Jahrgang 
1868
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notiren. cher ſi, eihn be⸗ ding und hes bes he Maler iſin ds patriar heriſchen ſetzte, da uche die urmelnd Ein an⸗ ung und ich nicht welgude, hata ver⸗ leider in Midas,

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Jeder meiner Leſer wird begreifen, daß keine außergewöhnliche geiſtige Begabung dazu gehört, um dieſe kurze Lehre ſeinem Gedächt⸗ niſſe einzuprägen, und ich bin überzeugt, wenn man den Menotti, als er noch ein Kind war, fragte: Wie viel iſt 5 102 ſo antwor⸗ tete er:Der Papſt muß umgebracht werden!

Kannte doch auch ſeine Mutter Anita kein anderes Glaubens⸗ bekenntniß! Sie war eine Amazone ſo wild und tapfer wie je eine das Schlachtroß beſtiegen, und gebar dieſen Sohn im Jahre 1840 in St⸗Simon, einem elenden Rancho in den Pampas des La-Plata, als ſie mit ihrem Gatten alle die Gefahren und Entbehrungen eines Indianerlebens führte. Man erzählt von ihr, wie ſie drüben in Süd⸗ amerika eines heißen Tages an der Spitze der Ihrigen in den Feind ſprengte, von dieſem umringt und aufgefordert wurde, ſich zu er⸗ geben. Anita, ſtatt jeder Antwort, trieb ihr Pferd zu einem wüthen⸗ den Sprung, feuerte ihren Revolver ab und jagte wie ein Wirbel⸗ wind durch die Feinde hindurch. Eine Kugel durchbohrte ihren Hut, eine andere warf ihr Pferd zu Boden. Sie ward gefangen genom⸗ men, entkam aber ſchon einige Tage darauf durch ein Wunder von Muth und Kaltblütigkeit.

So ward ſie auch einſt, als Garibaldi abweſend, in ihrem Rancho durch den Feind überfallen. Nur wenige Tage vorher hatte ſie ihren Sohn Menotti geboren. Was that Anita? Entſchloſſen wickelte ſie, als ſie die Gefahr ſah, den Knaben in den Poncho, den Mantel ſeines Vaters, ſprang auf das Pferd, und den Knaben vor ſich, gelang es ihr, den Wald zu erreichen, in welchem ſie Garibaldi mit ſeinen Ge⸗ noſſen fand.

Menotti iſt alſo ſchon in ſeiner Wiege mit einem Kugelregen getauft worden. Ich zweifle ſehr, daß ihn ſeine Mutter Anita zu jener Zeit der Drangſale, als ſie mit ihrem Gatten in Italien vor den ſiegreichen Feinden floh und in San⸗Marino den Strapazen er⸗

lag, in eine chriſtliche Erziehungsanſtalt gegeben hätte. Auch in

4 Caprera mochte er auf der troſtloſen Inſel vielleicht die Stimme

Gottes in dem Brüllen des Sturms und in dem Toſen der Bran⸗ dung erkennen; aber auch aus dieſen gewaltigen Lauten erfand er ſicher nur eine Stimme, die ihm immer zurief: der Papſt muß ver⸗ tilgt werden! Und ſo ging er denn mit ſeinem Vater hin, um die Sache da fortzuſetzen, wo ſie im Jahre 1860 aufgehört hatten. Die Weltgeſchichte ſchien, wie ich ſagte, dieſes halb vollendete Drama ganz vergeſſen zu haben, Garibaldi und Menotti, wenn ſie abends ſchlafen gingen und morgens aufſtanden, ſagten ſich inzwiſchen anſtatt Gute Nacht und Guten Morgen: der Papſt muß vertilgt wer⸗ den! So war es denn kein Wunder, wenn die heilloſe Geſchichte noch einmal los ging; aber es iſt zu erwarten, daß ſie ſich noch einmal ein Zeichen da machen, wo ſie ſtehen geblieben ſind. Gari baldi wird alſo wiederum fünf bis zehn Jahre Zeit haben, ſeinem Sohne jeden Abend zu ſagen:Du, Menotti, vergiß mir ja nicht,

daß der Papſt vertilgt werden muß!

Cato ſagte auch alle Tage: Karthago müſſe zerſtört werden, und als ich in der Schule nach Quarta kam, erfuhr ich, daß es auch richtig ſo gekommen ſei. Mit einiger Conſequenz und etwas Welt⸗

geſchichte erreicht man endlich Alles.

Indeß, reden wir nicht mehr von dieſer das Herz jedes wahren Chriſten betrübenden Angelegenheit. Wer kann wiſſen, was der Himmel beſchloſſen hat. Wenn ich ſehe, wie die Menſchen ſich in die Rathſchlüſſe Gottes hinein drängen, erinnere ich mich immer an den neugierigen Wiſſensdrang jenes Kindes, das, wie es Kinderſitte iſt, ſeine eigene Mutter über das Walten Gottes in Verlegenheit brachte.

