniks Dahrius im Grichenlant“, das ſo viel Unheil verſchuldet hatte, aufzuführen. Priepitzer hatte dieſen Schwur treu gehalten. Er blieb von nun an auf der breiten Heerſtraße der Alltäglichkeit, ſpielte Pol ka's, Walzer und Märſche, erntete ungeheuren Ruhm und wurde endlich, nachdem er viele Paare der ſchwerſten eiſenbeſchlagenen Stiefel zerriſſen, bei einem königlichen Hoftheater angeſtellt. Er war nicht Kapellmeiſter, er wirkte in einer beſcheideneren Sphäre, er war Lampenputzer, und wahrlich, Priepitzer's Lampen waren ſo gut geputzt, als nur je welche in irgend einem königlichen Hoftheater geputzt worden ſind. Seine Begeiſterung für die Tonkunſt hatte aber trotz ſeiner amt— lichen Stellung und neuen Würde nicht abgenommen. Bei jeder neuen Vorſtellung, bei jeder Repriſe, ja ſo oft die Keſſel⸗ pauken im Orcheſter neu beſpannt wurden, erſchien Priepitzer hinter dem Galeriepfeiler, um von hier aus das neue Werk an ſeinem kritiſchen Geiſte Revue paſſiren zu laſſen. ⸗
Heute war Priepitzer ganz beſonders aufgeregt. Die Oper„Eduard und Kunigunde“, deren Generalprobe er durch beſondere Protection beiwohnte, ſollte nämlich einer ganz neuen Kunſtrichtung angehören, welche ihre Gegner„die Unmögliche“ nannten. Der heutige Abend war zur Ent⸗ ſcheidung beſtimmt, ob ein von Menſchenhänden geſpieltes Inſtrument dieſe Muſik ausführen, eine Menſchenkehle ſie ſingen, menſchliche Ohren ſie hören könnten.
Die Oper„Eduard und Kunigunde“ war ein Verſuch zur Erprobung der menſchlichen Widerſtandsfähigkeit, und zu einem der Probeobjecte hatte Priepitzer ſich ſelbſt auserſehen. Endlich gab der Dirigent das Zeichen zum Beginne und Priepitzer ſchloß die Augen.
Da hörte er anfangs in großen Pauſen und dann
149„—
immer ſchneller das Raſſeln und Wirbeln der Trommeln, da— zwiſchen die Donnerſchläge der Keſſelpauken, dazu brüllen die Hörner, heulen und winſeln die Violinen, als ob ſie eben⸗ ſo viel Katzen wären, welche über einen Zaun klettern wollen, und ſo oft ſie das oberſte Brett erreicht haben, immer wieder am Schweife heruntergezogen werden. Malte die Introduction einen Eiſenbahnzug, der durch eine blühende Landſchaft fährt?
In Priepitzer's muſikaliſcher Seele dämmerten Remini⸗ ſcenzen auf. Er hatte dieſe Muſik ſo voll Ausdruck und Kraft und doch ohne Melodie ſchon einmal gehört, vielleicht ſogar ſelbſt geſpielt. Mit jedem Takte wurde dieſer Gedanke bei ihm klarer und mächtiger, und Verzweiflung erfaßte ſeine Seele, als er erkannte, daß er beraubt, beſtohlen, muſikaliſch ermordet ſei, von dem Profeſſor, dem er auf den Wunſch luſtiger Studenten in Leipzig die unglückliche Serenade ge⸗ bracht hatte. Noch vermochte er es über ſich, ruhig zu ſcheinen, während ſein Gehirn in wahnwitziger Wuth zu berſten drohte. Priepitzers Dickſchädel war fähig die Generalprobe bis zum letzten Takte anzuhören und ſich zu überzeugen, daß nicht nur die Ouverture, nein Alles, Alles, Takt für Takt aus dem berühmten Oratorium:„Wahl des Königs Darius“ ge⸗ ſtohlen ſei.
Eine Hoffnung war es, die ihn beſtärkte, die ihn aufrecht erhielt. Vielleicht hatte der Profeſſor den großartigſten Theil des Oratoriums, das Chaos, nicht gehört, nicht verſtanden, nicht verarbeitet. Dann konnte Priepitzer noch immer hin— treten und den muſikaliſchen Raubmörder überbieten, ent⸗ larven.
