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Miſſionare der Proteſtanten und der Katholiken den Kopf warm machen, ſagt er:„Es iſt eine wahre Schande, daß der chriſtliche Glaube in ſo viele verſchiedene Bekenntniſſe ge⸗ theilt iſt, während der Islam nur einen einzigen, alleinigen Glauben kennt. Auch hierin gleicht er Eromwell; der Theo⸗ log dietirt ſtets dem Souverän.
Alle geographiſchen Bücher geben ihm Gondar als Haupt⸗ ſtadt ſeines Reichs. Wirklich iſt das auch in einem gewiſſen Grade der Fall, d. h. in dem Sinne, als Amſterdam die Hauptſtadt der Niederlande iſt. Theodor liebt dieſe Stadt nicht; er nennt ſie ein Neſt voll Prieſter und unzufriedener Gelehrten. Selbſt wenn er hier zufällig wohnt, bezieht er ſehr ſelten die ungeheuern Säle des Gimp, des Palaſtes der alten Könige von Abyſſinien. Er läßt ſich vielmehr ſeine Zelte im Hofe oder im Garten aufſchlagen und hier gibt er Audienzen.
Niemals verbringt er die Feſte der Kirche zweimal nach einander an demſelben Orte, ſei es in Ambadjera, in Derek⸗ Danz bei Derita, in Devra⸗Tabor, Jiti oder Vofargef, ſeinen Lieblingsreſidenzen. Offenbar ahmt er hier Pipin und Karl dem Großen nach. Seine einzige wahre Hauptſtadt iſt ſein Zelt, das er unabläſſig von einem Ende ſeines Reichs zum andern transportiren läßt. Der letzte Reiſende, welcher ihn beſuchte, Herr v. Birſon, behauptet, dieſer Hang für das Um⸗ herſchweifen beruhe bei dem gegenwärtigen Negus auf ſchlauer Berechnung. Theodor mag eingeſehen haben, daß in den mo— dernen Revolutionen und Kriegen das Schickſal eines Staats ſehr ſchnell dem der Hauptſtadt folgt; indem er die Seinige mobiliſirt, will er Abyſſinien vor einer Ueberraſchung dieſer Art in Sicherheit ſtellen.
Nach andern Reiſenden folgt Theodor nur der alten Tradition. Die frühern Könige Abyſſiniens hatten ſtets eine ungeheuer ausgedehnte Grenze zu ſchützen und wollten zu ihrer Vertheidigung überall bei der Hand bleiben. Als ſich dieſe Könige allmählich an eine feſte Reſidenz, an Gondar, gewöhnten, ward das letztere wirklich der Ruin ihrer Dy⸗ naſtie, aus welchem Theodor dieſelbe durch ſeine Kühnheit endlich erlöſte.
Die Disciplin des Negus iſt ſtets eine ſtrenge. Lejean z. B. erzählt, wie es einmal in Theodor's Lager im Godjam Baſtonnaden geregnet habe.„Als ich mich eines Tages, er⸗ zählt er,„an den Tiſch ſetzte, hörte ich hinter dem kaiſerlichen Zelt, in welchem ich ſpeiſte, einen taktmäßigen Lärm, als ſei man beſchäftigt, Teppiche auszuklopfen. Spät am Abend erſt erfuhr ich die Urſache. Die dem Lager folgenden hübſchen jungen Mädchen, welche das Getreide zu ſtampfen hatten, waren nachläſſig geweſen und hatten das Brot nicht zu be⸗ ſtimmter Stunde geliefert. Auf des Negus Befehl hatte man
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ſie Alle Seite an Seite auf den Bauch gelegt und mit langen Riemen bewaffnete Männer mußten den Schuldigen ihre Strafe ertheilen. Indeß kein Klagelaut, kaum ein Seufzer war da⸗ bei den Lippen der Verurtheilten entflohen. Schweigend nahmen ſie ihre Strafe hin.“
Die Tapferkeit des Negus iſt nie in Zweifel gezogen worden; er ſetzt ſich der Gefahr im Gefechte immer mehr aus als nothwendig iſt und namentlich that er das in einem jener brillanten Zweikämpfe, in welchen ſeine Soldatentugenden ihm ſtets den Sieg verliehen. Theodor iſt bewundernswerth an der Spitze einer Schwadron Reiter, die ſich mit unwiderſteh⸗ licher Fougues in den Kampf ſtürzt. Seine Gewohnheit iſt es, ganz plötzlich von etwa dreißig mit Flinten bewaffneten Soldaten begleitet und von fünf⸗ oder ſechshundert Reitern gefolgt vor Sonnenuntergang im Lager aufzubrechen und zu verſchwinden. Er zieht nach Norden oder nach Weſten, Nie⸗ mand weiß wohin. Tage vergehen ohne Nachricht von ihm; dann erfährt man, daß Theodor nach einem langen, foreirten Marſche und nachdem er aus den Cantonnements Verſtärkung an ſich gezogen, eine rebelliſche Provinz überfallen und ein furchtbares Blutbad in derſelben angerichtet. Endlich kommt denn auch eine kaiſerliche Proclamation, die in allen Diſtricten vertheilt wird, des Inhalts:„Höret was Djan⸗Iloi ſagt: Ich habe die Sündigen geſtraft; ich habe zwei und zwanzig⸗ tauſend Menſchen getödtet. Friede allen ehrlichen Leuten; ſeid Alle unbeſorgt!“