Mama, fragte es,warum iſt denn immer Sonntag?

Weil der liebe Gott in ſechs Tagen die Welt erſchaffen hat und am ſiebenten, dem Sonntag, ruhte.

Mama, fragte der Kleine,was hat denn der liebe Gott am Montag gemacht?

Im ganzen genommen ficht mich, ſeit ich die Pariſer Weltaus⸗ ſtellung geſehen habe, zuweilen, wenn ich allein bin und mir nichts ſo recht gelingen will, die Idee an, das die Vorſehung uns für viel reifer hält als unſere Regierungen, die, je mehr Menſchen geboren werden, deſto mehr Polizei anſchaffen und wenn noch hundert Jahre vergangen ſind, ſo viel Geſetze geſchrieben haben werden, daß kein Menſchengedächtniß eines Advocaten oder Richters mehr ausreichen wird, um ſie alle zu behalten, geſchweige denn ein Unterthan bei ſo vielen Geſetzen noch wiſſen kann, was Recht oder Unrecht iſt.

Die Maſchine regiert die Welt. Mit Waſſer, Luft und Dampf wird Alles gemacht, Alles getrieben, Alles erhalten und Alles zer⸗ ſtört. Die Maſchine braucht am ſiebenten Tage nicht auszuruhen,

hecken wachſen laſſen!

die Maſchine ſchafft viel künſtlichere und erſtaunlichere Dinge als die Schöpfung ſie hervorzubringen vermag, die Maſchine corrigirt die Schöpfung ſelbſt und die Kunſt, die Wiſſenſchaft ruft: Oho! der Herr⸗ gott hat die Bäume grün belaubt! Das iſt uns ſchon längſt ſehr belauben! Die Natur läßt Kirſchen auf den Kirſchenbäumen und Zwetſchen auf den Zwetſchenbäumen wachſen; das iſt veraltet, wir werden Trauben von den Diſteln leſen, wir werden der Schrift zum Trotz aus dem Holzapfel eine Ananas machen, werden die Birnen zwiſchen den Aepfeln und die Aprikoſen auf den Schlehen⸗ Die Natur läßt den Menſchen alt werden, ihm Runzein im Geſicht und graue Haare auf dem Kopfe wachſen. Das braucht ſich Niemand mehr gefallen zu laſſen; wir wiſchen die

einförmig und langweilig; wir werden ſie blau, roth oder violett

Runzeln weg und wenn die Haare ausfallen, immerhin, wir ſäen neue Haare auf den Köpfen, wie man Flachs und Hafer ſäet! Alſo keine Angſt mehr, ihr Alten; wir ſäen Euch einen ganzen Kopf voll junger ſchöner Haare, und dann kann's von Neuem wieder losgehen!

So geht das bis ins Unendliche mit den neuen Erfindungen fort; ein Buch könnte ich über alle dieſe Unglaublichkeiten ſchreiben, die doch buchſtäblich wahr ſind. Die Natur hat den Menſchen ver⸗ gänglich geſchaffen, die Kunſt hat Kanonen erfunden, die Könige verlangen jetzt ohne Ausnahme von jedem Knaben der geboren wird, das er in dem ſchönſten Alter, in welchem er, den Quälereien der Schulen und der Lehrzeit entlaufen, das Leben zu genießen denkt, daß er in dieſem ſchönen Alter ſich vor dieſe hinterrückiſch geladenen Kanonen ſtelle und ſich von den Feinden des Vaterlandes todt⸗ ſchießen laſſe, die ihrerſeits auch nur gezwungen hinter die Kanonen geſtellt ſind und viel lieber zu Hauſe die Liebſte als den Kuhfuß im Arme hätten.

Aber keine Noth mehr! rufen ihnen unſere Erfinder zu. Fürchtet Euch nicht und geht nur dreiſt den Kanonen zu Leibe! Wenn ſie Euch auch die beiden Arme und Beine wegreißen, wir haben viel ſchönere erfunden, als ſie die Natur Euch hat wachſen laſſen, viel vollkommenere Arme, die fechten und ſchießen, ringen und raufen; Beine, die reiten, turnen und tanzen können, ohne daß ihr es gelernt habt, die ſo ſchön, ſo vollendet und geübt in allen Künſten ſind, daß es ſchade iſt, um ihretwillen die natürlichen Glieder nicht ablegen zu können! Geht alſo getroſt in den Kampf mit zwei künſtlichen Armen und Beinen im Torniſter, und kommt wirklich eine Kanonenkugel, deſto beſſer; weg mit den müde gelaufenen Beinen und die andern angeſchnallt, die viel durabler und talentvoller ſind! Vielleicht thut's vorübergehend ein Bischen weh, aber das Vergnügen iſt dafür deſto größer! Mögen ſie jetzt gliederzerreißende Kanonen erfinden, wir er⸗ finden für jeden Mann ein Paar Supplementglieder, und dann wollen wir doch ſehen, wer den Kürzeren zieht!