Vergebliche Hoffnung! Im fünften Akt der dritten Ab⸗ theilung der Oper„Eduard und Kunigunde“ fährt Eduard auf der Eiſenbahn zu Kunigunden— Kunigunde benutzt einen andern Zug, um ihm entgegenzufahren, und mitten auf der Bühne, gerade vor dem Suuffleurkaſten ſtoßen beide Eiſen⸗ bahnzüge aufeinander.— Es waren gemiſchte Trains!
Da brüllten die Maſtochſen und grunzten die Schweine und gackerten die Hühner und blökten die Schafe; es ſauſt und brauſt der Dampfkeſſel der Locomotive, während fünf in die Luft fliegende Paſſagiere den Eiſenbahndirectionen mit Proceſſen drohen. Die ſterbende Kunigunde ſingt mit dem zerriſſenen Eduard ein Duett und all das übertönt plötzlich ein entſetzlicher Schrei Priepitzer's, wie er ſich noch nie menſch⸗ lichen Kehlen entrang:„Auch mein Chaos hat dieſer Profeſſor geſtohlen!!!“ Man vernimmt einen dumpfen Fall, die Probe wird unterbrochen, eines Jeden Blick wendet ſich nach dem Störer, doch dieſer hört Eduard und Kunigunde nicht mehr.
Priepitzer, der echte Erfinder der Zukunftsmuſik iſt vom Schlage getroffen todt niedergeſunken.
2
Wiener ßriefe.
Zwei Monumente: J. N. Vogl und Fürſt Karl Schwarzenberg.— Monumentale Ideen Hähnel's.— Die heilige Allianz auf der Dreh⸗
ſcheibe.— Feſthymne von J. G. Seidl, zuſammengeſchoſſene Muſik von Herbeck.— Fernkorn im Irrenhauſe.—„Begum Somru“, Prauer⸗
ſpiel in fünf Acten von Halm.— Dingelſtedt in der Hofopernbibliothek bei Aſcher und in der Peterskirche.— Improviſationen des Frl. Gallmeier.— Frl. Mannsfeld.— Der Sperl.— Eine alte, aber wahre Geſchichte.
L. Zwei Monumente wurden enthüllt! Am Schmelzer Friedhofe errichtete der„Wiener Sängerbund“ einen einfachen ſchlichten Sandſtein ſeinem ehemaligen Ehrenmitgliede Johann Nepomuck Vogl, dem populärſten Balladendichter Oeſterreichs. Die Grabſchrift iſt, wie es der Verewigte ſelbſt gewünſcht, deſſen Gedicht:„Letzte Treue.“ Das wohlehrwürdige fürſters⸗ biſchöfliche Conſiſtorium geſtattete auch dem Sängerbunde bei der Enthüllnng des Steines die„Letzte Treue“ zu ſingen, ver⸗ bot jedoch eine Feſtrede zu halten, weshalb man zu dem Auskunftsmittel griff, die wenigen Worte, die geſprochen werden ſollten, drucken zu laſſen und Jedem der am Fried⸗ hofe Anweſenden ein Exemplar einzuhändigen. Einige Tage ſpäter, am 20. October, ſtauten ſich die dichtgedrängten Menſchen⸗ maſſen auf der breiten Ringſtraße; es fiel unter Aufgebot des höchſten militäriſchen Schaugepränges die Hülle des Schwarzen⸗
berg⸗Monumentes.— Ueber Ueberfluß an Popularität, etwa wie Vater Radetzky, hatte ſich der Höchſtſelige gewiß nie zu beklagen gehabt, aber er war trotzdem ganz gewiß ein großer Mann, da laut glaubwürdigen Berichten ſich Napoleon I. über Se. Durchlaucht beinahe ebenſo günſtig zu äußern geruhten, wie Se. Majeſtät Er über Herrn Notarius Pr. Schindler. Jetzt reitet Se. Durchlaucht, in Lebensgröße in Erz gegoſſen, auf einem Poſtament aus Salzburger Marmor zwiſchen dem Palais des Herrn Erzherzogs Ludwig Victor und jenem des feuerfeſten Kaſſenfabrikanten Wertheim, vor ſich die Ringſtraße und hinter ſich das Schwarzenberg⸗Palais, begrenzt von dem übelduftenden Wienfluſſe. Dr. Julius Hähnel hatte ſich bei dieſem Monumente keine geringe Aufgabe geſtellt, und ſie auf die genialſte Wiſee der Welt gelöſt. Offenbar wollte er Schwarzenberg in der Doppeleigenſchaft eines diplomatiſchen Feldherrn und