Theodor's Augenmerk iſt namentlich auf die Befeſtigung ſeiner Dynaſtie gerichtet. Er zeigt darin eine unerſchütterliche Zuverſicht.„Gott“, ſagt er,„hat dem Hauſe David's die Zu⸗ kunft verheißen.“ Er beſitzt zwei Söhne; der ältere iſt ein Ungeheuer, von ſeinem eigenen Vater gehaßt. Nachdem er einmal von dieſem den Auftrag erhalten, einen unbedeutenden Aufſtand zu dämpfen, ſandte er ſeinem Vater einen ganzen Korb voll ausgeriſſener Augen. Ein Trunkenbold und von thieriſcher Gemeinheit, wie er iſt, ließ ihn der Negus einmal lange Zeit in einen Eſelſtall einſperren und ſagte zu ihm: „Da biſt du in deiner Familie!“
Das Gegenſtück von dieſem iſt der jüngere Sohn, ein Muſter an Sanftmuth und Liebenswürdigkeit, den Theodor auch als ſeinen Nachfolger deſignirt hat.
Den intereſſanteſten Anblick gewährt Theodor, wenn er von ſeinen vier zahmen Löwen umgeben, Audienzen ertheilt. Er weidet ſich dann an der Furcht derer, die vor ihn treten. Jedenfalls iſt der Negus eine der hervorragendſten Perſön⸗ lichkeiten unſerer Zeit, ein Gemiſch von Menſchenfreundlichkeit und Wildheit, aus welchem neben ſeinen Grauſamkeiten doch unendlich viel edle Züge hervorſtechen.
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Eine Ballkönigin in der Dorfſchenke.
Ueber die öde Feldmark hin treibt der Wind die Schnee— flocken und häuft ſie, wo er an einem Zaune, oder einer Hecke Widerſtand findet, fußhoch zuſammen. Ein grauer Himmel ſieht düſter auf das weiße Leichentuch der Erde herab; kein Stern funkelt und nur dann und wann unterbricht der heiſere Schrei einer Krähe die tiefe Stille des Winterabends. Unter ſolchen Umſtänden klingt ſelbſt das Schellengeläute eines Schlittens, den zwei muthige Roſſe ziehen, gar trübſelig, und man iſt herzlich froh, wenn man von fern die hellen Scheiben einer menſchlichen Behauſung ſchimmern ſieht, vor⸗ nämlich wenn ſie die Ausſicht auf ein leidliches Unterkommen gewähren, wie man dies von einer braven Dorfſchenke erwarten darf. Die Pferde ſpitzen die Ohren, der Kut⸗ ſcher knallt mit der Peitſche, und mit doppelter Eile ſauſt der Schlitten dahin. Hurrah, in der Schenke geht es hoch her, zwei Fideln und ein Baß kreiſchen und brummen ihr Willkommen. Es iſt ja Faſtnacht, und auch das kleinſte Dorf will ſeine Faſchingsluſt, ſo gut wie das heilige Köln,
wenn auch mit weniger Aufwand an Mutterwitz und Mutter⸗ groſchen.
Wer an ſolchem Abende die Schenkſtube betritt, der iſt zuerſt wie benommen. Die Atmoſphäre iſt ſo feucht und heiß, wie in einer Sumpfwildniß der Tropen, denn die Tänzer dampfen mit dem heißen Branntwein um die Wette, und das Zimmer, um einen Salon handelt es ſich natürlich nicht, iſt ſo voll gedrückt mit jauchzenden Burſchen und kreiſchenden Mädchen, daß Du zunächſt gar nicht ſiehſt, wo getanzt wird, und nur das Stampfen einiger Dutzend Füße vernimmſt, die ſich in einem Kreiſe von höchſtens ſechs Fuß Durchmeſſer bewegen. Ueber die Schultern des Außenringes, den die Zuſchauer bilden, hinweg blickend, gewahrſt Du dann ein wirbelndes Planetenſyſtem von rothglühenden Köpfen, dem der Maitre des Tanzbodens als Sonnencentrum bor⸗ ſtehen würde, wenn in der Dorfſchenke ein ſolches Individuum eriſtiren könnte. Ihre naturwüchſige Luſt duldet aber nicht ſolche bevorrechtigte Stellung; wer gegen die gebräuchliche