Das iſt alſo die Rettung und der Troſt der Männer, die das Vaterland vertheidigen müſſen, in welche Lage ſie bekanntlich jetzt alle paar Jahre einmal kommen, ſo daß auch ſie das ſchon allmählich gewohnt worden.

Und die Frauen! Es gibt keinen natürlichen Reiz, der nicht durch einen unnatürlichen, d. h. künſtlichen, viel beſſer erſetzt würde.

Welch ein Arſenal von Schönheiten ſehe ich täglich auf meinen Promenaden an den Schaufenſtern der Pariſer Magazine! Der Schmelz der Jugend auf den Wangen iſt vergänglich, trügeriſch, dem Wechſel unterworfen. Eine einzige, unter unruͤhigen Gedanken, in böſen Träumen ſchlaflos verbrachte Nacht verjagt den ganzen Schmelz auf runde vierundzwanzig Stunden; Aerger und Verdruß beſchädigen die Schönheit; Lebensluſt erſchlafft die Fülle und Rundung der Formen, zerſtört die Zierde des Haares, mit einem Wort: es iſt kein Verlaß mehr auf die ganze Schönheit mehr!

Da kommen die Erfinder, die immer mit den Schneidern und Modiſten unter einer Decke ſpielen. Den Schmelz des Geſichtes gibt Mademoiſelle Rachel in Paris wieder, die Emailleuſe, die vermittels einer zarten Emaille dem Geſicht bis über den Rand des Grabes hinaus eine unvergängliche Schönheit verleiht. Tauſende haben ſich ſeit dem Frühjahr ſchon emailliren laſſen und ſelbſt meine ſchöne lächelnde Freundin L. kann nie mehr erbleichen, wie ſie es ſonſt wol that; keine Gemüthsbewegung hat mehr Gewalt über ihre ſchönen Züge; ſie iſt unveränderlich wie das Antlitz einer Statue, und wenn ich ihr ſagte, ihr Gatte ſei geſtorben, ſie würde keine Miene ver⸗ ziehen, denn ihr Antlitz iſt Emaille wie das Bild auf ihrer Broche. Marmorherzen, Marmor⸗Mienen! Muß ein Weib da nicht unver⸗ gänglich werden? Und wieder meine Nachbarin drüben, die immer ſo ſchwermuthsvoll Morgens, wenn ſie ſich vom Schlummer erhoben, die Vorhänge zurückbiegt und zum Himmel hinanfblickt, ſie kann nicht mehr lächeln; ſie hat ſich einmal ein ſchwermuthsvolles Air emailliren laſſen, unv wenn ihr Herz vor Freude ſpränge; ſie kann's nicht zeigen, beim beſten Willen nicht!

Und nun gar der Zauber, die Allgewalt des Seidenhaars, dieſe Rabenfittiche, dieſes homeriſche Schwarzblau, dieſes Gold der Lorelei und der Brunhilde! Die Pariſer Friſeure verkaufen nach einer ge⸗ wiſſenhaften Berechnung der Statiſtiker jährlich 136000 Pfund Haar in Locken und Flechten(ach, dieſe Locken und dieſe Flechten!) was einen Umſatz von mehr als 80 Millionen Francs des Jahres macht, ur on hat ein einziges Haus, wie mir der Beſitzer verſichert, um eis der letzten zwölf Monate für 1,700000 Francs ab⸗ geſetzt!ehan.

WPie viele vecichlichen Haarſchmucken find wäh⸗ rend der Ausſtellung von d mben Schönen hier eingekauft und nach Deutſchland, nach Englano, nach Amerika gereiſt, um dort die

Wonne der Männerwelt zu werdr

Und nun die künſtlichen Reize alle, die nicht ſo öffentlich ge⸗ tragen, die nur angedeutet, mit Entzücken vermuthet werden! Ich könnte ganze Bogen darüber voll ſchreiben, aber ich will mich mit meinen Leſerinnen nicht erzürnen, die da ausrufen würden: dieſer indiscrete Menſch! Man ſollte ihm doch das Alles nicht ſo zeigen, damit er es nicht ausplaudern kann!

O dieſe Kunſt, dieſe Tragweite der Erfindung und ihr frevel⸗ haftes Hinübergreifen in die Schöpfung! Wenn die Zeitungen nicht lügen, ſo hat man neulich bei der zu Ehren des Kaiſers von Oeſter⸗